Basel
Drohung macht Trams sauberer
Von Philipp Loser. Aktualisiert am 05.05.2009 21 Kommentare
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Sind die Trams und Busse sauberer?
Seit der Ankündigung der BVB, Essen und Trinken im Tram künftig zu büssen, seien die Fahrzeuge viel sauberer. Alleine die Drohung habe gewirkt, heisst es bei den Verkehrsbetrieben. Empfinden Sie Trams und Busse auch als sauberer? das ergebnis der frage von gestern: Macht das Gewerbe genug für Van Gogh?
Ja.
Nein.
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Kürzlich im Elfer, zwischen Schifflände und Unispital: Der Wagenführer hat eben die Türen geschlossen, bimmelt, tuckert los und beisst dann genüsslich in ein Sandwich. Vor dem Hotel Les Trois Rois hält er das Tram an, steigt mampfend aus und stellt eine Weiche.
Wie ist das eigentlich, Frau Jenny, gilt das Ess- und Trinkverbot auch für die Wagenführer? «Im Prinzip ja. An den Haltestellen dürfen sie sich aber verpflegen. Genügend Flüssigkeit ist wichtig für die Konzentration.» Eine Busse für Wagenführer, die zwischen den Stationen essen, sei nicht vorgesehen, sagt BVB-Mediensprecherin Dagmar Jenny. Und korrigiert dann umgehend den Terminus: «Wir verteilen keine Bussen. Das macht die Polizei. Wir erheben einen Unkostenbeitrag oder eine Entschädigung.»
Bisher noch keine Bussen verteilt
Oder, genauer: Die BVB planen, irgendwann zum ersten Mal einen Unkostenbeitrag in der Höhe von 20 Franken zu erheben, wenn ein Kontrolleur einen mampfenden Fahrgast erwischt. Seit der Ankündigung vor zwei Wochen, das Ess- und Trinkverbot in Tram und Bussen mit Geldstrafen zu ahnden, mussten die BVB noch niemanden zur Kasse bitten. «Es gab Diskussionen zwischen Kontrolleuren und Fahrgästen, die aber alle sachlich verliefen und nie eskalierten», sagt Jenny.
Die BVB sind zufrieden mit ihrer Ankündigung, die laut Sprecherin «sehr, sehr viel» bewirkt hat. Es werde in den Trams und Bussen weniger gegessen und getrunken und folglich seien die Fahrzeuge auch sauberer. (Basler Zeitung)
Erstellt: 05.05.2009, 08:46 Uhr
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21 Kommentare
Eigentlich geht es doch nur darum, dass man gewisse Auswüchse in unserer Geslellschaft nicht in den Griff bekommt und man daher die persönlichen Freiheiten mehr und mehr beschneided. Die Lösung: Drohungen und Strafen. Selber bin ich in der Lage, Flüssigkeiten und Essbares in meinen Mund einzuführen ohne zu Sauen, eigentlich möchte ich dies auch in Zukunft tun. Wüsste nicht, wieso nicht. Antworten
Bwahaha, Körperverletzung wegen eines Kebabs. Die olfaktorische Beschmutzung ist offensichtlich und störend, aber was Marco Kreienbühl schreibt ist lächerlich. Wie unten schon erwähnt, nebst Essen zu büssen soll man auch Jugendliche mit ihrer lauten, störenden Handymusik bei der nächsten Station rauswerfen. Ich vergesse immer wieder eigene Melodien deswegen, die ich für neue Songs brauchen könnte. Antworten
Ich finde es eine Zumutung für die Tramchauffeure,wenn sie nebst dem Fahrdienst noch das Tram säubern müssen,wo mehrheitlich Erwachsene das Tram besteigen und man eigentlich sollte erwarten können,dass sie entweder sauber oder gar nicht essen = Eigenverantwortung und nicht darauf warten,dass andere das Problem lösen! Antworten
Bussen bringt nur marginal etwas vergleichbar mit der Autoraserei: in der Stadt wird kontrolliert, geblitzt und gebüsst, und auf den Landstrassen darf frei und meist ungestraft gerast werden. Klare Aufklärung von Seiten BVB/BLT wie das Verbot im Detail funktioniert wäre absolut wünschenswert. Antworten
@Lucas Tschan: Gemäss Staatskundeunterricht möchte ich Ihnen in Erinnerung rufen: Ihr Grundrecht Ernährung hört spätestens dann auf, wenn es zum Beispiel eines meiner Grundrechte tangiert! Ein Döner im Tram essen grenzt bei mir (und das auch wenn dieser nicht tropft) an Hausfriedensbruch oder fahrlässiger Körperverletzung. Im Ernst: Warum muss man oder frau überhaupt im Tram oder Bus essen? Antworten
Das ist prima mit den sauberen Trams, nur sollten die Bussen jetzt auch definitiv eingeführt werden, sonst ist der Effekt so schnell vorbei wie er gekommen ist. Bitte dann gleichzeitig auch das nervende Handygeklingel und die lauten Telefonate unterbinden und büssen! Antworten
Bis jetzt eine gelungene Kampagne, auch ist mir aufgefallen dass die Betriebe mit gutem Beispiel vorangingen. So haben die Wagenführer das Gröbste (Zeitungen usw.) selber entfernt, denn wo es dreckig ist wird noch mehr deponiert. Auch möchte ich eine gute Idee einer Schreiberin in diesem Forum aufgreifen. Aussen am Tram neben dem Oeffnungsknopf Sauberkeitskleber anbringen,diesbringt mehr als innen Antworten
