Basel
Die letzte Zuflucht für Genussmenschen
Von Michael Bahnerth. Aktualisiert am 18.12.2011 25 Kommentare
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Man kann nicht sagen, dass Thomas Straumann, der Besitzer des Grand Hotel Les Trois Rois, den Salon du Cigare für sich gemacht hat. Nur ein ganz kleines bisschen vielleicht. Räume umgestalten und kreieren ist seine Leidenschaft. Dazu sind zwei Sätze zu sagen. Ruedi Schiesser, der Präsident des «Trois Rois», sagt: «Seit Herr Straumann das Hotel besitzt, ist es um 400 Jahre jünger geworden.» Thomas Straumann sagt: «Baustellen müssen sein.»
Eine hat er jetzt weniger. Vor ein paar Tagen öffnete der Salon du Cigare im Hotel, unten, wo der Weinkeller ist und der Fitnessraum, und wo die beiden Saunas waren. Das heisst, dort, wo die Sauna war, werden heute Zigarren geraucht. Das zeugt von einer grandiosen Ignoranz gegenüber den gegenwärtigen gesellschaftlichen Strömungen, könnte man meinen, aber es ist viel einfacher: «Unsere Gäste rauchen lieber Zigarren, als dass sie in die Sauna gehen», sagt Straumann.
Hot Spot für Hot Shots
Es gibt viel zu sagen über den Salon du Cigare und die angegliederte Nichtraucherbar, die ein bisschen moderner Orient-Express ist, und an deren gewölbter Decke Blattgold matt funkelt. Sogar der Brandmelder, und das gibt einen ungefähren Eindruck von der Generosität des Ganzen, das vom Architekten Christian Lang unter kongenialer Aufsicht von Straumann himself und seiner Gattin gestaltet wurde. Gestern nun war Einrauchen dieser 80 Quadratmeter grossen Preziose mit Rheinblick.Wörter fielen wie: Genusswelt, einzigartig, Wärme, moderne Linienführung, Hot Spot für Hot Shots. Namen von erlesenen Whiskys zogen leicht und schwer zugleich durch diese Zuflucht für Genussmenschen wie der würzige Rauch einer Hoyo de Monterrey, einer der 120 Zigarren im Angebot.
Und ein wenig Wahnsinn gab es auch. «Black Pearl» nennt er sich, ein Cognac von Rémy Martin, «das Glas», so sagt der Chef de Bar Thomas Huhn ehrfurchtsvoll, «weit über 1000 Franken». Eine Flasche so teuer wie ein Ferrari mit ein paar Extras. Aber man kann auch einfach ein Bier bestellen. Per iPad bald. Die stehen auf den Clubtischen. Man tippt da seine Bestellung ein, die an der Bar rauskommt und bereitgestellt wird. Holen muss man die Drinks selbst. Das ist die aktuelle Rechtslage des Rauchverbots.
So ist die Welt; man kriegt den teuersten Cognac der Welt problemlos, aber keinen Service im exklusivsten Raucherparadies Europas. Da sitzt man dann mit iPad und betritt die virtuelle Welt des real existierenden Humidors draussen, tippt auf Zigarren und liest in dieser Enzyklopädie über deren Eigenschaften. Toller Schnickschnack, einzigartig, aber das ist nicht das Wichtigste. Wichtig ist, dass dieser Salon eine Seele hat. Und dass die Welt und ihr drängendes Getöse draussen bleiben. Ab elf Uhr morgens zumindest. (Basler Zeitung)
Erstellt: 18.12.2011, 10:27 Uhr
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25 Kommentare
Ich gratuliere dem Hotel zu dieser Idee! Cigarren sind Kunstwerke, und sie zu geniessen eine alte Kultur, Abgkupfert von Naturvölkern, verfeinert durch die Kreativität der Menschheit. Auch als Nichtraucher mag ich den Zigarrenrauchern dieses Raucherparadies von Herzen gönnen. Antworten
Es ist das auf welches die Welt gewartet hat. Dabei kann man in Ruhe über die nächsten Boni reden und über die herumlungernden und unzufriedenen Arbeitslosen und alten Leute sprechen, sowie über die nächsten Ausflüge mit dem Streamliner auf die Seychellen.
Hauptsache man bleibt unter sich!
Wohl bekomms und ein Prosit der Gemütlichkeit
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

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