Basel

Entscheid über neues BVB-Tram naht

Von Ralph Schindel. Aktualisiert am 10.10.2011 32 Kommentare

In gute zwei Wochen wissen wir, wer die neuen Basler Trams liefert. Bombardier, Siemens und Stadler Rail buhlen um den Auftrag im dreistelligen Millionenbereich.

Flexity: Bombardier hat mit seinem Fahrzeugtyp einen weltweiten Marktanteil von 37 Prozent.

Flexity: Bombardier hat mit seinem Fahrzeugtyp einen weltweiten Marktanteil von 37 Prozent.

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Am 25. Oktober wollen die Basler Verkehrsbetriebe bekannt geben, für welchen Tramtyp sie sich entschieden haben. Freuen Sie sich auf die neuen Drämli?

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Am 18. April wurden im BVB-Verwaltungsgebäude am Claragraben die Couverts mit den Offerten für neue Trams geöffnet. Die Neuausschreibung wurde nötig, nachdem sich die BVB unter viel Getöse aus der gemeinsamen Beschaffung zusammen mit der BLT AG zurückgezogen hatte. Mit dem von der BLT favorisierten Tango-Tram der Stadler Rail mochte man sich in der Stadt nicht anfreunden. Eine Kundenbefragung ergab zu wenig Zustimmung zu diesem Tramtyp, sodass sich die BVB im Frühling 2010 aus dem Geschäft verabschiedeten – inklusive Entschädigungszahlung von 1,2 Millionen Franken an die BLT.

Unter Hochdruck wurde seitdem eine neue Ausschreibung aufgegleist, immer in der Hoffnung, mehr und bessere Angebote zu erhalten. Immerhin handelt es sich unter dem Titel «Trambeschaffung 2020» um einen Grossauftrag. Gemäss Ausschreibungsunterlagen sollen ab 2014 eine Serie von 31 Fahrzeugen geliefert werden und ab 2021 weitere 27 Trams folgen. Sollte es überdies zu einem massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs kommen, könnten weitere 51 Fahrzeuge nachbestellt werden. Ein Geschäft in dreistelliger Millionenhöhe.

Die «üblichen Verdächtigen»

Entsprechend hoch waren die Erwartungen von BVB-Verwaltungsrat Martin Gudenrath. Gegenüber der BaZ sprach er Anfang dieses Jahres von fünf Trambauern, die ihr Interesse signalisiert hätten. Nebst den «üblichen Verdächtigen» Siemens, Stadler Rail und Bombardier war von der tschechischen Skoda und der spanischen CAF die Rede. Bei der Netzbesichtigung Anfang März zeigten sich die beiden Firmen aber nicht, dagegen gesellten sich die kroatische Unternehmensgruppe Koncar und der polnische Trambauer Pesa unter die wenigen Interessenten.

Gross wird deshalb wohl die Enttäuschung am Claragraben gewesen sein, als lediglich vier Tramtypen von drei Anbietern offeriert wurden. Es blieb nämlich schlussendlich bei den «üblichen Verdächtigen», deren Angebote weiter zur Ernüchterung beigetragen haben werden: Zwar reichte Bombardier das Fahrzeug Flexity Basel ein, aber Siemens kam mit dem bereits bekannten und mittlerweile auch erprobten Combino und Stadler Rail stellte erneut den Tango sowie den Tango LF (für «low floor») vor. Die Auswahl beschränkt sich also auf lediglich zwei neue Fahrzeuge, und zwei bereits bestens bekannte.

Gute Ausgangslage

Zum Tango LF will sich Stadler Rail mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äussern. In einschlägigen Internetforen wird aber darüber spekuliert, dass es sich beim Tango LF um eine für die Schweiz angepasste Version der Variobahn handelt. Diese fährt unter anderem in München, Graz und ab kommendem Jahr auch in London. Es würde merkwürdig anmuten, wenn die BVB nach dem Ausstieg aus der gemeinsamen Beschaffung doch noch auf den Tango setzen würden.

Der Combino hat in Fahrgastbefragungen in Basel mittlerweile sehr positive Werte erreicht. Das bringt ihn in eine gute Position. Negativ haftet dem Tramtyp aber immer noch das weltweite Grounding im März 2004 an. Das Flexity hat gemäss Angaben von Bombardier einen Marktanteil von 37 Prozent weltweit. Es fährt unter anderem in Berlin, Brüssel und Marseille. Damit ist auch schon klar, dass dieser Tramtyp in Frankreich und Deutschland bereits zugelassen ist. Im Hinblick auf die Tramlinienverlängerungen nach Weil und Saint-Louis könnte dieser Aspekt noch wichtig sein und bringt das Flexity in eine sehr gute Ausgangslage.

Erste Trams fahren 2013

Nach Öffnung der Offerten starteten die BVB ihr Auswertungsverfahren. Ziel sei es, den Entscheid für den neuen Tramtyp im Herbst zu fällen. Auf Anfrage der BaZ erklärt BVB-Sprecherin Dagmar Jenny nun, dass die Öffentlichkeit am 25. Oktober informiert werden soll. Dann wird auch der weitere Zeitplan genannt. Bei Offertöffnung wurde ebenfalls bekannt gegeben, dass die ersten beiden Trams Ende 2013 in Basel fahren sollen. Bis dahin muss das Fahrzeug die Tests auf dem speziellen BVB-Netz mit seinen engen Radien und steilen Steigungen bestehen. Passiert das Fahrzeug die Prüfungen, wird es das Stadtbild verändern: Mit Ausnahme der Combinos werden alle alten Tramtypen aus dem Regelbetrieb genommen. Sie stehen dann nur noch für Sonderanlässe und betriebliche Engpässe zur Verfügung. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.10.2011, 07:38 Uhr

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32 Kommentare

Marco Mueller

10.10.2011, 08:24 Uhr
Melden 43 Empfehlung

Ich bin immer noch der gleichen Meinung. Man hätte sich zusammen mit der BLT für einen Tramtyp entscheiden müssen und damit die Gesamtkosten einzusparen. Aber wie immer.....Baselstadt tickt anders als Baselland. Antworten


Christoph Müller

10.10.2011, 08:31 Uhr
Melden 39 Empfehlung

Stadler Rail wird meines Erachtens keine Chance in einer von RotGrün dominierten Regierung haben, wo kämen wir denn hin, wenn SP und Grüne plötzlich einem "verhassten" SVP Unternehmer einen Millionenauftrag erteilen würden...lieber zahlt unsere so gut regierte Stadt Basel 1,2 Millionen an die BLT! Basel schreibt ja schwarze Zahlen, also können wir gut noch mehr Geld verschleudern..noch Fragen? Antworten



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