Basel

Die Sozialhilfequote ist weiter angestiegen

Von Raphael Suter. Aktualisiert am 29.08.2012 17 Kommentare

Im Vergleich der Städte-Initiative Sozialpolitik schneidet Basel schlechter ab als Zu?rich.

Sozialhilfequote 2011 in 13 Städten: Basel ist auf dem dritten Platz, aber vor Bern und Zu?rich. Grafik BaZ/rm

Sozialhilfequote 2011 in 13 Städten: Basel ist auf dem dritten Platz, aber vor Bern und Zu?rich. Grafik BaZ/rm

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13 Städte sind für den Kennzahlenbericht Sozialhilfe der Städte-Initiative Sozialpolitik untersucht worden. Über alle Städte hinweg zeigt sich ein leichter Fallanstieg von einem Prozent. Die Sozialhilfequote ist aufgrund des Bevölkerungswachstums im Jahr 2011 praktisch unverändert geblieben.

Im Hinblick auf die Sozialhilfequote, die in Biel mit über elf Prozent mit Abstand am höchsten ist, nimmt Basel eine Spitzenposition ein. «Von den üb­rigen Städten weist Basel die höchste Quote auf (6,3%), gefolgt von den weiteren Zentrumsstädten Bern (5,3%), Zürich (4,8%), Winterthur (4,6%) und St. Gallen (3,9%)», heisst es im Bericht. Dass die Sozialhilfequote von Zürich als der grössten Stadt der Schweiz tiefer liegt als beispielsweise die von Basel, wird mit Erstaunen vermerkt. Im vergangenen Jahr ist die Sozialhilfequote in Zürich von 5 auf 4,8 Prozent zurückgegangen, während sie in Basel von 6 auf 6,3 Prozent angestiegenist. Auch bei den Fallzahlen verzeichnet Basel – anders als Zürich – einen Anstieg.

Höchster Ausländeranteil

Mit über acht Prozent ist die Sozialhilfequote bei den Ausländerinnen und Ausländern fast doppelt so hoch wie bei den Schweizerinnen und Schweizern. Damit bildet Basel laut Bericht keine Ausnahme: «In den meisten Städten ist die Sozialhilfequote für Personen mit ausländischer Nationalität gar mehr als doppelt so hoch wie für die Einheimischen.» Mit Blick auf den Aus­länderanteil nimmt Basel wieder mal den Topplatz unter den grossen Schweizer Städten ein. Hier beträgt der Anteil (2011) 34,1 Prozent, in Zürich liegt er bei 30,5 Prozent und in Bern, Winterthur sowie Luzern jeweils knapp über 23 Prozent.

Wieso steht Basel im Städtevergleich punkto Sozialhilfe so schlecht da? Die Leiterin der Basler Sozialhilfe, Nicole Wagner, nennt dafür verschiedene Faktoren. «In Basel ist die Wohnsituation anders als in Zürich, wo wegen der hohen Mieten kaum Sozialhilfeempfänger hinziehen. Diese verteilen sich auf die Agglomeration.» Auch die Arbeitssituation sei in Basel eine andere als in Zürich. «Bei uns werden vor allem mittel bis hoch qualifizierte Arbeitskräfte gesucht. Leute ohne oder mit schlechter Ausbildung haben es schwer, eine Arbeitsstelle zu finden», erklärt Wagner. Schliesslich sei die stagnierende Bevölkerungszunahme in Basel ein ­weiterer Faktor für die hohe Sozialhilfequote. Zürich wachse schneller, was zu einer Senkung der Quote führe.

Die Leiterin der Basler Sozialhilfe betont, dass sehr viel unternommen werde, um die Sozialhilfequote zu senken: «Vor allem bei der Jugendarbeitslosigkeit können wir einige Erfolge ­vorweisen.» Solange sich jedoch der Arbeitsmarkt für schlechter ausgebildete Arbeitskräfte in Basel nicht ändere oder ein grösserer Bevölkerungszuwachs eintrete, werde sich die derzeitige ­Sozialhilfequote in Basel nicht grundlegend verändern, meint Nicole Wagner. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.08.2012, 17:52 Uhr

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17 Kommentare

Jon Murxerer

29.08.2012, 18:12 Uhr
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Biel mit seinen 11,4% das ist äusserst bedenklich! Aber dafür ist die Stadt Biel auch dunkel rot, links.
Mich würde es interressieren, ob in links regierten oder bürgerlich regierten Städten mehr sozialhilfe Fälle vorhanden sind. Das würde ziemlich viel über die Fähigkeit zu regieren von links oder bürgerlich aus sagen. Vermutlich gibt's in linken Städten mehr Sozialfälle !
Antworten


Paul Meyer

29.08.2012, 20:06 Uhr
Melden 48 Empfehlung 0

Dass Basel in den vorderen Rängen steht, wundert mich nicht. Einige Gründe dafür: "Grosszügige" Vergabepraxis (Gutmenschen am Werk), hoher Ausländeranteil (beruflich schlecht Qualifizierte), immer noch (zu) hohe Steuern für den Mittelstand (Abwanderung ins Baselbiet und vor allem in die Kantone AG (Fricktal) und SO (Schwarzbubenland, Leimental) - alles in allem sehr wohl eine Folge von Rot-Grün. Antworten



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