Basel
Die Schweiz hat ein Recht, sich zu wehren»
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 18.09.2011 35 Kommentare
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Vor elf Jahren kam der heute 42-jährige Kongolese Bruno Kalonda als Flüchtling in die Schweiz. Zuerst verbrachte er eine gewisse Zeit in einer Asylunterkunft im Aargau, dann lernte er eine Schweizer Frau kennen, heiratete und bekam mit ihr zwei Kinder. Seither lebt Kalonda in Basel.
Obwohl Kalonda in Kongo Wirtschaft studiert hat, arbeitet er hier als Logistiker in der Zentralwäscherei. Seine Aussichten auf einen anderen Job sind schlecht, teils wegen seiner Hautfarbe und seines afrikanischen Namens, teils weil er zwar ein elegantes Französisch spricht, das Deutsche ihm jedoch Mühe bereitet.
Vor drei Jahren trat Bruno Kalonda in die SVP Basel-Stadt ein. «Mich hat niemand angefragt. Ich meldete mich aus eigenem Antrieb. Ich wollte zeigen, dass nicht alle Afrikaner Kriminelle und Drogendealer sind. Und ich wollte zeigen, dass die Schweiz ein Recht hat, sich zu wehren und ihre Werte zu schützen.»
«Plakate sind pointiert»
Die Reaktionen in seinem Umfeld reichten vom ungläubigen Kopfschütteln bis hin zur offenen Erschütterung. Ein Kongolese, ein Schwarzer, ein Immigrant ausgerechnet in jener Partei, die Grüne und Linke gerne als rassistisch bezeichnen und die von CVP-Politikern in die Nähe der Menschenverachtung gerückt worden ist. Kalonda: «Ich habe von Schweizern nie Rassismus erlebt. Wenn man sich anständig verhält, so sind die Leute ganz freundlich. Es ist doch nur verständlich, dass niemand Kriminelle haben will. Das ist in Kongo nicht anders.»
Kalonda hat keine Mühe mit den SVP-Plakatkampagnen, im Gegenteil: Er unterstützt sie. «Sie sind pointiert und provozieren – die Leute denken dann über ihren Standpunkt nach.» Seine interkulturelle Botschaft ist kurz: Die Leute sollen nach ihrem Denken und ihrem Handeln beurteilt werden und nicht nach dem, was sie zeigen oder welche Hautfarbe sie haben. Es gebe überall schwierige Leute, das sei normal. Deswegen müsse man nicht alle in den gleichen Topf werfen, egal, welche Hautfarbe oder politische Einstellung sie hätten, sagt Kalonda.
In Bezug auf kriminelle Afrikaner und kokaindealende Nigerianer hat Kalonda klare Vorstellungen. Er sagt: «Das Grundproblem ist, dass wir die Leute in den Asylzentren nicht arbeiten lassen. Das habe ich selber erlebt, das ist sehr unbefriedigend, wenn man etwas tun will, aber nicht darf.» Kalonda schlägt vor, dass Asylsuchende Arbeiten verrichten sollen, die schlecht bezahlt sind und die deshalb niemand machen will.
Arbeit hält von Drogenhandel ab
Damit würden zum Beispiel die Nigerianer etwas Geld verdienen und müssten nicht von sieben Franken Nothilfe pro Tag leben. Wenn Asylsuchende arbeiten dürften, sagt Kalonda, würde sich das Risiko reduzieren, dass sie aus Geldmangel mit dem Drogenhandel beginnen. In Sachen Ausschaffung fährt Kalonda die harte SVP-Linie: «Es kann nicht sein, dass ein Land die gleiche Person drei, vier Mal wegen eines Delikts verhaftet und ins Gefängnis steckt, um sie dann wieder laufen lassen zu müssen. Wer als Ausländer kriminell wird, soll gehen.»
Aufgrund seiner ungenügenden Deutschkenntnisse hat Kalonda sich bisher noch nicht in Basel zur Wahl gestellt. Jedoch tritt er diesen November in der Demokratischen Republik Kongo zu den Parlamentswahlen an. Dort steht er auf der Liste der Oppositionspartei «L’engagement pour la citoyenneté et le developpement» (Engagement für Einwohner und Entwicklung).
Bei diesem Engagement spielt die Schweizer Einwanderungspolitik eine Rolle. Bruno Kalonda sagt: «Wenn wir den Menschen in Kongo neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen und ihnen Bildung geben, lässt sich die Massenauswanderung Richtung Europa stoppen.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 18.09.2011, 08:36 Uhr
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35 Kommentare
Wir haben Ausländer (eingebürgerte) die schon 50 Jahre in der Schweiz sind und sehr schlecht Deutsch sprechen! Finde gut das Herr Kalonda so denkt und sich für unsere Werte einsetzt! Asylanten dürften erst nach Abschluss des Asylverfahrens und dem zugesprochenen Bleiberecht arbeiten! Asylanten die kriminell auffallen, gehören eingesperrt und ausgeschaft und das ohne wenn und aber! Antworten
Ein SVP`ler, der weder Hinterwäldler, noch Ausländerhasser ist und dazu noch von schwarzer Hautfarbe! Das wird wohl in einigen einfachen Weltbilder nicht so recht hineinpassen... Dabei ist man als SVP`ler doch automatisch ein gemeiner, hinterwäldlerischer, kleingeistiger Rassist wie uns gewisse Parteien immer weismachen wollen? Antworten
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