«Der Regen hat uns Pilzsammler gerettet»

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 10.10.2009

Der Elsässer Pilzexperte Rémy Longato (58) über den trockenen Herbst, zu gierige Pilzsammler und die Pilzausstellung in Huningue von diesem Sonntag.

Pilzexperte: Rémy Longato ist froh, dass die Ausstellung stattfindet.

Pilzexperte: Rémy Longato ist froh, dass die Ausstellung stattfindet. (Bild: Elena Monti)

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Hunderte von Pilzen aus der Region gibt es am Sonntag im Triangle in Huningue zu bewundern (13 bis 18 Uhr). Dort veranstaltet der Table Ronde, eine Initiativgemeinschaft von Bürgern aus Weil am Rhein und Huningue, zum sechsten Mal eine grenzüberschreitende Pilzausstellung. Der Elsässer Pilzexperte Rémy Longato (58) ist froh, dass die Ausstellung überhaupt stattfinden kann.

BaZ: Rémy Longato, der trockene Herbst liess Pilzsammler nicht auf ihre Kosten kommen. Hatten Sie zeitweise Angst, dass die Ausstellung abgesagt werden muss?
Rémy Longato: Ja, noch am vergangenen Wochenende sah es schlecht aus. Doch der Regen in dieser Woche hat uns gerettet, wir konnten bei unseren Rundgängen im Wald wieder Pilze finden. Allerdings werden wir nicht derart viele Pilzarten zeigen können wie auch schon. Letztes Jahr hatten wir 480 verschiedene Pilze, diesmal sind wir zufrieden, wenn wir auf 300 kommen. Bislang war es ohnehin noch kein gutes Pilzjahr. Im Frühjahr gab es wenig Morcheln. Bloss die Pfifferlingsaison im Juli war toll.

Was erwartet den Besucher an einer Pilzausstellung?
Wir sind ein rund zehnköpfiges Team, das Pilze aus der ganzen Region zusammengetragen hat. Wir bestimmen sie und schreiben sie dreisprachig an: mit ihren lateinischen Namen, auf deutsch und auf französisch. Ausserdem sagen wir, welche Pilze essbar, ungeniessbar oder giftig sind. Das heisst: Man kann bei uns vieles über Pilze lernen. Die Besucher dürfen zudem auch ihre selbstgesammelten Pilze mitbringen – wir helfen ihnen dann bei der Bestimmung.

Was passiert mit den Pilzen nach der Ausstellung?
Alles, was aus dem Wald kommt, findet in den Wald zurück. Auch die Speisepilze, denn sie sind nach der Ausstellung nicht mehr so frisch, dass sie lecker schmecken würden. Für uns ist es wichtig, dass wir umweltschonend vorgehen.

Apropos umweltschonend: Im Juli wurden in Südbaden etliche Schweizer Pilzsammler gebüsst, die mehr als das erlaubte Kilogramm Pfifferlinge sammelten. Machen Sie an der Pilzausstellung die Leute darauf aufmerksam, dass sie beim Sammeln nicht übertreiben sollen?
Das ist mir ein grosses Anliegen. Es stimmt mich traurig, dass gewisse Pilzsammler überborden. Für den Eigenbedarf reicht ein Kilogramm Pilze locker aus. Es ist richtig, dass die Leute gebüsst werden, welche die Vorschriften nicht einhalten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.10.2009, 12:15 Uhr

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