Basel

Erstgespräche für Einwanderer sollen Defizite aufdecken

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 05.07.2010 17 Kommentare

Zürich will künftig Neuzuzüger aus dem Ausland zu Integratonsgesprächen aufbieten. In Basel-Stadt tendiert man dazu, diese Erstgespräche auf freiwilliger Basis zu veranstalten.

Elisa Streuli will mögliche Integrationsdefizite erkennen.

Umfrage

Der Kanton Basel-Stadt will mit Einwanderern freiwillige Erstgespräche führen, um allfällige Integrationsdefizite früh erkennen zu können. Halten sie solche Erstgespräche für sinnvoll?

Ja

 
58.5%

Nein

 
41.5%

195 Stimmen


Basel-Stadt verfügt seit 2008 über ein Integrationsgesetz. Der Kanton Zürich hat diesbezüglich Nachholbedarf. Derzeit befindet sich dort der Entwurf des kantonalen Integrationsgesetzes in der Vernehmlassung. Dabei sorgt ein Punkt für heftige Diskussionen: die obligatorischen Erstgespräche für Einwanderer. Zürich plant, dass künftig die Wohnortgemeinden alle neu zugezogenen Ausländerinnen und Ausländer zu einem Gespräch verpflichten, in dessen Rahmen die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz geklärt werden.

Falls die Behörden bei diesen Gesprächen zum Schluss kommen, dass die Ausländer vermutlich Probleme bei der Integration bekunden werden, dann schliessen sie mit ihnen Integrationsvereinbarungen ab. Dieses Vorhaben des Kantons stösst bei den Gemeinden auf erheblichen Widerstand. Der Grund: Sie fürchten die enorme Bürokratie und die damit verbundenen Kosten.

In Prüfung

In Basels Integrationsgesetz sind keine Erstgespräche für Immigranten vorgesehen. Dieses Instrument sei jedoch «grundsätzlich ein Thema», sagt Elisa Streuli, Leiterin der Abteilung Gleichstellung und Integration im Präsidialdepartement. Erstgespräche könnten dazu dienen, «mögliche Integrationsdefizite früh zu erkennen». Basel-Stadt prüfe deshalb, «wie wir das Instrument sinnvoll anwenden können».

Herauszuhören ist bei Streuli, dass sie einem Obligatorium zurückhaltend gegenübersteht. Zum einen aus Kostengründen. Im vergangenen Jahr meldeten sich 2300 erwachsene Personen aus sogenannten Drittstaaten neu in Basel an. Um mit einer derart grossen Anzahl von Leuten obligatorische Erstgespräche führen zu können, müsste man vermutlich ein bis zwei Stellen in der Verwaltung schaffen, meint Streuli. Wenn zudem, wie in Zürich geplant ist, auch EU-Bürger aufgeboten werden, dann komme es «noch sehr viel teurer». Abgesehen davon, dass dies rechtlich mit den bilateralen Verträgen möglicherweise gar nicht zulässig ist.

Ein Pilotprojekt ab 2011

Zum anderen, so Streuli, sei der Anteil an hoch qualifizierten Arbeitskräften unter den Einwanderern aus Drittstaaten in Basel hoch. So zieht die Pharmaindustrie viele Fachleute aus den USA und Indien an. «Es fragt sich, ob es sinnvoll ist, mit diesen hoch qualifizierten Leuten obligatorische Erstgespräche zu führen», sagt Streuli. Basel-Stadt tendiert deshalb dazu, Erstgespräche auf freiwilliger Basis anzubieten. Dies entspricht auch einer Empfehlung des Bund an die Kantone. Geplant ist nun, bis spätestens Anfang 2011 ein Pilotprojekt mit Erstgesprächen zu starten.

Lesen Se mehr zur Basler Integrationspolitik – heute in der BaZ. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.07.2010, 07:46 Uhr

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17 Kommentare

Alain Mohler

05.07.2010, 11:33 Uhr
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@Lea Kretschmer; was ich will ist leider nicht relevant. Den dann würden wir von Einwanderungsländer wie Australien oder Kanada lernen und nicht eigene, der Sozialindustrie dienende Scheinpraktiken herumdoktern und Steuergelder verlochen um das soziale Ego von einigen Wenigen zu erfüllen. Bei freiwilligen Integrationsgesprächen werden sicher die "Richtigen" kommen. Lügen wir uns weiter selber an.. Antworten


Alain Mohler

05.07.2010, 09:33 Uhr
Melden

Frau Streuli erkennt nicht einmal die schwerwiegenden Defizite in ihrem Gleichstellungsbüro. Was will sie dann bei bei Einwanderern erkennen, wenn ihre eigenen Defizite von Wunschdenken und Realität soweit auseinander klaffen. Eine weitere politische Alibiübung bezeichnend für die Unfähigkeit der Regierung. Antworten



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