Ein ungebetener Gast bei der AfD

Der Basler Grossrat Eric Weber feiert in Deutschland bei der AfD deren Wahlsieg. Kurz darauf wurde er von der Partei aus dem Saal geworfen.

«Basel ist für mich politisch zu eng.» Eric Weber mit Schweissflecken in Jubelpose bei der AfD.

«Basel ist für mich politisch zu eng.» Eric Weber mit Schweissflecken in Jubelpose bei der AfD. Bild: Keystone

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Eric Weber in vollendeter Siegerpose beim Ersten Deutschen Fernsehen (ARD): An vorderster Front jubelte er im königsblauen Fan-Shirt an der Wahlsiegveranstaltung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen. Die Flecken unter den Armen beweisen: Er hat mitgeschwitzt mit der AfD, deren Parteimitglied er nach eigenen Angaben ist.

Webers «one second of fame» bei der ARD war aber alles andere als geplant und gewollt – zumindest nicht von deutscher Seite. «Herr Weber passt weder persönlich noch inhaltlich zum Profil der AfD», erklärt Stefan Möller vom Kreisverband Mittelthüringen, wo die Feier stattgefunden hat. Nachdem man seine Identität geklärt hatte, habe man ihn gebeten, die Veranstaltung zu verlassen, was Weber auch getan habe.

Auf Jobsuche in Deutschland

Von einem Verweis will Weber dagegen nichts wissen, er sei lediglich gebeten worden, sich im Hintergrund zu halten. An der Veranstaltung war er aus privaten und beruflichen Interessen, suche er doch neue Berater-Mandate: «Basel ist für mich politisch zu eng und zu wenig. Daher schwärme ich gerne aus, als politischer Berater.» Bereits im Frühjahr hat Weber sich als ehrenamtlicher Helfer bei Bernd Kölmels (AfD) Wahlkampf für dessen geglückten Einzug ins Europaparlament engagiert, Flyer verteilt und Vorschläge für Pressetexte erarbeitet. Im Arbeitszeugnis steht: «Besonders angenehm war Ihr freundliches Auftreten.»

Bei der AfD herrscht Uneinigkeit: Während Kölmels Sprecher Weber als fleissigen Ehrenamtler und Parteimitglied betitelt, kommt aus Thüringen die klare Botschaft: «Herr Weber ist kein Mitglied der Partei.» Eingeladen an die Veranstaltung habe man ihn erst recht nicht. Weber kokettiert mit einer schriftlichen Einladung, «aber diese behalte ich für mich». (Basler Zeitung)

(Erstellt: 16.09.2014, 13:54 Uhr)

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Basel wird nicht umbenannt

«Kann Basel in Eric-Weber-Stadt um­benannt werden?», betitelte der gleichnamige Grossrat einen seiner Vorstösse im Parlament, um sogleich zu ­versichern: «Bitte nicht lachen. Diese Anfrage ist völlig ernst gemeint und kein Hirn­gespinst eines politisch Verrannten.» Immerhin, so Weber weiter, sei die sächsische Stadt Chemnitz, aus der seine Mutter stamme, während der DDR-Zeit auch in Karl-Marx-Stadt umbenannt worden. Anschliessend führt er aus, worin die Vorteile liegen würden, und fragt, wie viele Unterschriften er dafür sammeln müsste.

Für die gewohnt sachliche Prüfung der Anfrage musste die Verwaltung fast die ganze Frist von drei Monaten ausschöpfen. Immerhin wäre mit einer ­solchen Umbenennung eine Reihe von Veränderungen verbunden, man denke etwa an die Eric-Weber-Läckerli oder den Aufwand der Muttenzerkurve, wenn die Fangesänge auf den FCEW angepasst werden müssten. Die letzt­liche Antwort der Verwaltung in voller Länge: «Wir raten davon ab.» hys

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