Basel

Die charmante Alternative zur Bundesfeier

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 31.07.2012 1 Kommentar

Mit der Eröffnung der Marina Hafenbar fällt heute auf der Klybeckinsel der Startschuss zur gastrokulturellen Zwischennutzung am Kleinhüninger Rheinufer. Neben Drinks und Sound gibt es eine imposante Kraterlandschaft zu besichtigen.

1/28 Bereit für die Marina-Eröffnung: Falafel-Stand und Gastro-Wagen stehen, Boule-Bahn und Töggelikasten kommen noch. «Die Leute dürfen ruhig sehen, dass noch nicht alles fertig ist», findet Marina-Betreiberin Caroline Rouine.
Bild: Joël Gernet

   

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Wer Menschenmassen und laute Böller scheut, ist heute Abend auf der Klybeckinsel bei Kleinhüningen gut aufgehoben. «Es wird definitiv kein Feuerwerk geben bei uns», sagt Caroline Rouine von der Hafenbar Marina lachend, «und auch keine Schweizerfahnen». Was natürlich nicht bedeutet, dass das grosse Feuerwerk von hier aus nicht zu sehen ware. Oder dass nicht gefeiert wird auf dem Ex-Esso-Areal am Kleinhüninger Rheinufer. Schliesslich ist die heutige Marina-Eröffnung so etwas wie der – etwas verzögerte – Startschuss zur Zwischennutzung auf der Industriebrache bei der Wiese-Mündung.

Um 16 Uhr wird der Zapfhahn geöffnet. Neben DJ-Sound sind bei den Nachbarn von Neubasel ein Konzert der Sweet N' Tender Hooligans, Container-Dart sowie Grill und Pizzaofen angesagt. Grillware kann übrigens selber mitgebracht werden, auch bei der Marina Hafebar – falls man dort nicht Caroline Rouines beliebter Currywurst-Kreation verfällt.

Ein Skater-Paradies aus Beton

«Du siehst glücklich aus», sagt der Bierlieferant am Vortag der Eröffnung zu Marina-Betreiberin Rouine. Diese lacht zurück. «Ja ich bin happy, happy, happy.» Mit Strohhut und blauweiss gestreiftem Shirt, passt Rouine auch optisch zu ihrer Hafenbar. Ab heute hat sie als erste der dereinst zahlreichen Zwischennutzungsprojekten die behördentliche Betriebsbewilligung. Nicht nur deswegen ist die Gastro-Unternehmerin eine Pionierin auf der Klybeckinsel – ihre Hafenbar war bereits vergangenen Sommer hier. Allein auf weiter Flur. Im Gegensatz zu damals steht der blaue Gastro-Wagen nun nicht direkt am Rheinbord, sondern etwas nach hinten versetzt auf der Ex-Esso-Parzelle. Ein Problem für Rouine? «Gar nicht! In der Mulde hier unten ist es weniger windig, ausserdem sind wir keine Buvette sondern eine Hafenbar – das kann ich auf dieser Brache mit ihrer Weite gut ausleben.»

Und auch die neuen Nachbarn sind Rouines Augen ein grosser Pluspunkt. Während die Container der Kulturprojekte Frame und Neubasel am Tag vor der Bundesfeier noch wie zufällig hingewürfelte Bauklötze wirken, arbeiten die Skateboarder von Port Land in der Nachmittagshitze unter Hochdruck an ihrer 400-Quadratmeter-Anlage. Die Kraterlandschaft lässt erahnen, welches Skater-Paradies aus Beton hier entsteht. «Das gibt so eine geniale Bahn – unglaublich», sagt Rouine und schmiert Sonnencrème auf ihre tätowierten Arme.

Erste Skate-Session im September?

Skateboard-Sprünge bekommen die Marina-Besucher heute aber definitiv noch nicht zu sehen. Bei Bedarf gibts aber gerne eine Baustellenführung, wie Oli Bürgin, Basler Skateboard-Legende und Mitglied des Vereins Port Land, sagt. «Wir sind vor Ort und erklären die Baustelle, wenn es jemanden interessiert.» Dennoch werden die Port-Land-Macher auch heute eher rackern als reden. Schliesslich werden die Werkzeuge am 1. August ruhen müssen.

«Die Zeit rennt an uns vorbei», sagt Bürgin und erklärt, dass viele Beteiligten für dieses Projekt Ferientage opfern. Wenn alles nach Plan verläuft, kann im September die erste Skate-Session auf der brandneuen Port-Land-Anlage stattfinden. Natürlich mit Drinks von der Marina Hafenbar. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.07.2012, 11:12 Uhr

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1 Kommentar

Michael Trümmer

01.08.2012, 12:33 Uhr
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«und auch keine Schweizerfahnen» Als Ausländer muss ich mich für so eine Aussage fremdschämen. Ich erachte es absolut nicht als braun, wenn Schweizer an ihrem Nationalfeiertag ein bisschen (selbstironische) Swissness und lockeren Patriotismus raushängen. Viele Balkanimmigranten zeigen hier mehr Nationalstolz das Jahr durch. Auf Ländlermusik und ernsthaftes Eidgenossentum kann ich aber verzichten. Antworten



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