Basel

Eine Million Franken für ein neues Buch

Von Alexander Müller. Aktualisiert am 08.09.2011 26 Kommentare

Für eine Million Franken unterstützt der Basler Regierungsrat ein neues Buch über das Basler Münster. Ein Bestseller wird es aber wohl nicht werden.

Dem stolzen Basler Wahrzeichen soll zum Jubiläum ein teures Buch gewidmet werden.

Dem stolzen Basler Wahrzeichen soll zum Jubiläum ein teures Buch gewidmet werden.
Bild: Margrit Müller

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Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) gibt seit 1927 die Buchreihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» heraus, in der bisher 119 Ausgaben erschienen sind. Pünktlich zum 1000-jährigen Jubiläum des Heinrich-Münsters, dem Vorgängerbau des heutigen Basler Münsters, im Oktober 2019, will die GSK die Buchreihe um eine Ausgabe zum Münster erweitern.

«In den nächsten Jahren wird das Basler Münster von Grund auf wissenschaftlich neu erforscht», erklärt GSK-Vizedirektorin Nina Mekacher, die das Kunstdenkmäler-Projekt leitet. Im Rahmen des Projekts soll unter anderem eine umfassende Archivforschung betrieben werden, die in eine neue historische Einordnung des Münsters mündet. Auch eine umfangreiche kunsthistorische Beschreibung des Basler Wahrzeichens wird im Buch nicht fehlen. «Es wird eine Würdigung und Einordnung der Architektur des Münsters geben sowie Einzelbeschreibungen aller Kunstgegenstände», die zum Münster gehören, sagt Mekacher.

In enger Zusammenarbeit mit der Münsterbauhütte werden teilweise neue Pläne des Bauwerks gezeichnet. Zudem wird das Basler Münster neu fotografiert. Für das Buch sind 500 bis 600 aktuelle und historische Fotos und Abbildungen geplant.

Viele Ausgaben, kaum Einnahmen

Bis 2017 soll ein erstes Manuskript des rund 500 Seiten dicken Werks vorliegen, an dem fünf Autoren, ein wissenschaftlicher Beirat und einige externe Mitarbeiter arbeiten. Dieser Aufwand hat seinen Preis: 1,7 Millionen Schweizer Franken nimmt die GSK für das Projekt in die Hand. Der Löwenanteil der Publikation wird von der Basler Regierung übernommen, die einen Beitrag von einer Million Franken aus dem Swisslos-Fonds gesprochen hat. Der Rest der benötigten Summe stammt aus generellen Beiträgen des Bundes sowie aus eigenen Mittel der GSK, die über rund 4000 Mitglieder verfügt.

Hauptabnehmer des Buchs sind die Mitglieder der Gesellschaft. Mit viel Erlös aus dem freien Verkauf des Buches wird indes nicht gerechnet: Budgetiert sind Einnahmen von 65'000 Franken, was im Rahmen der bisherigen Ausgaben der Buchreihe liegt. Bei einem geplanten Verkaufspreis von 110 Franken wären das nur 590 Bücher, die einen Käufer finden würden.

Nachhaltige Wirkung

Ist eine Million Franken für ein Buch mit Kleinstauflage nicht übertrieben? Beim Swisslos-Fonds, der kürzlich für die hungernden Kinder in Afrika vom Regierungsrat bewilligte 100'000 Franken gespendet hatte, ist man anderer Meinung. «Das Buch wird sicher kein Bestseller. Aber eine umfassende Monografie über das Basler Münster rechtfertig auch einen Beitrag in dieser Höhe», ist die Basler Swisslos-Fonds-Verwalterin Doris Schaub überzeugt. Wichtig sei vor allem die Nachhaltigkeit, erklärt sie die Entscheidungsgrundlage.

Der Fonds schüttet jährlich rund 9 bis 11 Millionen Franken aus Lotteriegeldern aus. Unterstützt werden damit gemeinnützige Institutionen. Schaub bearbeitet jährlich rund 600 Unterstützungsanträge, die nach der Beratung in den Fachdepartementen des Kantons dem Gesamtregierungsrat zur Entscheidung vorgelegt werden. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2011, 14:55 Uhr

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26 Kommentare

Urs Kummer

08.09.2011, 17:02 Uhr
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Ausser der Sicherung des Einkommens einiger weniger Projektbeteiligter, der noch fundierteren Dokumentation eines Gebäudes und einem kaum nachgefragten Werk wird nicht viel übrig bleiben. Es ist daher naheliegend, dass das Geld andernorts wesentlich nachhaltiger eingesetzt werden könnte. Offensichtlich gilt für Lotteriefondsgelder: wie gewonnen so zerronnen!
Ach, was soll ich mich aufregen...
Antworten


Ueli Haller

09.09.2011, 09:35 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Zum Glück wird Kultur nicht demokratisch abgestimmt. Wie das herauskommen würde, sieht man Tag für Tag an der unsäglichen Wettsteinbrücke. Antworten



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