Basel
Es gab bereits ein Asylschiff auf dem Rhein
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 01.01.2012 14 Kommentare
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Die Idee, Asylsuchende bei einem Unterkunftsengpass auf einem umfunktionierten Hotelschiff unterzubringen, ist nicht neu. Am 1. Januar 1988 wurde ein Flüchtlingsschiff in Betrieb genommen. Damals war die Situation vergleichbar mit heute: Die Anzahl jener, die in der Schweiz ein Asylgesuch stellten, stieg dramatisch an. Allein im Jahr 1988 hatte Basel rund 3000 Asylbewerber zu betreuen, die meisten von ihnen lebten in Notunterkünften wie zum Beispiel der Zivilschutzanlage auf dem Gebiet der Grün 80. Doch das reichte nicht aus.
«Alle Unterkünfte waren voll und wir brauchten dringend mehr Plätze», sagt Bruno Varni, damals Chef bei der Fremdenpolizei (Frepo). Die Asylsuchenden kamen damals aus Sri Lanka, Jugoslawien, Indien und Pakistan. Bund und Kantone wussten nicht mehr recht, wo sie die Antragsteller unterbringen sollten. Die Situation wurde durch viele hängige Asylgesuche aus den Jahren 1984 und 1985 verschärft. «Es bestand grosser Handlungsbedarf», erinnert sich Varni.
Bund und Kanton brauchten Plätze
Es war noch vor der Geburtsstunde der Bundesempfangszentren, wie sie heute auch in Basel in Betrieb sind: Die Bevölkerung wollte keine weiteren Asylwohnheime mehr. Gegen die Pläne, eine Zivilschutzanlage an der Giornicostrasse für Asylsuchende zu öffnen, gab es erheblichen Widerstand – vergleichbar mit den Protesten gegen das geplante Wohnheim auf dem Gelände des Felix-Platter-Spitals. Der damals zuständige Regierungsrat Karl Schnyder (DSP) sowie der kantonale Flüchtlingskoordinator Gerhard Winzenried brauchten jedoch möglichst rasch eine Lösung. Auch der Bund drängte auf mehr Plätze.
Das war die Geburtsstunde einer Idee: Durch das Umfunktionieren des Flussschiffes «MS Ursula» könnten rasch weitere Plätze geschaffen werden. Zunächst wollte der Bund das Schiff während mindestens sechs Wochen als Empfangsstelle betreiben und den Asylgesuchstellern 80 Plätze zur Verfügung stellen, bevor diese dann an die Kantone weitergereicht würden. Maximal sechs Wochen sollten die Antragsteller auf dem Schiff bleiben. Den Behörden war jedoch schon von Beginn an klar, dass dieses Ziel wohl kaum erreicht werden konnte.
Streit um Standort des Schiffes
1988 stritten sich die Basler weniger um das Flüchtlingsschiff, sondern wegen des Standorts. Die Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) verlangte, das Kleinbasel nicht weiter mit Asylsuchenden zu belasten, und warnte vor einer Ghettobildung. Diese Befindlichkeiten gibt es auch heute noch. Deshalb sagt die derzeitige Asylkoordinatorin Renata Gäumann, dass Kleinhüningen als Standort für ein Asylschiff nicht infrage komme (BaZ von gestern). Vor 24 Jahren hätte das Schiff statt am Ufer des Kleinbasels auf der Höhe des Restaurants Goldenen Sternen bei der Papiermühle installiert werden sollen. Doch dann einigten sich die Behörden auf den Standort beim Steiger 2 an der Anlegestation beim St. Johann.
Mitte Dezember 1987 war es dann so weit. Aus Bern reiste Peter Arbenz an, der Delegierte für das eidgenössische Flüchtlingswesen. Mehrere Behördenvertreter erklärten den aufs Schiff geladenen Journalisten, was künftig alles auf der «MS Ursula» mit den Flüchtlingen gemacht werde: Personalien auf- und Fingerabdrücke abnehmen, medizinische Betreuung, Einvernahmen, Unterkunft. Die BaZ zeigte Bilder von der Hotelschiff-Lobby sowie einer Kabine mit zwei Betten. Am 1. Januar 1988 wurde die Empfangsstelle auf dem Rheinschiff in Betrieb genommen, und am gleichen Tag meldeten sich mehrere türkische Asylsteller. Die Mahlzeiten wurden von der Restaurationsequipe des Bahnhofbuffets SBB geliefert.
«Es funktionierte alles problemlos»
Jules Stürzinger, von 1985 bis 1992 stellvertretender Polizeikommandant Basel-Stadt, sagt: «Für die Sicherheit war die Securitas zuständig. Wir von der Polizei sind ab und zu vorbeigegangen, um Präsenz zu markieren. Es funktionierte alles problemlos. Ich kann mich an keinen negativen Zwischenfall erinnern.» Nach drei Tagen waren die 68 Plätze auf dem umfunktionierten Hotelschiff bereits belegt. Bund und Kanton mussten weitere Plätze schaffen und liessen einige Asylsuchende sogar in Hotels übernachten. Im März 1989 eröffnete der Bund das Empfangszentrum beim Bässlergut, wo sich die Anlaufstelle für Asylsuchende bis heute befindet.
Mitarbeit: Markus Vogt, David Weber (Basler Zeitung)
Erstellt: 01.01.2012, 09:01 Uhr
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14 Kommentare
Wieso tun wir uns das an! Das beste wäre wenn wir gar kein Asyl mehr geben bevor ihr mich mit Beleidigungen eindeckt will ich hier ganz klar sagen das kein einziger dieser Asyl suchenden deswegen sterben wird,diese Leute meiden dann einfach von Anfang an die CH und gehen nach Deutschland,Österreiche etc. + das bedeutet weniger Verbrechen,weniger Kosten und weniger kaputte nerven in der CH + das ist gut so. Antworten
Es ist total daneben, Leuten Asyl zu gewähren, die mit Rollkoffern dem Flugzeug entsteigen und sofort reklamieren, wenn sie nicht in einem Hotel untergebracht werden. Richtig währe, echte Asylsuchende, die zuhause gefährded sind, aufzunehmen. Und nur die. Dann würde genug Platz zur Verfühgung stehen. Ich verstehe nicht, warum dies nicht so gehandhabt wird. Antworten
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