Basel

«Die Baubranche geht gern ins Bordell»

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 20.01.2012 3 Kommentare

Im Kleinbasler Rotlichtbezirk läuft es dieser Tage rund – die Branchenmesse Swissbau beschert vielen Etablissements zusätzliche Kundschaft. Doch nicht alle Lokale profitieren.

Wo zwei der ältesten Branchen zusammen kommen: Die Swissbau sorgt für Betrieb im Kleinbasler Rotlichbezirk. (Foto: Tino Briner)

Wo zwei der ältesten Branchen zusammen kommen: Die Swissbau sorgt für Betrieb im Kleinbasler Rotlichbezirk. (Foto: Tino Briner)

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Über die Swissbau

Knapp 1300 Aussteller aus über 20 Ländern zeigen an der wichtigsten Schweizer Baumesse auf 140'000 Quadratmeter Trends und Produkte. Erwartet werden weit über 100'000 Besucher. Angesichts von Konjunkturlage und Ausstrahlung der Messe rechnet die Messeleitung mit einem «starken Besucherinteresse». Erwartet werden vorwiegend Fachleute aus Planung, Investition, Baugewerbe, Handel, Immobilienwirtschaft, Bildung und Forschung, aber auch private Immobilienbesitzer und Bauinteressierte. sda
www.swissbau.ch

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Dröhnende Musik, Stimmengewirr, die Person am anderen Ende der Leitung ist kaum zu verstehen. «Wir haben Stress, Baumesse, keine Zeit zum Reden…», sagt der Mann am Telefon. Es ist nachmittags kurz vor vier Uhr und im Roten Kater an der Kleinbasler Webergasse steppt offensichtlich der Bär. Kein Wunder, es ist Swissbau. An der wichtigsten Schweizer Baufachmesse werden von Dienstag bis Samstag weit über hunderttausend Besucher erwartet. Da können sich die Autos vor Basel schon einmal bis zu 30 Kilometer stauen – so geschehen am Eröffnungstag. Und auch die Pendlerzüge in Richtung Rheinknie sind dieser Tage besonders voll. Stossverkehr an allen Fronten, da fliegen im Kleinbasel natürlich die Hobelspäne.

«Wir haben diese Woche definitiv mehr Gäste», sagt Marcello Genovese, Marketing-Verantwortlicher des Saunaclubs FKK Basel. Zu den regulären Kunden würden sich während der Swissbau täglich bis zu 30 weitere Nasen gesellen. «Die Baubranche geht definitiv gern ins Bordell», findet Genovese, in dessen Club rund 25 Damen auf Kundschaft warten. Dank des reichhaltigen Angebots müsse man während der Swissbau nicht aufstocken. Im Gegenteil: «FKK Basel» wies sogar willige Damen ab. Weil sogenannte Saunaclubs gemäss Genovese in Deutschland einen guten Ruf geniessen, kämen während der Baumesse vor allem auch viele deutsche Gäste an die Amerbachstrasse.

Urchige Stimmung im Kleinbasel

Hoch zu und her geht es dieser Tage auch in einem bekannten Etablissement an der Unteren Rheingasse, wo während der Swissbau viele Innerschweizer ihr 30-Minuten-Glück suchen: «Ja, es läuft mehr, und die Leute vom Land sind viel aufgeschlossener und lustiger als die Basler», sagt die Barbetreiberin, welche den Namen ihres Lokals nicht in der Presse lesen will – schlechte Erfahrungen und so. Auch im wenige Meter entfernten Studio 18 im Klingental herrscht Hochbetrieb, wie eine der Dienstleiterinnen berichtet. Sie hat das Gefühl, dass sie es heuer besonders häufig mit englisch sprechenden Männern zu machen hat.

Von etwas mehr Verkehr berichtet auch der Wirt der benachbarten Bermuda Bar. Allerdings habe vor zwei Jahren mehr Betrieb geherrscht. «Die spüren halt auch die Krise», meint der Wirt mit sanfter Stimme – auch er verzichtet dankend auf eine Namensnennung. Wie an der Unteren Rheingasse herrscht in der Bermuda Bar ländliche Stimmung: «Durch die vielen Innerschweizer ist es diese Woche urchiger bei uns», berichtet der Wirt. Vor allem nach dem Nachtessen herrsche Hochbetrieb im Kleinbasler Bermuda-Dreieck rund um die Webergasse.

Doch nicht in allen Rotlicht-Lokalen läuft das Geschäft diese Woche überdurchschnittlich. «Im Gegensatz zu der Uhren- und Schmuckmesse haben wir bisher noch nicht viel von der Swissbau bemerkt», berichtet eine Dame des «Studio Play», das wenige hundert Meter vom Messegelände entfernt seine Gäste empfängt. «Im Gegenteil», schiebt die Angestellte nach, «unsere Gäste sind genervt, weil sie keine Parkplätze finden».

Von weniger Verkehr spricht gar die Dame im «Club Amour» an der Rebgasse. «Die Männer gehen wohl alle an die Messe», vermutet sie. Ausserdem profitierten von solchen Anlässen vor allem die grösseren Etablissements im Kleinbasel. Der Saunaclub «FKK Basel» zum Beispiel. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.01.2012, 12:27 Uhr

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3 Kommentare

André Martin

20.01.2012, 14:00 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Es geht jede "Branche" gern ins Bordell. Antworten


Hoffmann Thomas

20.01.2012, 12:56 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Na klar, gehen die alle gerne ins Bordell!
Denen ist das "Puff" von ihren Baustellen mit der urchigen Stimmung und anschliessendem Richtfest ja bestens bekannt! Sozusagen "Business as usual".
Nur bei der Qualitätssicherung fehlt die SIA-Norm und fakturiert wird in der Regel nach Regie zum voraus! Wünsche viel Vergnügen und Erholung in Basel, der Bau boomt ja dank unseren Banken.
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