Basel
«Die Innenstadt ist ein grosses, sehr attraktives Shoppingcenter»
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 23.09.2009 18 Kommentare
Attraktiv: Für Urs Welten ist die Innenstadt das beste Shoppingcenter. (Bild: Elena Monti)
Umfrage
Sind Shoppingcenter eine Gefahr?
Der Leiter Pro Innerstadt fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Innenstadt-Geschäfte wie für die Shoppingcenter. Stellen die Basler Shoppingcenter eine Gefahr für die herkömmlichen Geschäfte dar?
Ja
Nein
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BaZ: Herr Welten, wie gross ist die Angst, dass das Stücki-Einkaufszentrum der Innenstadt Kunden wegangeln könnte?
Urs Welten: Natürlich sind wir nicht ganz ohne Sorge. Aber wir gehen davon aus, dass es andere trifft.
Wen?
Die Leute, die ins Stücki einkaufen gehen, sind jene, die bisher nach Weil ins Rheincenter oder ins Einkaufszentrum im St.-Jakob-Park fuhren.
Befürchten Sie nicht, dass die Innenstadt nicht mehr konkurrenzfähig ist?
Nein. Die Innenstadt ist doch ein grosses und sehr attraktives Shoppingcenter. Ausserdem gibt es eine Auswahl, die ein Einkaufszentrum unmöglich bieten kann. Dazu kommen Ambiance und Kultur – die Leute kommen, weil eine Innenstadt eben eine Innenstadt ist, ein Ort des Lebens.
Also keine weiteren Forderungen der Pro Innerstadt zur Attraktivitätssteigerung?
Doch, doch. Wir wollen die gleich langen Spiesse haben wie die Shoppingcenter.
Woran konkret denken Sie?
Zuallererst braucht es schnellstmöglich ein weiteres Parkhaus in der Aeschen, zudem mehr Kurzzeitparkplätze sowie eine realistische und vernünftige Fussgängerzone.
Dann halten Sie nicht viel vom Vorhaben einer grossen Fussgängerzone, die vom Aeschenplatz über die Mittlere Brücke bis zum Messeplatz reicht?
So etwas Grössenwahnsinniges macht keine Millionenstadt der Welt. Wir brauchen Fussgängerzonen, eine im Bereich Münsterhügel/Freie Strasse, beim Spalenberg und eine im Kleinbasel. Und zwar verkehrsfreie Fussgängerzonen – das ist nicht das gleiche wie nur autofreie Zonen.
Sie haben auch schon das Bewilligungsverfahren kritisiert. Warum?
Weil Shoppingcenter wie das Stücki problemlos einen Elefanten organisieren dürfen, den die Kinder vor dem Eingang streicheln können. Shoppingcenter befinden sich auf privatem Grund. Wenn wir in der Innenstadt so etwas machen wollen, müssen wir ein ungleich längeres Bewilligungsverfahren durchlaufen. In diesem Punkt sollte uns die Stadt entgegenkommen, dass die Geschäfte und Restaurants im Zentrum einfacher marketingunterstützende Dinge durchführen können.
Was müsste sich bei der Parkraumbewirtschaftung ändern?
In Basel macht die Politik Parkraumregeln, die von Bettingen bis ins Neubad und von Kleinhüningen bis auf das Bruderholz gelten. Das ist nicht richtig. Damit die Läden und Restaurants in der Innenstadt zum Einkaufen und zum Besuchen attraktiv bleiben, braucht es mehr Kurzzeitparkplätze und eine Liberalisierung der Öffnungszeiten.
Was der Staat bisher strikt ablehnt.
Auch unsere Position hat sich diesbezüglich nicht verändert: Es ist Sache der Betriebe, zu entscheiden, wie lange sie offen haben. Nicht, weil wir wollen, dass dann von 6 bis 23 Uhr geöffnet ist, wie es das Arbeitsgesetz erlauben würde, dafür kämen ohnehin zu wenig Leute in die Stadt. Sondern, weil wir es nicht für richtig halten, wenn der Staat sich einmischt. Es liegt auf der Hand, dass die Geschäfte in der Innenstadt über kurz oder lang benachteiligt sind, wenn sie nicht selbst wählen können, wie lange sie für ihre Kunden da sind. In Zürich oder im Kanton Baselland geht es auch – der Markt befiehlt. (Basler Zeitung)
Erstellt: 23.09.2009, 14:03 Uhr
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18 Kommentare
In diesem "grossen, attraktiven Shoppincenter" kann man nur gerade soviel einkaufen, wie man tragen kann. Oder man zahlt exorbitante Parkinggebühren und muss trotzdem weite Wege gehen! Zur Attraktivität eines Shoppingcenters gehört halt mehr! Ob in dieser Hinsicht das Stücki-Center mit dem Rheincenter mithalten kann, werden wir noch sehen - die Innerstadt jedenfalls kann es nicht! Antworten
Basel
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