Schöne und saubere Trams wollen wir alle, finde es super! Was hingegen mich irritiert ist halt, das ich kein Apfel mehr essen darf, weil es andere Mitmenschen es verbockt haben, sich richtig zu integrieren, wie beispielsweise, penetrant-riechende Esswaren, sowie Tropfendes zu vermeiden. Also weil andere es nicht gebacken bekommen, müssen andere brav die Regel befolgen... das passt mir nit! Antworten
Her Frein man kann einen Döner auch sauber essen, ohne das Tram zu verschmutzen! Die grosse Stärke des ÖV ist nebst dem breiten Angebot, die Tatsache, dass man sich während der Fahrzeit mit anderen Dingen beschäftigen kann. Musik hören, Lesen, miteinander reden. Warum sollte uns da das Grundrecht auf Ernährung weggenommen werden? Antworten
herr belser, ich gebe ihnen vollkommen rec ht. hier schwadronieren personen, als ob ihre mütter oder wer auch immer am verdursten, verhungern sind. gelten anstand, höflichkeit nicht mehr. natürlich dürfen diese personen weiter trinken, etc.. bvb hat dies doch nie verweigert, es geht vielmehr um auswüchse, regelrechte exesse, fahren sie mit der tram und sagen etwas! sie werden bedroht.ldas realität Antworten
herr basler, es geht doch nicht um eine ältere frau oder das kind, welches durst hat!`es geht um die personen, die glauben, in der tram ihren döner, kebab etc. essen zu müssen. muss dann denn wirklich sein? ich bringe meinen jetzt 9-jahre alten enkel anstand bei.gelten sollte werte nicht mehr. ich glaube, dass keiner verdurstet oder verhungert, wenn er die nächste tram nimmt. Antworten
Morgens wenn ich im 11er sitze gibt es halt immernoch Leute die mit dem Kaffeebecher im Tram sitzen.Aber niemand kontrolliert während den Stosszeiten. Im Sommer sollte man ja viel trinken gemäss Arzt aber im Tram eine Flasche mit Wasser sollte man schon dürfen. Wie wäre es mit einer Durchsage wie bei den Zeitungen eventuell nützt das, ansonsten mal eine Busse würde im extrem Fall nicht schaden. Antworten
Laut dem Bundesgesetz über den Transport im öff. Verkehr, Art. 51 Strafbestimmung: wird auf Antrag mit Busse bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig, nach Absatz 2, litera d: ... Fahrzeuge verunreinigt. Wer also mit Vorsatz das Fahrzeug (em bebbi si drämmli) verschmutzt wird bestraft, resp. der Antrag auf Busse gestellt u. die Strafverfolgung auf kant. Ebene durchgeführt (em bebbi si Schugger) Antworten
Für Bussen fehlt die gesetzliche Grundlage. Also taufen die BVB das Kind in Unkostenbeitrag um. Das ändert an der Sachlage aber nichts. Aber vielleicht machen sie in Zukunft eine freiwillige Kollekte. Dafür bräuchte es nur eine Bewilligung. Es bleibt dabei, Essen und Trinken im Tram ist nicht strafbar, auch für Dante Schuggi-Passagiere nicht. Antworten
Lieber Herr Belser, glauben Sie nicht alles was geschrieben wird und erkundigen Sie sich doch vorerst mal darüber, was eine Busse ist und wer eine Busse ausstellen kann. Auch Schwarzfahrer zahlen keine "Busse". Zudem ist Essen und Trinken nie und nimmer eine mangelnde Sozialkompetenz. Das Verschmutzen von Tram ud Bus hingegen schon. Also bitte klar Unterscheiden. Antworten
Pfeifen im Keller? Nun feiern sich die BVB also und behaupten, die Trams seien sauberer als vor der blödsinnigen Drohung mit einer Geldstrafe. Abgesehen davon, dass dies sich nicht mit meiner Beobachtung trifft, lenken sie erneut davon ab, dass sie grundsätzlich das Falsche bestrafen, nämlich den Konsum statt der Verschmutzung. Philip Losers baz-Kommentar dazu traf ja aufs Auge, aber nützt nichts. Antworten
Wie ist es denn nun, wenn meine Mutter (86-jährig), bei sehr heissen Tagen etwas von ihrem, stets mitgeführten Mineralwasser trinkt, was ihr der Arzt auch unbedingt empfohlen hat, wird sie dann zur Kasse gebeten? Ist ein kleiner Hitzekolaps nicht viel aufwendiger für das Personal der BVB? Antworten
Das ist erfreulich, wird sich aber rasch wieder ändern wenn BVB/BLT nicht ernst machen und die CHF 20.– von den Unbelehrbaren auch wirklich einziehen. Ich finde auch falsch von einem Unkostenbeitrag zu sprechen, eine Busse für ein Fehlverhalten und mangelnde Sozialkompetenz (= Rücksichtslosigkeit) wäre ehrlicher, zudem müssten Wiederholungstäter auch härter angefasst werden. Antworten




Peter Salzmann
Für die Bussenbeführworter, kleine Frage. was könnte man noch alles büssen? Als Bussengegner stören mich da zB das dumme Geschwätz, Körpergerüche, hemmungsloses Niesen, unnötige Handygespräche (99%), usw. Das BVB Geschäft könnte noch hoch rentabel werden, zum Glück ist Velofahrzeit. Antworten