Basel

Die letzte Ehre für Ernst Beyeler

Mit einer Gedenkfeier im Münster hat Basel am Donnerstag Abschied genommen von Ernst Beyeler. Der Galerist, Kunstsammler und Museumsstifter war vor drei Wochen im Alter von 88 Jahren in seinem Haus in Riehen friedlich eingeschlafen.

1/8 Ernst Beyeler am 16. August 2007, als er der Presse die Ausstellung «Hommage an Ernst und Hildy Beyeler» vorstellte.
Bild: Schmid Roland

   
Das Münster war zum Bersten voll.

Das Münster war zum Bersten voll. (Bild: Keystone)

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Der von Münsterpfarrer Lukas Kundert geleiteten Feier wohnten rund 1000 Menschen bei. Die Landesregierung war durch Bundesrat Moritz Leuenberger vertreten. Auf der Gästeliste mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft waren etwa der Maler und Bildhauer Georg Baselitz, der Architekt Renzo Piano oder EU-Botschafter Michael Reiterer aufgeführt.

Glück für sich und die andern

Der deutsche Kunsthistoriker und frühere Direktor des Centre Georges Pompidou in Paris, Werner Spies, würdigte Ernst Beyeler als grossen Menschen, der in der höchsten Höhe der Kunst leben wollte und leben konnte. Diesen «Berg aus Schönheit und Überwältigung» habe er sich selbst geschaffen.

Beyeler sei es in seinem Wirken um die Suche nach Glück für sich und die andern gegangen, sagte Spies weiter. Bei aller Sachlichkeit und allem Kalkül habe den Verstorbenen eine tiefe, scheue Liebe zum Geheimnisvollen, zum Unerklärlichen umgetrieben.

Im Mittelpunkt für Beyeler stand laut Spies die Meisterschaft, trotz Erfolg und Ruhm ein einfacher, überzeugter Bürger seiner Heimat zu bleiben. In der für ihn so wichtigen Bescheidenheit habe er sich lustvoll, ja geradezu provokant einzurichten gewusst.

In dem für die Fondation Beyeler erstellten Museumsbau von Renzo Piano sieht Spies eine Art architektonisches Selbstporträt des Kunsthändlers und Sammlers. Die Fondation in Riehen führe das vor, was Beyeler auszeichnete: «Unbeirrbaren Einsatz für einen Kanon der Kunst und Nachdenken und Meditation».

«Unermesslicher Schatz»

Die Verdienste des Verstorbenen würdigten auch die Vertreter der Regierungen beider Basel, die zur Gedenkfeier geladen hatten. Beyeler habe Basel, der Region und dem Land einen «unermesslichen Schatz» vermacht, sagte der Basler Regierungspräsident Guy Morin.

Am besten könne Beyeler geehrt werden, indem man seine Leidenschaft für die bildende Kunst weiterlebe. Für den Baselbieter Regierungspräsidenten Urs Wüthrich verdient Beyelers Wirken «grossen Respekt» und «tiefe Dankbarkeit».

Das Vermächtnis des Verstorbenen solle Auftrag und Verpflichtung sein, das Kunstschaffen und die Teilhabe an der Kunst als nicht verhandelbare Existenzgrundlage zu ermöglichen, zu fördern und für die Zukunft zu erhalten.

Engagement für die Natur

Wie die andern Referenten hob Hansjörg Wyss als Präsident der Fondation Beyeler namentlich auch das Engagement des Verstorbenen für die Natur hervor. Für Beyeler, der auch die Stiftung «Kunst für den Tropenwald» gegründet hatte, war die Natur das wichtigste Gut, wichtiger noch als Kunst, Philosphie und Literatur.

Musikalisch umrahmt wurde die Trauerfeier vom Organisten Felix Pachlatko und dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Mario Venzago. Diese spielte unter anderem Ausschnitte aus «Bilder einer Ausstellung» von Modest Mussorgsky. (amu/sda/)

Erstellt: 18.03.2010, 18:01 Uhr

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