Basel
«Die Marge von Bombardier ist wohl klein»
Von David Weber und Ralph Schindel. Aktualisiert am 26.10.2011 38 Kommentare
BVB-Direktor Jürg Baumgartner.
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Die BVB wollen das Flexity-Tram von Bombardier beschaffen. Am Dienstag wurde der Entscheid bekannt gegeben. Gefällt Ihnen das neue Tram?
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22'000 Stunden haben die BVB in die Trambeschaffung investiert. War es das wirklich wert?
Ja, wir haben jetzt ein Tram, das weniger als vier Millionen Franken kostet. Andere kosten fünf Millionen. Wir sparen also pro Tram über eine Million, das ist bei einem Auftrag im Umfang von 60 bis 111 Tramzügen viel Geld. Das erreicht man nicht einfach so. Wir haben für die Neuausschreibung und die Auswertung zwei bis drei Millionen Franken investiert. Aber das hat sich gelohnt.
Hatte die Neuausschreibung einfach das Ziel, den Preis zu drücken?
Nein, nicht nur. Wir haben nun ein Tram, das ganz auf die Bedürfnisse einer Stadt zugeschnitten ist. Aber mit dem Ausschreibungs-Timing waren sicher auch die Bedingungen für wirtschaftlich attraktive Angebote gegeben. Wenn ich etwas billiger haben kann, dann probiere ich das auch.
Die Trams der drei Anbieter seien von der Qualität her gleichwertig, sagen Sie. Wie erklären Sie sich, dass Bombardier die 60 Tramzüge 40 bis 70 Millionen Franken billiger anbieten kann?
Der Trammarkt ist bei den Spitzenprodukten hart umkämpft. Die Hersteller merken, dass sie qualitativ am oberen Ende angekommen sind. Dort unterscheidet man sich nur in Nuancen. Ein grosser Unterschied kann nur über den Preis hergestellt werden. Der Zeitpunkt der Basler Ausschreibung war sicher günstig. Denn in ein, zwei Jahren erneuert auch Zürich die Tramflotte. Und wer in Basel gewinnt, hat auch gute Chancen in Zürich.
Glauben Sie, dass Bombardier beim Basler Auftrag noch Geld drauflegt?
Nein, aber Bombardier wird wohl eine kleine Marge haben, aber mit den 2500 Trams, die Bombardier in Europa bereits verkauft hat, wissen sie genau, bis wohin sie preislich gehen können. Bombardier ist vermutlich nah an die untere Grenze gegangen.
War es Zufall, dass sich Billiganbieter wie Koncar oder Skoda auch für den Basler Auftrag interessierten, oder haben Sie diese extra eingeladen, um den Preis zu senken?
(Lacht.) Sicher hatten wir ein Interesse daran, dass diese sich zeigen. Das gibt Druck auf die etablierten Hersteller. Die Trams der Billiganbieter kosten drei Millionen oder weniger. Es ist aber fraglich, ob sie unseren Qualitätsansprüchen genügen. Man hat die Billiganbieter also gerne dabei, aber noch lieber verhandelt man dann mit den führenden Tramherstellern.
Sind Sie aktiv auf die Billighersteller zugegangen?
Nein, aber wir haben geschaut, dass die Ausschreibung allen bekannt war.
Hätten Sie es sich überhaupt leisten können, das Tango-Tram von Stadler Rail zu wählen? Immerhin sind die BVB aus der gemeinsamen Tango-Beschaffung mit Baselland ausgestiegen und mussten eine Abfindung zahlen.
Ich hätte keine Probleme gehabt, den Entscheid zu vertreten, wenn einer der beiden Tango-Typen in der Nutzwertanalyse am besten abgeschnitten hätte. Ich bin von der Vergangenheit unbelastet. Aber der Grund, warum wir den Tango nicht berücksichtigen konnten, war der Preis von 294 Millionen Franken für 60 Trams. (Basler Zeitung)
Erstellt: 26.10.2011, 08:11 Uhr
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38 Kommentare
Seit Monaten hört man, dass wir Schweizer abgezockt werden und im Ausland einkaufen sollen. Wenn das nun ein staatliches Unternehmen macht ist es plötzlich ein Skandal. Der Kanton Basel-Stadt spart dadurch aber 60-100 Mio.! Ausserdem motzen alle die Steuern in BS seien zu hoch. Was wollt Ihr denn? Antworten
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