Basel

Ein Leuchtturm im Hafen soll Touristen anziehen

Der Basler Rheinhafen soll ein neues Wahrzeichen erhalten. Hafendirektor Hans-Peter Hadorn ist dem Projekt gegenüber nicht abgeneigt. Er fordert jedoch Geduld.

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Soll im Hafen ein Leuchtturm stehen?

Louis Conzett hegt schon seit Längerem die Idee, im Rheinhafen einen Leuchturm zu errichten. Jetzt soll die «Königin von Basel» das Restaurant Dreiländereck ersetzen. Gefällt Ihnen diese Idee?

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Die ersten Pläne für die «Königin von Basel» sind gut drei Jahre alt. Louis Conzett, Kapitän zur See, Erfinder eines Hochwasserschutzkissens für Gebäude und ehemals Betreiber eines Seefahrtzentrums im Kleinhüninger Hafenbecken I, hat sie initiiert. Das Basler Architekturbüro Himmelsbach Gardani hat das Projekt entworfen, eine Machbarkeitsstudie erstellt und selbst den nahen Flughafen um eine Unbedenklichkeitszusage angefragt: 51 Meter hoch soll das zylindrische Gebäude werden, elf Stockwerke insgesamt. Die vordere, gläserne Silhouette ist gestaltet wie eine Leuchtturmlinse und eine solche Linse samt funktionierendem Leuchtfeuer soll auch den Abschluss des Turmes bilden. Damit der Leuchtstrahl insbesondere nicht in die Stadt hineinblendet, schirmt eine Art Kragen das Licht ab. Daraus ist der Name des Projektes abgeleitet: Königin von Basel.

Neuer Standort

Conzett sagt, er habe die Finanzierung des elf Millionen Franken teuren Projektes über Investoren zumindest teilweise gesichert. Mit dem Leuchtturm, so sagt er, liesse sich eine echte Touristenattraktion schaffen. Es gäbe einen eigentlichen Leuchtturmtourismus, bei dem Gruppen von Wahrzeichen zu Wahrzeichen pilgern. Empfangen würden sie in Basel in der obersten Etage, in der ein Restaurant untergebracht werden soll.

In den bisherigen Projektstudien stand der Turm im Rhein, beim Yachthafen, leicht unterhalb der Wiesemündung, betretbar über eine Brücke. Doch seit der jüngsten Ankündigung der Basler Regierung, sie wolle einen Verkauf des Restaurants Dreiländereck prüfen, steht der prominentere Standort im Mittelpunkt. Das Restaurant, das einst sieben Millionen Franken gekostet hat und seither Löcher in die Kassen der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft (BPG) reisst, soll nach den Vorstellungen von Conzett abgerissen und durch den Turm ersetzt werden.

Auf der Linie des Richtplanes

Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen, zeigt sich grundsätzlich angetan von einem Projekt, das den Hafen aufwerte. Die Idee liege in etwa auf der Linie des Basler Richtplanes, den die Regierung Anfang Jahr verabschiedet hatte. Schliesslich soll im Gebiet des Rheinhafens die «bereits eingesetzte Entwicklung mit Gastronomie- und Kulturbetrieben» gestärkt werden. Für Hadorn ist das Projekt aber verfrüht. Zwar ist im Richtplan eine Fussgänger- und Fahrradverbindung von der Dreirosenbrücke durch den Klybeck-Hafen über das Westquai bis zur Grenze nach Weil aufgeführt. Damit wäre der Turm touristisch erschlossen. Doch diese Verbindung kommt erst mittel- bis langfristig. Zudem wird das Westquai, auf dem der Turm stehen soll, «in Richtung eines urbanen Stadtteils transformiert». Als Perspektive ist die Zeit nach 2030 gedacht.

Auf ganz so lange will Hadorn nicht vertrösten. Noch in diesem Jahr werde für das Gebiet eine Testplanung durchgeführt. Dann sehe man weiter. Darauf mag Conzett nicht warten: «Wenn man uns das «Dreiländereck» verkauft, dann legen wir los.» Dafür sei aber die BPG zuständig, sagt Hadorn. Diese ist jedoch zuerst Thema des Grossen Rates, dem ein Ratschlag der Regierung vorliegt, wonach die BPG nach der missglückten Privatisierung langfristig im Staatsbesitz bleiben und die jährliche Subvention von 260'000 auf 470'000 Franken erhöht werden soll. Conzett würde die BPG am liebsten in sein Projekt einbinden und aus Schifffahrt und Leuchtturm ein Tourismuspaket schnüren. Er sei bereit, den Schiffsbetrieb ohne Subventionen zu gewährleisten und habe einen Franken für die BPG geboten. Die Regierung hatte abgelehnt. Was der Kanton für das weitgehend abgeschriebene Restaurant Dreiländereck will, weiss Conzett noch nicht. (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.05.2009, 11:03 Uhr

