Düngerasche belastet Familengärten

Aktualisiert am 19.03.2010

Die Familiengärten sind nicht mehr belastet als andere Gärten in Ballungszentren, besagt eine neue Studie der Ämter für Umwelt in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Beim Anbau und Verzehr von Gemüse gibt es gemäss der Mitteilung keine Probleme.

Sandro Fiechter

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Praktisch alle Familiengärten können «bedenkenlos» genutzt werden, wie die Umweltämter am Freitag mitteilten. Voraussetzung sei allerdings die Einhaltung verschiedener Empfehlungen, die vorab dem Schutz von Kindern bis vier Jahren dienen. Damit sie keine keine verschmutzte Erde essen, sollten sie nur auf Rasen spielen.

100 Bodenproben

Unter die Lupe genommen wurden jene Familiengärten, in denen die höchsten Bodenbelastungen vermutet wurden. Grundlage bildete dabei ein Prognosemodell der ETH Zürich. Zusätzlich wurden gezielt auch Bodenproben auf Arealen mit Altlastenverdacht entnommen, wie es in der Mitteilung heisst. Auf Schadstoffe untersucht wurden rund 70 Proben aus dem Kanton Basel-Stadt und 30 aus dem Baselbiet. Gefunden wurden insbesondere das Schwermetall Blei und als organischer Schadstoff sogenannte Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

In rund einem Viertel der untersuchten Gärten – also in 25 von 8000 Parzellen in der Region – mussten die Fachleute aufgrund der vorgefundenen Schadstoffspuren abklären, ob für die Benutzerinnen und Benutzer eine Gefährdung ausgeht. Dies war nur in einem einzigen Fall so. Gemäss dem Verband der Freizeitgärtner erfolgte dort während Jahrzehnte eine falsche Dünungsstrategie. Der Garten liegt in Allschwil und wird nun saniert.

Beim Anbau und Verzehr von Gemüse gibt es gemäss der Mitteilung keine Probleme, selbst wenn sich jemand ausschliesslich von solchem Gartengemüse ernähren würde, hiess es beim AUE Basel-Stadt auf Anfrage von baz.ch. Allerdings raten die Umweltämter, zum Schutz der Böden biologisch zu gärtnern sowie keine Asche als Dünger zu verwenden, weil diese PAK enthält.

Biologisch gärtnern Pflicht seit 1994

In der Region Basel gibt es rund 100 Familiengartenareale mit zirka 8000 einzelnen Gärten. Sie belegen eine Fläche von insgesamt zwei Quadratkilometern. Einzelne Familiengartenareale bestehen seit mehr als 80 Jahren.

Seit 1994 müssen die Pächter von Familiengärten nach biologischen Grundsätzen gärtnern. Um für den Schadstoffeintrag in den Boden mittels Asche zu sensibilsieren, starten die Stadtgärtnerei Basel-Stadt und der Verein der Familiengärten jeweils eine eigene Sensibilisierungs-Aktion. (hws/amu/sda)

Erstellt: 19.03.2010, 17:00 Uhr

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