Basel
«Es ist ein sehr ungewöhnlicher Brand»
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 30.03.2010 4 Kommentare
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Unbedenklicher Rauch
Die Rauch- und Geruchsimmissionen, welche auch im weiteren Umfeld des Brandes wahrgenommen werden, seien absolut unbedenklich, teilt die Staatsanwaltschaft mit.
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Die gute Nachricht vorweg: Der Region Basel steht kein Fleischengpass bevor. Doch es ist schon eine erhebliche Menge an Fleisch und Tiefkühlpizzas, die in den zwei brennenden Kühlhäusern der Frigo St. Johann lagert. Davide Elia, Sprecher der Bell-Gruppe, zu der die Frigo St. Johann gehört, spricht von 8000 bis 9000 Palettenplätzen, die sich in den Gebäuden befänden. Gemäss Berechnungen der BaZ ergibt dies rund 2500 Tonnen Lebensmittel, die aller Voraussicht nach zerstört sind. «Alles Fleisch, das mit Rauch kontaminiert wurde, ist ungeniessbar», sagt Elia.
Und Rauch gibt es reichlich. Er steigt seit Samstag aus den Kühlhäusern in die Höhe, man riecht ihn aus einiger Entfernung. «Es ist ein sehr ungewöhnlicher Brand», sagt Roland Bopp, Kommandant der Berufsfeuerwehr Basel. Ungewöhnlich vor allem, weil er auch drei Tage nach seinem Ausbruch noch immer nicht gelöscht ist. «Unser Hauptproblem ist, dass das Gebäude durch den Brand einsturzgefährdet ist», sagt Bopp. Verdächtige Geräusche, die am Sonntag zu hören waren, deuteten auf diese Gefahr hin.
Feuerwehr arbeitet rund um die Uhr
Mindestens 30 Feuerwehrleute sind rund um die Uhr im Einsatz – bislang mussten sie sich damit begnügen, ein Übergreifen des Brandes auf die Nachbargebäude zu verhindern. Gestern Nachmittag griff die Einsatzleitung schliesslich zu radikalen Mitteln. Eine Baumaschine schlug mehrere Löcher von je zwei Metern Durchmesser in die Aussenhülle der Kühlhäuser. Dadurch wurde zweierlei klar: Im dritten Obergeschoss brennt es noch immer, und es ist weiterhin zu gefährlich, das Gebäude zu betreten. Nun soll durch die Öffnungen Wasser ins Innere des Gebäudes gepumpt werden. Dann beurteilen die Statiker die Situation neu.
Vermutlich Schweissarbeiten. Solange die Feuerwehrleute nicht ins Gebäude können, bleibt einiges unklar in diesem Brandfall. Etwa die Schadensumme. Bell-Sprecher Elia konnte gestern bloss vermuten, dass die verbrannten Lebensmittel einen Wert im zweistelligen Millionenbereich haben. Über die Schäden am Gebäude wollte er nicht spekulieren. «Sicher ist jedoch, dass die Versicherung für alle Schäden aufkommt.»
Isolationsmaterial in Brand geraten
Noch restlos nicht geklärt ist auch die Brandursache. Die Basler Staatsanwaltschaft vermutet, dass das Feuer bei Schweissarbeiten im Kühlhaus ausgebrochen ist. Feuer gefangen hat dabei das Isolationsmaterial des Gebäudes, das unter anderem aus Kork, Bitumen und Styropor besteht.
In jenen Gebäuden der Frigo St. Johann, die an die brennenden Kühlhäuser grenzen, wurde am Monatg bereits wieder gearbeitet. Dies zeigt, dass der Rauch keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthält. Zwar befinde sich im brennenden Kühlhaus Ammoniak, sagt Feuerwehr-Kommandant Bopp, doch dies habe man unter Kontrolle.
Die Bell AG musste derweil kurzfristig Tiefkühllager-Kapazitäten extern zumieten. So ist gewährleistet, dass das neu angelieferte Fleisch rechtzeitig gekühlt werden kann. (Basler Zeitung)
Erstellt: 30.03.2010, 17:14 Uhr
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4 Kommentare
@David Kohler Die dummen Kommentare kommen von selber. Ich habe es als Milizfeuerwehrmann oft genug erlebt, dass selbst die Medien alles daran setzen, etwas Schlechtes an Feuerwehreinsätzen zu finden, welche von Fachleuten durchweg als vorbildlich bewertet werden.Auch zu diesem Einsatz werden Stimmen laut werden - wetten ? Antworten
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