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12 Kommentare

Dieter Wundrig

26.05.2009, 13:43 Uhr
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Ob mit einem Leuchtturm den Baslern ein Licht aufgehen wird?Ich glaube kaum, fährt man deswegen nach Basel?So etwas schaut man sich doch an irgendeiner Küste an.Man sollte mal endlich eine zusammenhängende attraktive Fussgängerzone gestalten,wo es auch am Sonntag noch lebhaft und kostengünstig ist. Weshalb fährt man wohl ins Elsass und nach Deutschland? Eine Träumerei für den serbelnden Hafen! Antworten


Gerry Moser

26.05.2009, 10:45 Uhr
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Ohne aufwertung/umnutzung der umgebung wird es wohl auch ein leuchtturm am jetzigen standorts des restaurants schwer haben. Aber da fehlt es gewaltig an wille. Man will einfach keine veränderungen. Leider sind die meisten Basler restlos glücklich mit drei tagen fasnacht und einem schlechten FCB. Für was brauchts ein leuchtturm, casino. calatrava-brücke, multiplex etc. Antworten


Marco Lardi

25.05.2009, 17:25 Uhr
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Wäre sicher eine coole Sache, gut ist, wenn man den ganzen Hafen ein wenig aufwertet. Mit Vrgnügungsmeile etc. Dann könnte man auch das Restaurant wieder beleben und die Partygänger kämen sicher auf ihre Kosten. Antworten


Richard Bürgi

25.05.2009, 13:25 Uhr
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Grundsätzlich gefällt mir der Gedanke eines Leuchtturms im Rheinhafen. Doch ist das Dreiländereck mit seinem Triregio-Symbol als Rakete schweizweit ein bekanntes Ausflugsziel geworden, das es zu erhalten gilt. Den letzten Satz im obgenannten Artikel über das "weitgehend abgeschriebene Restaurant Dreiländereck" kann ich nicht begreifen. Spannende Architektur und früher ein gutes Restaurant ! Antworten


Daniel Thiriet

25.05.2009, 08:43 Uhr
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Mit Wehmut denke ich an das Projekt der Dreiländer-Ring-Brücke vom Architekten Blumer zurück, die damals vor etwa 11 Jahren vom Basler Baudepartement bekämpft und gebodigt wurde mit der Begründung: Passt nicht zum Stadtbild (im Hafen!!!). - Jetzt hoffe ich auf dieselben Beamten, die den geplanten, völlig unnützen Baumstrunk von einem Leuchtturm ebenfalls "des Stadtbildes wegen" erledigen! Antworten


Monika Chiquet

24.05.2009, 11:59 Uhr
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Endlich mal eine gute Idee für unsere recht langweilige Stadt, wir haben einfach zuwenig Attraktives hier, wir brauchen dringend etwas was Touristen anzieht und unserer Stadt Leben einhaucht sonst verkommen wir noch zu einem Schlafdorf das wäre schade um unsere sehr schöne Stadt am Rheinknie. Antworten


Kurt Kamber

24.05.2009, 11:22 Uhr
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Eine Senk-Brücke für Velo und Fussgäger über das Hafenbecken wäre gescheiter ! Man könnten dan den einen Brücken-Kopf immer noch als Leucht-Turm ausbauen. Und die Brücke könnte man mit Wasser fluten und auspumpen betreiben. Antworten


Ronnie König

23.05.2009, 16:51 Uhr
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Einen Leuchtturm für diesen Hafen? Nun, wenn das etwas bringt, warum nicht. Heute lässt sich ja bald alles verkaufen. Antworten


Martin Wermelinger

23.05.2009, 14:30 Uhr
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Viel zu wenig hoch! Das Ultra Brag Silo ist ja schon über 80 Meter. Antworten


Alfred Christen

23.05.2009, 11:48 Uhr
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Die Idee ein solches Projekt zu verwirklichen mit einem Drehrestaurant zuoberst wäre für Basel mehr als eine Attraktion. Wir haben es schliesslich nicht fertiggebracht auf der Chrischona einen solchen Aussichtspunkt auszuführen. Ich hoffe, dass es nicht wieder Leute gibt, die dagegen opponieren. Antworten


Hanspeter Estermann

23.05.2009, 09:31 Uhr
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Das finde ich eine sehr originelle Idee.Aber ohne Mantelnutzung sicher illusorisch.Deshalb meine Zusatzidee. Könnte man das ehemalige Museum "Weg zum Meer" nach neuesten Museumkriterien gestaltet- integrieren.? Ebenfalls hätte es für uns ehemalige Seeleute Platz für einen bescheidenen Seemannsclub für Jedermann. Basel hat genug >Schikimikilokale Antworten


Hugo Reichmuth

23.05.2009, 09:04 Uhr
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Finde ich eine gute Idee. Im Moment ist das Hafengebiet ein No Man's Land, das einige Impulse vertragen würde. Es gibt einige spannende Projekte für die Hafengegend. Wäre toll, wenn man diese Einöde verschönert - wenn dabei auch für die Jungen etwas rausspringt, Mit der Überbauung der Erlenmatt sind Freiräume wieder selten geworden in Basel. Antworten



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