Die Periode als politisches Kampfmittel

Um auf die schlimmen Lebensbedingungen für Frauen in diesem Land hinzuweisen, haben die Basler Juso gebrauchte Tampons in der Innenstadt aufgehängt. Was kommt als nächstes?

Politischer Aktionismus made by Juso BS.

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Die Basler Juso haben am Mittwochabend für ihre politischen Ziele die Basler Innenstadt verschmiert. Grund ihres Littering-Ausflugs war der «Rechtsrutsch in der Schweiz, Europa und weltweit». Dieser würde Frauenrechte «zunehmend öffentlich in Frage stellen und patriarchale Strukturen stärken».

Deshalb sei es notwendig, die Stimmen zu erheben, schreiben die Jungsozialisten in ihrer Mitteilung. Weil ihnen dabei aber selten jemand zuhört, haben die «Aktivist*innen», wie sie sich selbst bezeichnen, zu drastischeren Mitteln gegriffen und Binden und Tampons mit feministischen Botschaften an verschiedensten Orten in der ganzen Stadt angebracht.

Obwohl die Linke immer betont, wie sicher diese Stadt doch ist, und dass Meldungen über die in Basel grassierende Kriminalität nur Panikmache ist, will die Juso mit der Mitteilung gegen die vorherrschende «Rapeculture» protestieren. Also die Vergewaltigungskultur, die in diesem Land offenbar vorherrsche.

Wie so häufig verzichten die linken Jungpopulisten auf konstruktive Vorschläge und lassen es mit der verstörenden Aktion als Selbstzweck auf sich beruhen. Ob sie damit die Schweiz in Sachen Gleichstellung einen Schritt weitergebracht haben, darf stark bezweifelt werden. Mit platten Sprüchen wie «Viva la Vulva» wird sich die Lohngleichheit kaum herstellen lassen.

Was kommt als nächstes, um die Aufmerksamkeitsspirale weiterzudrehen? Bahren die «Aktivist*innen» tote Föten auf dem Marktplatz auf, um Abtreibungsgegner aufzurütteln? Werden gebrauchte Heroin-Spritzen am Barfüsserplatz verteilt, um für die kontrollierte Drogenabgabe zu werben?

Die Ziele der Juso zur Gleichberechtigung in allen Ehren: Aber die Tampon-Aktion ist einfach nur widerlich.

Update 13.51 Uhr: Die Juso verlangt eine Gegendarstellung, weil die BaZ «das Bild nicht korrekt recherchiert» habe. Es handle sich in Wirklichkeit nicht um echtes Blut. Nun ja, liebe Juso: Nicht jeder Passant hat einen Chemiebaukasten dabei, um vor Ort zu bestimmen, ob es sich um echtes Blut handelt oder nur um Farbe. (Basler Zeitung)

Erstellt: 16.03.2017, 12:54 Uhr

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