Basel

Engpass bei Pandemie-Masken

Von Nicole Stocker. Aktualisiert am 22.08.2009

Wer diese Woche Schutzmasken kaufen wollte, stand bei den Grossverteilern und manchmal auch in Apotheken und Drogerien vor leeren Regalen. Die Lieferengpässe sollen im September behoben sein.

Rare Ware. Mit der Ausbreitung der Schweinegrippe steigt auch die Nachfrage nach Schutzmasken.

Rare Ware. Mit der Ausbreitung der Schweinegrippe steigt auch die Nachfrage nach Schutzmasken.
Bild: Daniel Desborough

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Im Detailhandel und auch bei den Drogisten zeichnet sich ein Engpass bei den Pandemie-Schutzmasken ab. Erst Mitte September sollen neue Lieferungen eintreffen. Haben Sie bereits Schutzmasken gekauft?

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«Eine Packung hat es noch – das dürften für einige Zeit die letzten Schutzmasken sein», sagt ein Mit-arbeiter in der Coop-Filiale am Aeschenplatz. Beim Konkurrenten Migros klingt es ähnlich. «Die Masken sind schweizweit ausverkauft», informiert eine Verkäuferin am Kundendienst des Migros-Centers an der Aeschenvorstadt. Erst im Herbst würden neue geliefert. Dann, wenn sich die Schweinegrippe möglicherweise schon längst ausgebreitet hat.

Vielerorts ausverkauft

Weniger dramatisch klingt die Situation, wenn Nicolas Schmied, Mediensprecher von Coop, sie schildert. «Die teuren Profimasken sind tatsächlich teilweise vergriffen, bei den einfachen, bekannten Schutzmasken haben wir aber keinen Lieferengpass», so Schmied. «Es kann aber sein, dass sie aufgrund grosser Nachfrage mal vergriffen sind.» Man habe dafür gesorgt, dass genug Schutzmasken an Lager seien und habe weitere Mengen beim Glarner Lieferanten Promedical vorbestellt.

Nicht ganz so positiv klingt es bei der Migros. «Die Masken sind in der ganzen Schweiz praktisch ausverkauft», bestätigt Migros-Sprecherin Monika Weibel. Man habe zwar neue Masken bestellt, stehe als Detailhändler aber hinter medizinischem Personal und Spitälern nur auf Platz drei der Prioritätenliste, auf deren Grundlage entschieden wird, wer wann Masken beziehen kann.

Pro Person 50 Schutzmasken

Die nächste Lieferung dürfte Anfang September bei der Migros eintreffen. Weil die Nachfrage nach Schutzmasken derzeit sehr gross ist, ist der Lagerbestand, den der Detaillist vor einigen Jahren wegen der Vogelgrippe angelegt hat, bis auf ein kleines Kontingent für eigene Mitarbeiter aufgebraucht.

Die Schutzmasken sollten in erster Linie von jenen Menschen getragen werden, die grippeähnliche Symptome aufweisen und trotz Erkrankung das Haus verlassen müssen. Die Masken sollen dabei eine Übertragung der Krankheit auf gesunde Mitmenschen verhindern. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), pro Person 50 Hygienemasken zu besorgen, «um einem möglichen Versorgungsengpass entgegenzuwirken», wie das BAG auf seiner Homepage schreibt. Empfehlungen für bestimmte Modelle hat das Amt nicht veröffentlicht. Noch kann nicht von einem flächendeckenden Engpass gesprochen werden – je nach Entwicklung des Virus in den kommenden Wochen ist es aber möglich, dass ein solcher entstehen könnte.

Neue Lieferungen im September

Denn auch einzelne Drogerien und Apotheken haben bereits Schwierigkeiten, Schutzmasken zu besorgen. Inwiefern das auf die Basler Geschäfte zutrifft, kann Heinrich Gasser, Leiter Medien und Kommunikation beim Schweizerischen Drogistenverband, nicht sagen. Er empfiehlt aber, vor einem Einkauf bei den Drogerien anzurufen und zu fragen, wo noch Schutzmasken erhältlich sind. «Wir leiden unter denselben Lieferengpässen wie die Detaillisten», so Gasser, der neue Lieferungen erst Mitte September erwartet. Kommt es bis dahin nicht zu einer Häufung negativer Meldungen in Bezug auf die Verbreitung der Krankheit, erwartet Gasser keine grösseren Unzufriedenheiten bei den Kunden. Keine Engpässe bestehen derzeit in Bezug auf Sterilium und diverse Hygienesets. (Basler Zeitung)

Erstellt: 22.08.2009, 06:52 Uhr

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