Basel

Der Flaschenhals ist der Bahnhof SBB

Aktualisiert am 15.07.2010 9 Kommentare

Für den Ausbau des ausgelasteten Bahnnetzes im Raum Basel sind zwei zusätzliche Ausfahrt-Geleise beim Bahnhof SBB geplant.

In Basel liegt der zentrale Engpass direkt an der Ausfahrt, genau unter der Peter Merian-Brücke.

In Basel liegt der zentrale Engpass direkt an der Ausfahrt, genau unter der Peter Merian-Brücke.
Bild: Keystone

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Um Einigkeit der Regierung beider Basel zu demonstrieren, hat das baselstädtische Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Donnerstag seine Medien-Tour d'horizon zum aufgegleisten Bahnausbau in Liestal enden lassen. Bauten für das Projekt «Bahn 2030» sollen etappiert in Basel, Muttenz, Pratteln und Liestal entstehen.

Innert zehn Jahren ist die Gesamtzahl der Züge im Bahnhof SBB Basel von 400 auf 700 pro Tag angestiegen, wie der inzwischen als Berater tätige Ex-SBB-Kadermann und alt Grossrat Stephan Maurer ausführte. Güter-, Personenfern- und -nahverkehr behindern sich zunehmend gegenseitig. Langsame Züge bremsen alle anderen.

Bahnhofausfahrt restlos ausgelastet

Teure Entflechtung ist jetzt nötig. Billige Massnahmen wie etwa Minuten-Verschiebereien im Fahrplan seien alle schon ausgeschöpft, sagte Maurer. Baut man Schienenbrücken zum behinderungsfreien Kreuzen, kostet ein Entflechtungsbauwerk etwa 360 Millionen Franken. Solche braucht es vor den Bahnhöfen Muttenz, Pratteln und Liestal, macht zusammen über eine Milliarde.

In Basel liegt der zentrale Engpass direkt an der Ausfahrt, genau unter der Peter Merian-Brücke, wie BVD-Mobilitätsplaner Wolfgang Fleischer sagte: Da liege heute kein einziger zusätzlicher Zug mehr drin. Um bis 2020 neue Kapazitäten zu schaffen, plane man dort zwei zusätzliche kurze Geleise an der Gundeli-Seite.

Diese kosten vielleicht 50 Millionen Franken, weil dazu die den SBB gehörende Brücke neu gebaut werden muss. Pendent ist zudem ein Rechtsstreit mit einer Pensionskasse, deren Gebäudeprojekt beim Brückenkopf nötigen Brückenanschlussbauten im Weg wäre. Laut Wessels laufen Verhandlungen; es geht auch um Schadenersatz.

Nahverkehr-Ängste wegen Fernverkehr-Ausbau

Für Wessels sind diese beiden Geleise eine erste Ausbauetappe in Basel. Danach sei die S-Bahn beim Güterbahnhof zu entflechten - dabei könnte man laut Maurer die Bedarfshaltestelle St. Jakob für den Normalbetrieb ausbauen. Als dritte Etappe weiter weg ist die Einbindung des Herzstücks, erst Vision gar ein S-Bahn-Tiefbahnhof.

Grundforderung beider Regierungen ist, dass der Transitverkehr den Regionalverkehr nicht verdrängen und behindern darf. Mit der Neat samt dem neuen Gotthardtunnel sei verkehrsmässig ein «Paukenschlag» zu erwarten, warnte Wessels. Der Baselbieter Baudirektor Jörg Krähenbühl wies zudem auf den bald fertige neuen TGV-Ast nach Basel hin.

Die Schienen im Raum Basel gehörten zur wichtigsten europäischen Güterbahnachse, ergänzte Wessels. Während das Zürcher S-Bahn-Netz nur zu zehn Prozent mit Güterverkehr belastet sei, mache dieser am Rheinknie 40 Prozent aus, sagte Maurer. (amu/sda)

Erstellt: 15.07.2010, 15:43 Uhr

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9 Kommentare

Karl Klingler

15.07.2010, 16:32 Uhr
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Könnte man nicht die Tramtrasse noch als zusätzliche Aus-/Einfahrt nutzen? Dafür bräuchte es bloss eine kleine Auffahrt bei der Postpassage, eine Abfahrt beim Grosspeter und natürlich noch Schienen der passenden Spurweite. Dann könnte man immer zwischen zwei 10er-Trams einen Zug drüberlassen! ;-) Antworten


Peter Kuederli

15.07.2010, 17:22 Uhr
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Nun redet Ihr von 50 Millionen fuer 2 neue Geleise. Wetten dass 300 Millionen ueberschritten werden? Geht endlich in die Tiefe mit der Bahn, und nicht in die Hoehe mit den Preisen. Pkuederli@cfl.rr.com Antworten



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