Basel

Einkaufstourismus nimmt weiter zu

Von Peter Schenk. Aktualisiert am 13.08.2011 42 Kommentare

Der Einkaufstourismus in Deutschland nimmt weiter zu. Die Euro-Schwäche treibt Schweizer vor allem nach Südbaden.

Die Schweizer Kunden kommen aus grösseren Entfernungen als früher.

Die Schweizer Kunden kommen aus grösseren Entfernungen als früher.
Bild: Keystone

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Günther Merz, Manager des Rheincenters in Weil Friedlingen, ist zufrieden: «Wir haben seit der Euro-Schwäche mehr Schweizer Kunden. Auffällig ist, dass die Einkaufsbeträge gestiegen sind. Ausserdem interessieren sie sich nicht nur für Lebensmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse, sondern kaufen alles ein – auch Textilien.» Grund dafür seien die Preisunterschiede. So hätten diese bei Hennes & Mauritz oder New Yorker früher 20 Prozent betragen, lägen jetzt aber bei 45 Prozent.

Merz schätzt den Anteil der Schweizer Kunden im Rheincenter auf 50 Prozent. Ingo Haller, Leiter des grossen Marktkauf-Supermarkts im Rheincenter, ist aufgefallen, dass die Schweizer Kunden aus grösseren Entfernungen kommen als früher. «Sie kaufen alles», teilt er die Einschätzung von Merz.

Bei Hieber, der mit mehreren Supermärkten in Grenznähe vertreten ist, macht die Schweizer Kundschaft je nach Laden zwischen 13 und 30 Prozent aus. «Wir stellen seit anderthalb bis zwei Jahren eine regelmässige Zunahme fest. Die Kursentwicklung hat allerdings nicht zu einer extremen Umsatzsteigerung geführt», erläutert Norbert Schoeffel, Geschäftsführer bei Hieber.

25 Prozent mehr grüne Zettel

«Die Schweizer kommen sicherlich auch wegen der Preisunterschiede, aber wenn sie einmal da waren, bleiben sie uns als Stammkunden erhalten», so Schoeffel. Er macht sich keine Sorgen, dass die Schweizer Kunden wegbleiben könnten, falls der Euro-Kurs wieder um zehn Prozent anzieht. Die Zunahme des Einkaufstourismus lässt sich an den grünen Ausfuhrzetteln für die Mehrwertsteuererstattung ablesen. Gegenüber 2010 haben sie beim Hauptzollamt Lörrach im ersten Halbjahr 2011 um 25 Prozent auf 1,7 Millionen zugenommen. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Im Elsass macht sich der starke Franken kaum bemerkbar. Gründe dürften die Sprache und die höheren Preise als in Deutschland sein. Zudem wird die Mehrwertsteuer nicht so unkompliziert wie dort erstattet. Jean-Pierre Massard, Direktor des Supermarktes Match in Huningue, hat keine Zunahme der Schweizer Kunden bemerkt. Ihr Anteil liege bei fünf Prozent. Bei Géant Casino war niemand zu erreichen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 13.08.2011, 08:03 Uhr

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42 Kommentare

Hansueli Zürcher

13.08.2011, 13:32 Uhr
Melden 34 Empfehlung

Wenn ich für ein Computerheft, das in Deutschland 12.95 € kostet und dann in der Schweiz 28.- Franken bezahlen soll, so ist das schleicht und einfach Diebstahl! Die Grosshändler zeigen keine Einsicht und so bleibt nur der Boykott und der Einkauf über der Grenze! Für wie blöde halten diese Händler eigentlich die Konsumenten? Antworten


Pierre A. Sobol

13.08.2011, 17:45 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Faber Castell, ein deutsches Unternehmen empfiehlt einen Artikelpreis von 100 Euro. Der Kaufpreis in der CH ist 174.--!!!!! Im Unwissen hab ich den Artikel in der CH gekauft und erst im Nachhinein die Erkenntnis gewonnen, dass mich Waser über den Tisch zog.
Das GEOSpecial New York kostet in Deutschland 8 Euro. Am CH-Kiost 15.80. Was ist hier falsch. An den Lohnkosten allein kann es kaum liegen.
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