Basel

Der Herrscher über den Aeschenplatz

Von Claudia Kocher. Aktualisiert am 10.11.2010 17 Kommentare

Sein Ziel ist es, den Verkehrsknotenpunkt Aeschenplatz flüssig zu halten. Deswegen will der Verkehrslotse Ladimiro Di Renzo mit einer Wette bei «Wetten, dass...?» gegen Basels beste Verkehrspolizisten antreten.

Wette auf dem Aeschenplatz: Di Renzo erklärt seine Idee für «Wetten, dass…?». (Video: Joël Gernet)

Video: Joël Gernet

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Ladimiro Di Renzo (47), der Verkehrslotse aus der Aeschenvorstadt, hat im Moment keine Arbeit. Er vermute, dass er freigestellt sei, weil er seinem Chef auf die Nerven falle. Wegen seiner Art. Seinem «Fahre, Fahre». Weil die Leute stehen bleiben, wenn er den Verkehr regelt. Und weil es eine Unterschriftensammlung gibt, die will, dass er wieder arbeiten darf. Weil es Leute gibt, die ihn grossartig finden: Patricia Spadin vom Café Sandwich beispielsweise. Oder Marcella Schunck, eine ältere, distinguierte Dame, die wünscht, die Petition als Erste zu unterzeichnen.

Doch Di Renzo ist nicht freigestellt, sagt sein Chef Gaston Kessler bei Security4you. Nur sei im Dezember, Januar und Februar für Verkehrslotsen nicht annähernd so viel los wie in den wärmeren Baustellenmonaten. Dass Kessler genervt ist, ist dennoch unüberhörbar. Di Renzo sei unverbesserlich. Immer wieder habe er ihn gebeten, seine Trillerpfeife zu Hause zu lassen und nicht lauthals zu schreien. Doch sei er auch ein sozial denkender Chef. Schliesslich sei es die Polizei gewesen, die gewünscht habe, Di Renzo nicht mehr in der Aeschenvorstadt den Verkehr regeln zu lassen.

Winkend ins «Wetten, dass..?»

Di Renzo aber vermutet, dass er bald den Gang aufs Sozialamt antreten muss. Er hat sich für die viermonatige Ausbildung namens Sicherheitsassistent/-in Fachrichtung Verkehr bei der Kantonspolizei beworben. Doch der Lehrgang Anfang nächsten Jahres ist voll. Der Ausbildungskurs wird nur dann geführt, wenn bei der Polizei der Bedarf für neue Sicherheitsassistenten gegeben ist. Natürlich, meint Di Renzo, würde er bei der Polizei nicht in seinem alten Stil («fahre, fahre») den Verkehr dirigieren, sondern sich den dortigen Gepflogenheiten anpassen.

Um die Zeit zu überbrücken, bis er bei Security4you wieder einen Job erhält, hat er sich eine Wette ausgedacht und sie auch schon bei der Sendung «Wetten, dass..?» eingereicht. «Ich will den Verkehr auf dem Aeschenplatz alleine regeln und gegen die besten Basler Verkehrspolizisten antreten.» Allerdings brauche er dafür drei Supporter, die die Fussgänger an drei Zebrastreifen über die Strasse winken würden. «Es gibt Winkel, die man nicht von überall sieht.» Für die Wette würde er sich mitten auf die Fahrbahn stellen, in der Nähe, wo vorher das Podest war.

Respekt dank Polizeiuniform

Wie er trainiere? «Ich komme immer hierher und schaue, wie der Verkehr funktioniert. Vor der Wette müsste ich natürlich noch die ­Distanzen messen, um abzuschätzen, wie viele Autos im Schnitt über den Platz fahren.» Di Renzo ist sicher, dass er mit seinem lautstarken Rufen («fahre, fahre») mehr erreiche als wenn sprachlos gewinkt werde. «Für die Wette müsste ich dann allerdings eine Polizeiuniform tragen – aber nur an diesem Tag», sagt Di Renzo. «Dann haben die Leute mehr Respekt.»

Wenn er die Wette verliere, werde er sämtliche Polizeiautos putzen. «Es ist aber egal, wenn ich verliere», sagt Di Renzo. Es gehe ja um die Idee. Unklar ist aber, ob es überhaupt zu einer solchen Wette kommt. Beim Schweizer Fernsehen weiss man nicht, wann die nächste «Wetten, dass...»-Sendung in Basel aufgezeichnet wird. Doch das stört Ladimiro Di Renzo nicht. «Ich kann den Verkehr auch in einer deutschen Stadt regeln.» Der Aeschenplatz ist für ihn allemal ein interessantes Übungsfeld. Rein geistig, versteht sich. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.11.2010, 10:05 Uhr

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17 Kommentare

Dominik Hasler

10.11.2010, 10:39 Uhr
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Vielleicht stellen sie Herr di Renzo an der Kreuzung Viaduktstrasse/Margrethenstrasse hin, da könnte es einen wie ihn gut gebrauchen. Es ist ganz schlimm wie teilweise der Verkehr geregelt wird und die Lotsen gegeneinander arbeiten. Jedenfalls wünsche ich Herr di Renzo, dass er eine andere Lösung als den Gang aufs Sozialamt findet. Antworten


rudi resser

10.11.2010, 10:28 Uhr
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grenzgenger einstellen ohne ende aber moralisch sein und unsere leute einstellen gefällt unserem kapitalismus nicht ? und wenn leidenschaft im spiel ist wird er im ansatz erdrückt wo bleibt hier die lebensqualität ? lieber ein sesselhocker weniger und dafür ein motivierter arbeiter lieber roboterstaat Antworten



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