Basel

Der verspätete Klimagipfel von Basel

Von Alan Cassidy. Aktualisiert am 10.01.2011 3 Kommentare

Der erste Versuch wurde wegen der Finanzkrise zum teuren Flop. Nun nehmen die Promotoren der Global Energy Basel einen neuen Anlauf – mit bescheidenerem Auftreten.

Vorbild Cancùn: In Basel suchen Vertreter der weltgrössten Städte nach Lösungen gegen die Erderwärmung.

Vorbild Cancùn: In Basel suchen Vertreter der weltgrössten Städte nach Lösungen gegen die Erderwärmung.
Bild: Keystone

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Nachdem der erste Anlauf gescheitert ist, startet morgen im Kongresszentrum der Messe die zweite Global Energy Basel. Braucht es eine solche Energiemesse?

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Diesmal sind sie ausgeblieben, die lauten Töne und grossen Ankündigungen. Von den Medien weitgehend unbeachtet, startet morgen im Kongresszentrum der Messe die Global Energy Basel. An der zweitägigen Konferenz treffen sich 300 Teilnehmer aus 40 Städten, um über die «Finanzierung nachhaltiger urbaner Infrastrukturen» zu diskutieren, wie es in einer Mitteilung der Organisatoren heisst. Der Anlass soll dazu dienen, Investoren aus der Finanzwirtschaft für «besonders vorbildliche Projekte» aus dem Umweltbereich zu gewinnen.

Wer meint, dieses oder Ähnliches schon einmal gelesen zu haben, liegt nicht ganz falsch: Bereits im November 2008 kündigte die Messe Schweiz die erste Global Energy Basel an. Auf der dreitägigen Messe sollten Exponenten aus dem Energiebereich nach «integrierten Lösungen» im Umweltbereich suchen. Als Partnerin präsentierte die Messe das Weltwirtschaftsforum (WEF), und entsprechend klingend war die Gästeliste. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Friedensnobelpreisträger Al Gore, der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger und der brasilianische Präsident Lula da Silva – sie alle hatte die Messe nach Basel eingeladen. Das Patronat des Anlasses hatte zudem Energieminister Moritz Leuenberger übernommen.

Doch die als neues Flaggschiff der Messe und «Energie-WEF» konzipierte Veranstaltung geriet zum Flop. Einen Monat vor Beginn des Anlasses bliesen die Organisatoren den Gipfel ab. Als Begründung gaben sie an, es sei damit zu rechnen, dass viele der 1000 erwarteten Teilnehmer wegen der Finanzkrise gar nicht kommen würden. Für die Messe Schweiz resultierte aus der Kongressabsage ein Millionenverlust.

Neue Organisation

Treibende Kraft hinter der morgen startenden Neuauflage der Konferenz ist wie schon 2008 der Basler Öko-Unternehmer und Umweltberater Daniel Wiener – allerdings mit einer neuen Trägerorganisation. Im vergangenen November gründete Wiener die Stiftung Global Energy Basel, deren Präsident er ist. Einziger weiterer Stiftungsrat ist gemäss Handelsregister Nick Beglinger, der Präsident des Wirtschaftsverbands Swisscleantech. Die Stiftung löst als Organisatorin der Konferenz die Messe Schweiz ab, die laut eigenen Angaben «nur noch im Hintergrund» tätig ist. Als Gastgeberin des Energiegipfels fungiert die «C40 Climate Leadership Group», ein Zusammenschluss von Grossstädten, die sich um nachhaltige Entwicklung bemühen. Auch Basel zählt sich zu diesen Klima-Leadern.

Anders als im November 2008 verzichten die Organisatoren diesmal auf medienwirksame Ansagen. Kein internationaler Politiker wird die Begrüssungsrede für die versammelten Fachleute halten, sondern der Basler Regierungspräsident Guy Morin (Grüne). «Wir wollen durch Bescheidenheit glaubwürdig bleiben», sagt Daniel Wiener.

Defizit absehbar

Geschrumpft ist auch der finanzielle Aufwand, doch günstig ist der Anlass nicht: Wiener will die Global Energy Basel künftig regelmässig durchzuführen, und für die ersten drei Konferenzen rechnet er mit einem Gesamtdefizit von 1,7 Millionen Franken. Erst der vierte Anlass soll schwarze Zahlen bringen. Auch der Kanton Basel-Stadt beteiligt sich finanziell am Energiegipfel. Bereits 2008 hatte die Regierung den «einmaligen» Betrag von 250'000 Franken gesprochen, von denen laut Jürg Hofer, Chef des Basler Amts für Umwelt und Energie, jedoch nur 100'000 Franken ausbezahlt wurden. Im vergangenen Juni bewilligte die Regierung nochmals 700'000 Franken aus der Förderabgabe. Davon abgezogen wird laut Hofer die 2008 ausbezahlte Summe. Erklärtes Ziel der Global Energy Basel ist es, Lösungswege aufzuzeigen, wie die Beschlüsse der Klimakonferenz von Cancùn umgesetzt werden können. Um die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, müssten die Städte den Verbrauch fossiler Energie um bis zu 80 Prozent senken, schreibt Wiener in der Mitteilung.

Im Zentrum stehe die Frage, wie die Städte dazu gebracht werden könnten, in umweltschonende Infrastrukturen zu investieren, obwohl diese «kurzfristig» teurer seien als energieverschwendende Gebäude und Verkehrsmittel. «Basel steht in einem internationalen Standortwettbewerb um die Cleantech-Branche», sagt Wiener. Nun habe die Stadt die «grosse Chance», sich mit dem morgigen Energiegipfel in diesem Wettbewerb zu positionieren. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.01.2011, 07:26 Uhr

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3 Kommentare

Bernhard Bosshart

10.01.2011, 10:15 Uhr
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Basel verhindert Sonnenkollektoren, lässt mir Wärmepumpe nicht zu. Wissenschaftl. Klimawidget zeigt seit 1998 0 Klimaerwärmung auf, England erlebte den 2.kältesten Winter seit 350 Jahren. Eis in der Antarktis ist massiv gewachsen. Aber weiterhin wird selektiv auf 'Drama-making' und umverteilungsdiebischen Abgaben-Abrupf weitergedroschen. Windanlagen aber abgeblockt. Kleinkraftwerke geblockt. usw. Antworten


Kurt Seiler

10.01.2011, 10:53 Uhr
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Herr Wiener ist gut im Geschäft mit Basel. Das war schon immer so. Und fallen dann noch die Worte Öko, nachhaltig, Umwelt und so weiter, ja dann öffnen sich so manche Geldschatullen. Dass dieser teure Egotrip schlussendlich niemanden interessiert spielt anscheinend keine Rolle . Es ist ja für eine gute Sache Antworten



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