Basel
Der Festsaal vor der letzten Vorstellung
Von Philipp Loser/Ralph Schindel. Aktualisiert am 14.01.2009 2 Kommentare
Spätestens 2012 wird die AVO Session nicht mehr im Grossen Festsaal stattfinden (Bild: Herbie Hancock an der AVO Session 2006). (Bild: Dominik Plüss)
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Nächsten Dienstag werden sie wieder defilieren, die Kleinbasler. In vollem Ornat, mit leicht geröteten Backen und stolzem Blick werden die 450 Gesellschaftsbrüder in den Festsaal der Messe einziehen und sechs Stunden lang ihr Gryffe-Mähli zelebrieren. Wie häufig sie das noch in dieser gewohnten Form tun können, ist offen. «Ich bin froh, dass ich nicht mehr bei der Suche dabei bin», sagt Hären-Meister Georg André Schlager, der in diesem Jahr zum letzten Mal den Vorsitz am Vogel Gryff inne haben wird. «Wir wissen heute noch nicht, wo das Gryffe-Mähli künftig stattfinden soll.» 2011 oder spätestens 2012 wird der Grosse Festsaal abgerissen. Er bietet Platz für bis zu 2000 Menschen und ist damit der grösste Saal in ganz Basel. Ab einer gewissen Grösse sind Veranstaltungen quasi gezwungen, im Festsaal stattzufinden. Das Drummeli beispielsweise, die AVO Session, das Gryffe-Mähli oder die Schulsynode.
«Wir sind bemüht, diesen Veranstaltern eine Alternative zu bieten», sagt Messe-Sprecher Christian Jecker. Die Alternative heisst Eventhalle und wurde erst nach sanftem Druck seitens des AVO-Veranstalters Matthias Müller ins Messeneubau-Projekt integriert – er drohte, mit seinen Konzerten ins Tramdepot auf den Dreispitz zu ziehen.
Wann die neue Eventhalle, die laut Jecker ein «mehr als würdiger Ersatz» für den Festsaal sein wird, aufgebaut wird, ist noch unklar und hängt vom Totalunternehmer ab. Die Messe möchte einen nahtlosen Übergang von Festsaal zu Eventhalle. «Zu 99 Prozent wird das auch klappen», sagt Jecker. Bevor der Festsaal abgerissen wird, soll die Halle stehen.
Die Verantwortlichen der grossen Veranstaltungen vertrauen darauf. Es bleibt ihnen auch gar nicht viel anderes übrig: «Ausser ins Stadttheater könnten wir nirgends hin», sagt beispielsweise Urs Weiss, der im Fasnachts-Comité für das Drummeli zuständig ist. Sein Vertrauen in die Messe sei allerdings gross: «Die helfen uns.» Auch Matthias Müller, auf dessen Begehren hin die Eventhalle überhaupt in die Planung aufgenommen wurde, vertraut auf die Zusicherungen der Messe. Er könne im ersten Jahr auch mit einem gewissen provisorischen Charakter der neuen Halle leben, «da werden wir flexibel sein». Müller freut sich auf die Eventhalle. Der Festsaal sei ja nicht mehr wahnsinnig schön. «In der neuen Halle wird die Atmosphäre sicher noch besser sein», so der Konzertveranstalter.
Unklar ist hingegen die Situation des Restaurants Escale, das die exklusiven Catering-Rechte im Festsaal besitzt. Das überarbeitete Gesamtprojekt «Messe 2012» wird laut Auskunft von Jecker ein neues Restaurationskonzept beinhalten. «Das ‹Escale› kommt nicht automatisch zum Handkuss», sagt Jecker. Verhandlungen zum Thema stünden aber noch an.
Der Restaurantbetreiber gibt nur zögerlich Auskunft. Geschäftsführer André Zimmerli hat seinen Mitarbeitern für Anfang April Informationen in Aussicht gestellt. Vorher gebe es keine gesicherten Auskünfte, heisst es aus dem Restaurant. (Basler Zeitung)
Erstellt: 14.01.2009, 09:57 Uhr
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2 Kommentare
Ist schon klar, wer für die Mehrkosten von 100 % aufkommt? Basel-Stadt? Basel-Land? Die Messe? Das würde mich mehr interessieren als die Frage, wo das Gryffe-Mähli stattfinden wird... Vor allem würde mich interessieren, ob Abstimmungen, die durch gezielte Desinformation/Täuschung gewonnen wurden, rechtens sind... Antworten
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