Basel

Die Rückkehr der Holzklasse

Aktualisiert am 11.11.2011 57 Kommentare

Die BVB freuen sich auf das Flexity-Tram. Noch ist aber nicht entschieden, ob das neue Tram gepolsterte Sitze oder Holzbänke wie im letzten Jahrhundert erhalten soll.

1/12 So sieht das neue BVB-Tram aus, das ab 2013 in Basel unterwegs sein wird.
Bild: zvg

   

Umfrage

Die BVB wollen ihre Kunden befragen, ob das neue Flexity-Tram mit Holzbänken oder mit gepolsterten Sitzen ausgerüstet werden sollen. Soll mit dem Tram die Holzklasse wieder eingeführt werden?




Das neue BVB-Tram im Werbevideo von Bombardier.

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Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) können definitiv Flexitiy-Trams von Bombardier beschaffen. Die im Submissionsverfahren unterlegenen Konkurrenten Stadler Rail und Siemens haben den Vergabeentscheid des BVB-Verwaltungsrats akzeptiert. Einsprachen gibt es keine. Nach Ablauf der Einsprachefrist präsentierten Vertreter von BVB und Bombardier den Medien am Freitag weitere Details zum neuen Tram. Dieses kostet aber mehr, als die BVB im Oktober kommuniziert hatten: Statt 220 Millionen Franken kommen die 60 Flexity-Trams voraussichtlich auf rund 255 Millionen Franken zu stehen.

Bei den nach dem Vergabeentscheid genannten 220 Millionen Franken handelt es sich laut BVB-Verantwortlichen um den submissionsrechtlichen Beschaffungspreis. Dazu kämen nun noch acht Prozent Mehrwertsteuer sowie optionale Ausstattungen, die etwa aufgrund von bevorstehenden Gesetzesänderungen nötig würden. Auch Trams der Konkurrenz wären entsprechend teurer geworden, hiess es.

Günstig auch im Betrieb

Das Flexity-Tram sei für Basel das mit Abstand beste Stadttram, bekräftigten BVB-Vertreter am Freitag. Klarer Sieger sei es nicht nur wegen des günstigen Preises geworden. Gepunktet habe es unter anderem auch mit dem tiefsten Energieverbrauch und dem innovativen Wartungskonzept von Bombardier. Beschaffungs- und Betriebskosten zusammengenommen, lässt das Bombardier-Tram die Konkurrenz laut der BVB weit hinter sich. Auf die Lebensdauer des Trams gerechnet spare der Kanton Basel-Stadt mit dem Flexity rund 100 Millionen Franken.

Kinderkrankheiten seien beim neuen Tram keine zu erwarten, hiess es weiter. Bombardier sei mit seinen Flexity-Trams Weltmarktführer, über 1000 Züge stünden in 19 Städten bereits im Einsatz. Für Basel wurde das Tram weiterentwickelt - die Kopfform des Niederflur-Trams wurde eigens für Basel designt.

«Wohlfühlraum» für Passagiere

Den Passagieren verspricht Bombardier im Flexity einen eigentlichen «Wohlfühlraum» mit bester Sicht von hinten bis vorne. Grosse Türen sollen rasches Ein- und Aussteigen ermöglichen. Die Trams sollen auch mit Kinderwagen und Rollstühlen leicht zugänglich sein. Noch nicht entschieden ist, ob die neuen Trams mit gepolsterten oder mit Holzsitzen ausgestattet werden sollen. Die BVB wollen nun ein Combino-Tram mit modernen Holzsitzen ausrüsten und unter den Fahrgästen eine Umfrage durchführen. Deren Ergebnis dient dann als Grundlage für den Entscheid.

Hergestellt wird das neue Basler Tram in den Bombardier-Werken Wien und Bautzen. Auch ein Teil der 900 Beschäftigten von Bombardier Schweiz ist in das Projekt involviert. Die beiden ersten Flexity der Vorserie sollen 2013 zur Eröffnung der nach Weil am Rhein verlängerten Tramlinie 8 ausgeliefert werden. Ab 2014 sollen pro Monat zwei neue Züge in Basel eintreffen. (amu/sda)

Erstellt: 11.11.2011, 15:09 Uhr

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57 Kommentare

Bussinger Sebastian

11.11.2011, 16:16 Uhr
Melden 34 Empfehlung

Holzbänke = saubere Sache. Die gepolsterten wirken immer sehr "schmudelig" und man hat das Gefühl, dass sie noch von den Vorgängern schweissgetränkt sind, obwohl die BVB sicher bemüht ist, sie stets zu reinigen. Antworten


Rosa Maria Reith

11.11.2011, 16:13 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Holzbänke fände ich auf jeden Fall hygienischer, leichter zu reinigen und nicht so "gstapplig". Dann müsste ich auch nicht so oft mit den Leuten, die ihre Beine mit angegezogenen Schuhen auf die gegenüberliegenden Sitze legen, über die Verschmutzung diskutieren.
Ausserdem nimmt Holz weniger als Polster Gerüche von übertriebenen Parfumduft, abgestandenem Essen an.
Jedenfalls wäre es zu begrüssen
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