Basel

Ein offenes Ohr für Fussballer

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 25.09.2009 2 Kommentare

Basel-Stadt will der Gewalt auf Fussballplätzen mit einer neuen Anlaufstelle für Fussballer, Clubfunktionäre und Angehörige der Sportler entgegenwirken. Bianca Jasmund (48) tritt ihre Stelle am 1. Oktober an.

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Kann Zoffstopp Gewalt eindämmen?

Der Kanton Basel-Stadt und der Fussballverband Nordwestschweiz lancieren «Zoffstopp» – eine Anlaufstelle für Fussballer. Kann diese Massnahme Gewalt auf den Fussballplätzen eindämmen?

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Es ist für Basel eine Premiere. Der Kanton finanziert einem Sportverband eine 50-Prozent-Stelle. «Das ist ungewöhnlich», sagt Erziehungsdirektor Christoph Eymann (LDP), «es ist aber wichtig, dass wir im Kanton eine gute Struktur haben, um Gewalt auf und neben den Fussballplätzen zu bekämpfen.» Konkret geht es darum, dass der Kanton eine Fussball-Sozialarbeiterin erhält. Bianca Jasmund (48) tritt ihre Aufgabe am 1. Oktober an. Die frühere Juniorentrainerin arbeitet bereits seit 2004 für den Fussballverband Nordwestschweiz, ist somit in der regionalen Szene vernetzt.

Ihre Stelle beim Verband wird nun – dank der 45'000 Franken aus der Staatskasse – auf 100 Prozent aufgestockt. Jasmund will eine niederschwellige Anlaufstelle für Fussballer, Funktionäre und Angehörige der Kicker sein. Sie soll zu Gewalt, Drogen, Rassismus oder Doping Rat geben und Fachadressen vermitteln. «Ich warte aber nicht nur am Telefon, bis mich ein Hilfesuchender anruft. Ich gehe auch auf regionalen Fussballplätzen aktiv auf die Leute zu, um über ihre Probleme zu sprechen», sagt Jasmund.

Gute Kooperation

Diese neue Massnahme gegen Gewalt auf dem Fussballplatz nennt sich «Zoffstopp». Sie ergänzt das seit vorigem Jahr laufende Bonus-Malus-System des Erziehungsdepartements und des Fussballverbands. Bei diesem System erhalten Vereine je nach Stand in der Fairness-Rangliste mehr oder weniger Subventionen für ihre Junioren.

Zoffstopp ist ein Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Kanton und dem Fussballverband bei der Gewaltbekämpfung gut funktioniert. Entwickelt wurde das Projekt von einer vierköpfigen Arbeitsgruppe mit Roland Paolucci (Verbandspräsident), Sandro Penta (Nachwuchskoordinator des Kantons), Peter Howald (Leiter Sportamt) und Peter Knäbel (ehemaliger Nachwuchschef FC Basel).

Knäbel, der mittlerweile technischer Direktor des Schweizerischen Fussballverbandes ist, verspricht sich viel von Zoffstopp. «Die gesellschaftliche Bedeutung des Fussballs ist derart immens, dass wir die ehrenamtlichen Mitarbeiter und die Vereine mit den Problemen im Sport nicht alleinlassen dürfen», sagt er. Mit der Lancierung von Zoffstopp sind die Bemühungen zur Gewaltprävention nicht abgeschlossen. Die Arbeitsgruppe bleibt bestehen. In nächster Zeit soll vor allem die Ausbildung der Trainer und Schiedsrichter verbessert werden. (Basler Zeitung)

Erstellt: 25.09.2009, 08:27 Uhr

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2 Kommentare

Tim Thommen

25.09.2009, 08:53 Uhr
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Seh' den Sinn nicht ganz... 1 Frau auf 10'000 (+) Fussballer? Und wofür soll ich zu ihr?? - Die Fairness-Rangliste funktioniert! Ein Trainer kann "einen Stop des Zoffs" besser beeinflussen; also subventioniert lieber deren Weiterbildung in den genannten Bereichen (Gewalt, Drogen, etc.) Antworten


Klaus Karlen

25.09.2009, 13:15 Uhr
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Wenn jeder aktiver Hobbyfussballer mit Anstand und Fairness spielen würde, bräuchte der Staat die Mittel hierfür nicht einsetzen. Die Mittel wären besser z.B. bei der Milderung der Langzeitarbeitslosigkeit aufgehoben. Antworten



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