Basel

«Die Unfallstelle sah furchtbar aus»

Von Lukas Bertschmann. Aktualisiert am 10.08.2012 18 Kommentare

Der Raser, der sich nach einem Rennen auf der Dreirosenbrücke überschlug, ist ein Pizza-Kurier. Ein Arbeitskollege schildert baz.ch die Sicht des Bruchpiloten.

Bild der Zerstörung: Nach der rücksichtslosen Raserei war der Pizza-Kurier in die Fussgänger-Anschrankung bei der Tramhaltestelle «Dreirosen» geknallt.

Bild der Zerstörung: Nach der rücksichtslosen Raserei war der Pizza-Kurier in die Fussgänger-Anschrankung bei der Tramhaltestelle «Dreirosen» geknallt.
Bild: Polizei BS

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Am Donnerstagabend ereignete sich ein heftiger Raser-Unfall auf der Dreirosenbrücke, bei dem wie durch ein Wunder keine Passanten verletzt wurden. Der Smart des Pizza-Kuriers lieferte sich zuvor mit einem BWM ein Rennen, das mit Überschlag und Totalschaden endete. Baz.ch-Leser sind empört über den Vorfall. Sie fordern lebenslänglichen Führerausweisentzug für Verkehrsteilnehmer, die sich derart krasse Vergehen leisten.

Beim Familienbetrieb ist man geschockt

Der 22-jährige Kurierfahrer eines Grossbasler Familienbetriebs mit Quartierladen und Pizzabude, nennen wir ihn Jamal*, war einer der Beteiligten des spektakulären Raserunfalls – der von ihm gelenkte Smart erlitt dabei Totalschaden. «Nach etwa einer Viertelstunde war ich an der Unfallstelle – es sah furchtbar aus», erzählt Sinan*, Spross des Familienbetriebs und Arbeitskollege des gleichaltrigen Bruchpiloten. Er zeigt sich unglaublich froh, das an der Tramhaltestelle niemand verletzt wurde und dass Jamal mit nur ein paar Prellungen davon kam. Jamal sei eigentlich ein ruhiger Mensch. Zumal er laut Sinan erst seit zwei Wochen im Betrieb arbeite und noch in der Probezeit sei. «Er hat auch schon Bussen wegen zu schnellem Fahren bekommen und wollte eigentlich nicht mehr rasen», nimmt ihn der Pizzaiolo noch in Schutz.

Raserei Richtung Kleinbasel

Es habe harmlos begonnen, gestern nach 21 Uhr: Jamal habe erzählt, dass ihm zu Beginn Dreirosenbrücke das BMW-Cabrio mit lauter Musik sehr dicht aufgefahren sei. Er habe den BMW mit BL-Kennzeichen passieren lassen. Die zwei um die 20 Jahre alten Insassen seien aber auf gleicher Höhe geblieben und hätten provoziert und gelacht.

Nach Polizeiangaben waren die beiden Autos stark beschleunigend und einander schikanierend über die Brücke gerast. Auf Kleinbasler Seite war dann der Smart mit Jamal am Steuer so heftig in das Fussgänger-Geländer geknallt, dass er sich überschlug. Wie schnell die Raser unterwegs waren, konnte das Sicherheitsdepartement auf Anfrage nicht sagen. Auf einer Polizei-Aufnahme ist die Wucht des Aufpralls aber zu erahnen: Die Eisenstangen des Geländers waren eingeknickt wie Streichhölzer und Scherben sowie Trümmerteile waren in weitem Umkreis über die ganze Strasse verteilt.

Bei Rot durchgerast

«Nach dem Unfall ist der BMW mit Vollgas über die rote Ampel gerast», so Sinan, der mit Jamal noch kurz an Ort und Stelle reden konnte. Dieser wurde von der Sanität ins Spital gebracht und sei im Anschluss erneut zur Haltestelle «Dreirosen» gefahren worden, um der Polizei seine Aussage abzulegen.

«Braucht du einen weissen Parkplatz?», wird Sinan von seinem Kollegen gefragt. «Nein, wir haben kein Auto mehr hier», antwortet er etwas niedergeschlagen. Seit Juni sei dies schon das zweite Auto gewesen, das kaputt ging. Mehr will er aber zum damaligen Vorfall nicht erzählen.

*Namen der Redaktion bekannt (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.08.2012, 16:10 Uhr

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18 Kommentare

Ben Hohlfeldt

10.08.2012, 23:14 Uhr
Melden 80 Empfehlung 0

Ich finde auch b e i d e n Autolenkern, sofern man den BMW noch eruieren kann
muss das Billet auf Lebenszeit entzogen werden. Es geht nicht nur um das eigene
Leben sondern vor allem um jenes welche evtl. an der Tramhaltestelle gewartet
hätte. VORSICHT IST DIE MUTTER DER PORZELLANKISTE und einmal muss
so durchgegriffen werden dass sich andere gut überlegen
Antworten


Paul Meyer

10.08.2012, 23:37 Uhr
Melden 49 Empfehlung 0

Der Pizza-Bäckerei, die offenbar durch unvorsichtige bzw. rücksichtslose Fahrer in kurzer Zeit zwei Autos zu Schrott fahren liess, wäre zu wünschen, dass sie ihre Chauffeure endlich sorgfältig aussucht - wer Leute wie die Beteiligten als Fahrer einsetzt, handelt fahrlässig bzw. ist zur Verantwortung zu ziehen, wenn passiert, was eben vorgefallen ist. Antworten



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