Basel

Dialektinitiative hauchdünn gescheitert

Aktualisiert am 15.05.2011 88 Kommentare

Bei der Basler Dialektinitiative gab es ein Ja zu Initiative und Gegenvorschlag. Die Stichfrage ging knapp zugunsten des Gegenvorschlags aus.

Knappe Entscheidung: Bei der Stichfrage zur Dialektinitiative wurde es eng.

Knappe Entscheidung: Bei der Stichfrage zur Dialektinitiative wurde es eng.
Bild: Keystone

«Baseldytsch» in Kindergärten wird gesetzlich geschützt: Sowohl die Dialekt-Initiative als auch der Gegenvorschlag wurden angenommen; in der Stichfrage siegte jedoch letzterer. Somit werden für Dialekt und Hochdeutsch «gleichwertige Lernziele» im Schulgesetz festgeschrieben.

Zum Volksbegehren gab es 23'330 Ja- und 19'007 Nein-Stimmen, zum Gegenvorschlag 20'502 Ja- und 19'030 Nein-Stimmen. Trotz der klar deutlicheren Zustimmung zur Initiative schwang bei der Stichfrage der moderatere Gegenvorschlag mit 20'949 zu 20'727 Stimmen obenaus - mit nur gerade 222 Stimmen Differenz.

Die durchschnittliche Stimmbeteiligung betrug 40,80 Prozent. Das Volksbegehren wollte Dialekt als Unterrichtssprache im Kindergarten vorschreiben. Weil Hochdeutsch für Schule und Beruf wichtiger ist als «Baseldytsch», war der Gegenvorschlag zustandegekommen.

Viele fremdsprachige Kinder

Die Initianten hatten sich daran gestört, dass wegen schlechten PISA-Daten seit 2009 in baselstädtischen Kindergärten mindestens die Hälfte in Hochdeutsch unterrichtet wird - die Kinder selber dürfen reden, wie sie wollen. Fast 54 Prozent der Kindergarten-Kinder in Basel-Stadt sind fremdsprachig. (amu/sda)

Erstellt: 15.05.2011, 12:20 Uhr

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88 Kommentare

Thomas Heimgartner

15.05.2011, 14:18 Uhr
Melden 46 Empfehlung

Einen Akzent zu haben ist doch nicht peinlich! Peinlich ist es die eigene Sprache (Dialekt) nicht mehr zu beherrschen!!! Antworten


Marcel Pfister

15.05.2011, 14:04 Uhr
Melden 41 Empfehlung

Hochdeutsch im Kindergarten? Ein totaler Schmarren. Hier wird auf dem Rücken unserer Kinder irgend eine Art von Sprachpuritanismus betrieben. Ich bin im Dialekt aufgewachsen und spreche und schreibe gut Schriftdeutsch. Der Dialekt, aber, ist und bleibt meine Muttersprache. Und das ist gut so. Antworten



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