Basel
Eine Woche lang verkohltes Fleisch wegräumen
Aktualisiert am 12.04.2010 1 Kommentar
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Der für die Basler Berufsfeuerwehr beispiellose Löscheinsatz ging am Montagnachmittag formell zu Ende: Die Übergabe des Gebäudes von der Feuerwehr an eine Baufirma zum Leeren war auf 16 Uhr angesetzt, wie Kommandant Roland Bopp auf Anfrage sagte. Unter dem Strich habe der Feuerwehreinsatz mindestens eine halbe Million Franken gekostet.
Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass manche Waren immer noch am Glimmen sind. Vor dem Verladen in Lastwagen, die sie landesweit in Kehrichtverbrennungsanlagen verteilen, würden auch diese Nester noch gelöscht, sagte ein Bell-Sprecher. Insgesamt seien dem Brand rund 4700 Tonnen gekühlt gelagerte Fleischwaren zum Opfer gefallen.
Wiederaufbau oder extern Zumieten
Für die Räumungsarbeiten muss die Fassade des Beton-Kühlhausteils gesichert werden, damit man zusätzliche Zugänge aufbrechen kann. Der zweite ausgebrannte Kühlhaus-Teil - mit Blechfassade - ist leer geräumt. Damit im Betonbau ein Bagger arbeiten kann, müssen nun im Innern alle fünf Geschosse abschnittweise abgestützt werden.
Dass der Beton-Kühlhausteil abgerissen werden muss, steht seit Tagen fest. Noch zu klären ist, ob der andere Gebäudeteil ebenfalls Totalschaden erlitten hat oder statisch noch sicher genug wäre, wie bei der Gebäudeversicherung zu erfahren war. Die Schadensummen an den beiden rund 40-jährigen Gebäuden seien noch nicht beziffert.
Die Firma Bell, deren Tochter Frigo AG der Gebäudekomplex mit insgesamt fünf Kühlhausteilen plus Verwaltungstrakt gehört, hat noch nicht über einen Neubau entschieden: Man prüfe auch externe Miet-Lösungen sorgfältig, sagte ein Sprecher. Die nicht ausgebrannten Gebäudeteile könnten auch alleine betrieben werden.
Funkenflug beim Schweissen
Für die Staatsanwaltschaft stehen laut einem Sprecher als Brandursache weiterhin Schweissarbeiten im Vordergrund. Eine Drittfirma habe eine «kleine Schweissnaht» zwischen den beiden Gebäudeteilen gezogen; der Zusammenhang sei so trotz schwieriger Ermittlungslage mit den Zerstörungen «sehr offensichtlich».
Ein anderer Verdacht ist laut Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht in Sicht. Bei jenen Schweissarbeiten habe es zunächst einmal kurz gebrannt, was man dann sofort gelöscht habe. Danach sei weiter gearbeitet worden, doch plötzlich sei der Brand wieder aufgeflammt und habe in der Folge nicht mehr kontrolliert werden können.
Bell will am Dienstag genauere Informationen zum spektakulären Brandfall publizieren, der am 27. März ausgebrochen war. Das grosse Kühlhaus steht einen Steinwurf vom schweizerisch-französischen Autobahngrenzübergang entfernt. Auch eine Autobahnzufahrt blieb gesperrt. Stinkender Rauch zog tagelang durch nahe Wohnquartiere.
Mehr zum Thema in der Basler Zeitung von Dienstag. (jg/sda)
Erstellt: 12.04.2010, 13:38 Uhr
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