Basel

Eine Kleinbasler Bieridee

Von Ralph Schindel. Aktualisiert am 26.01.2011 4 Kommentare

Die Brauerei Fischerstube stösst an ihre Kapazitätsgrenze. Um mehr Platz im Stammhaus zu haben, wechselt nun die Abfüllanlage den Standort.

Lange Leitung: Gestern wurden die Rohre unter den Boden gebracht.

Lange Leitung: Gestern wurden die Rohre unter den Boden gebracht.
Bild: Roland Schmid

Erfolg ist schön, kann aber auch zu Problemen führen. Die Brauerei Fischerstube hat im vergangenen Jahr 2500 Hektoliter Bier produziert und leidet seit einiger Zeit an Raumknappheit. «Wir sind seit Jahren auf der Suche nach einer Lösung», sagte Geschäftsführerin Anita Treml gestern vor den Medien. «Wir mussten Lagerräume im Grossbasel zumieten.» Klar war für die Verantwortlichen, dass an der Rheingasse im Kleinbasel nicht nur eine Schaubrauerei stehen soll. «Es war ein strategischer Entscheid, dass die Brauerei an der Rheingasse bleibt», sagte Treml.

Der Ausbau in den Altstadtliegenschaften mit den Restaurants Linde und Fischerstube wäre aber nur sehr beschränkt möglich und mit erheblichen Kosten verbunden gewesen. Einerseits sind unter der Liegenschaft bei einer früheren Renovation die Überreste des römischen Kastells Robur gefunden worden, andererseits steht im Innenhof eine geschützte Blutbuche.

Höhere Kapazität

Als neue Räume wurden Büros des ehemaligen Warenhauses Jelmoli an der parallel verlaufenden Utengasse gemietet. Damit war das Problem des Transports aber noch nicht gelöst. «Wie kommt das Bier dorthin?», war die Frage. Da die Brauerei den Garten vom Amt für Wirtschaft und Arbeit im Baurecht übernehmen konnte, verlegt sie nun dort ihre Bier-Pipeline. Danach führt die Pipeline entlang der Utengasse, unterquert diese und führt ins Gebäude hinein in den ersten Stock.

Die Tanklager bleiben an der Rheingasse, Fässer und Karaffen werden ab April an der Utengasse abgefüllt. Damit werden die Platzprobleme der Brauerei kleiner. «Wir können unsere Kapazitäten erhöhen und gleichzeitig die Produktionsabläufe in der Brauerei optimieren», sagte Treml. «Die Pipeline ist für uns eine grosse Sache, aber auch eine Kleinbasler Bieridee.»

Frostsichere Leitung

Die Bier-Pipeline ist 127 Meter lang und besteht aus zwei Rohren. Allfällige Bedenken bezüglich Hygiene räumt Treml aus: Die Rohre bestehen aus einem speziellen Kunststoff, der höchsten Ansprüchen der Lebensmittelhygiene genügt, sie können gespült werden, und für den Testlauf wird zuerst Wasser durch die Pipeline fliessen. Christian Huber, Verwaltungsratspräsident der Brauerei Fischerstube AG, beschwichtigte, dass die Rohre in frostsicherer Tiefe verlegt worden seien. «Das Bier wird mit einem halben Meter pro Sekunde fliessen», sagte Huber.

Es handle sich um eine sogenannte laminare Strömung, es entstünden also keine Turbulenzen. Entsprechend werde auch keine Kohlensäure aus dem Gerstensaft entweichen. «Die Rohre sind gängige Praxis in Grossbrauereien», sagte Huber. Zu den Kosten wollte Treml nicht mehr sagen, als dass sich diese im Bereich eines guten Mittelklassewagens bewegen würden. (Basler Zeitung)

Erstellt: 26.01.2011, 11:13 Uhr

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4 Kommentare

Pierre A. Sobol

26.01.2011, 17:40 Uhr
Melden

...und ob an der Fasnacht unterwegs Zapfstellen eingebaut werden? Antworten


Hans Peter Bolliger

26.01.2011, 18:52 Uhr
Melden

Die neue Brau-Kreation: "Beer by underground" Antworten



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