Basel

Die Basisstufe ist endgültig vom Pult

Von Franziska Laur. Aktualisiert am 03.07.2009 1 Kommentar

Zwischenbilanz nach der Vernehmlassung zum Bildungsraum Nordwestschweiz: Auf die Basisstufe wird verzichtet, der Aargau braucht mehr Zeit, Solothurn ist den übrigen Kantonen voraus, und die beiden Basel müssen sich einigen.

Auch wenn die Basisstufe kein Thema mehr ist, geben sich die Direktoren optimistisch, was die Zukunft anbelangt.

Auch wenn die Basisstufe kein Thema mehr ist, geben sich die Direktoren optimistisch, was die Zukunft anbelangt.
Bild: Mischa Christen

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Geschlossen traten die Bildungsdirektoren der vier Nordwestschweizer Kantone gestern an der Medienkonferenz in Olten auf – weniger harmonisch gestaltet sich ihr Weg in die bildungspolitische Zukunft. Im Aargau hat das Volk Nein zu allen vier Vorlagen der Bildungsreform gesagt, so dass sich dort Neuerungen verzögern dürften. Trotzdem bekräftigten die Bildungsdirektoren der Kantone Basel-Stadt, Aargau, Baselland und Solothurn ihren Entschluss, weiterhin gemeinsam den bildungspolitischen Raum in der Nordwestschweiz zu formen. Aufgrund der Vernehmlassungsresultate verzichte man allerdings auf einen Staatsvertrag, sagte der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann.

Verzichtet wird auch auf die gemeinsame Einführung der Basisstufe, die Integration des Kindergartens in die ersten Primarschuljahre. Allerdings wollen die beiden Basel wenigstens an einzelnen Standorten Erfahrungen mit dem altersgemischten Lernen sammeln. Die Vernehmlassung habe auch gezeigt, dass der Weg in Richtung zwei Jahre obligatorischer Kindergarten, sechs Jahre Primar- und drei Jahre Sekundarschule der richtige sei.

Mehrere Initiativen sind noch hängig

Der Kanton Aargau hat auf die Vernehmlassung verzichtet, da er die Volksabstimmung zur Bildungsreform abwarten wollte. Bildungsdirektor Alex Hürzeler sagte, dass sich der Aargau auf keinen Fall zur Eile drängen lasse. «Allerdings kann ich aufgrund des deutlichen Abstimmungsergebnisses heute schon sagen, dass die Basisstufe keine Option ist.» Es seien zwei Initiativen hängig, die für die weitere Planung mit berücksichtigt werden müssten. Im Herbst werde die Aargauer Regierung über die Weiterentwicklung der Schule entscheiden.

Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich sagte, sein Kanton wolle das schweizerische Harmos-Konkordat erfüllen. «Die Verlängerung der Primarschule auf sechs und die Verkürzung der Sekundarschule auf drei Jahre sind einschneidende Schritte.» Das Baselbiet werde sich auch von seinem exotischen Modell von dreieinhalb Jahren Gymnasium verabschieden und die Zeit bis zur Matur auf vier Jahre erhöhen.

Parlamente müssen entscheiden

Wie der Solothurner Landammann Klaus Fischer ausführte, muss sein Kanton wenig anpassen, da schon sechs Jahre Primar- und drei Jahre Sekundarschule eingeführt sind. Zwei Kindergartenjahre sollen obligatorisch werden.

Das Harmos- wie das Sonderpädagogik-Konkordat und die Gesetzesanpassungen sollen den Parlamenten in den beiden Basel und Solothurn bis Ende Jahr unterbreitet werden. In der Sonderpädagogik sollen Kinder mit einer Behinderung in Regelklassen integriert werden. In Basel-Stadt soll das Parlament über die drei Geschäfte getrennt entscheiden. Wüthrich will bei der Einführung von Harmos Gemeinden und Lehrerschaft einbeziehen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.07.2009, 07:57 Uhr

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1 Kommentar

Peter Gysin

03.07.2009, 11:10 Uhr
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Es ist erfreulich, dass die Bildungsdirektoren endlich eingesehen haben, dass die Basisstufe weder erwünscht noch sinnvoll ist. Kinder können nur sinnvoll gefördert werden, wenn sie in einer Leistungsgruppe sind, die ihnen angemessen ist. Je heterogener eine Klasse ist, desto schwieriger wird es für die Lehrperson, einen vernünftigen Unterricht zu bewerkstelligen. Ein Sieg für die Realisten! Antworten



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