Basel

Es kesselt Kommentare

Der BaZ-Artikel zur Kritik von Bund und Kanton an Thomas Kesslers deutlichen Worten über «Abenteuermigranten» hat zu einer Solidarisierungswelle unter den Kommentarschreibern geführt.

Thomas Kessler, ehemaliger Basler Integrationsbeauftragter, ist ein Mann der deutlichen Worte.

Thomas Kessler, ehemaliger Basler Integrationsbeauftragter, ist ein Mann der deutlichen Worte.
Bild: Elena Monti

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Thomas Kessler bezeichnet 90 Prozent der Asylsuchenden als «Abenteuermigranten» auf der Suche nach Geld, Party und Frauen. Teilen Sie diese Meinung?

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Da hat der Basler Stadtentwickler in ein Wespennest gestochen: 90 Prozent der Asylbewerber seien «Abenteuermigranten», die «Gelegenheiten für Obdach, Essen, Geld, Party mit Alkohol und Frauen» suchen. So hat sich der 52-Jährige im Blick zitieren lassen. Bund sowie die Basler Regierung waren gar nicht erfreut ob der deutlichen Worte des ehemaligen Basler Integrationsbeauftragten, berichtete darauf hin die Basler Zeitung. Grosse Zustimmung erhält Kessler hingegen von den BaZ-Lesern: Knapp 85 Prozent von insgesamt 1400 Abstimmenden finden, dass Kessler mit seiner «Abenteuermigranten»-Aussage recht hat.

Auch eine deutliche Mehrheit der über 70 Kommentarschreiber stellt sich hinter Kessler und beklatscht seine unverblümten Worte. Zu den gängigsten Leserreaktionen gehören Sätze wie «die Wahrheit schmerzt immer» und «endlich nennt einer das Kind einmal beim Namen und sagt, was alle denken». Lob erntet bei einigen auch Kesslers Chef, Regierungsratspräsident Guy Morin, welcher dem Leiter der Stadtentwicklung – zumindest inhaltlich – den Rücken stärkt: «Gratulation auch an Herrn RR Morin für seine Ehrlichkeit», schreibt etwa Rolf Ernst. Zu Reden gibt hingegen die Tatsache, dass die Aussagen des Chefbeamten Kessler offenbar ohne Absprache mit der Basler Regierung geäussert wurden: «Unverständlich ist, dass sein Vorgesetzter Morin dieses Vorgehen duldet. Damit beweist Morin eindrücklich, dass er die Führungsverantwortung in seinem Departement nicht wahrnimmt», findet Karl Buschweiler.

Es gibt auch kritische Stimmen

Viele Leser sind froh, dass Kessler kein Blatt vor den Mund nimmt, irgendeiner müsse dies ja tun: «Ganz offensichtlich ist man sich in der Regierung nicht einig, wie man das Thema anzugehen hat. Herr Kessler mag vorgeprescht sein. Wenn aber die Regierung immer einen Schritt nach hinten geht um der Diskussion auszuweichen, kann das auch nicht zur Lösung des Problems führen», äussert sich Pierre A. Sobol. Viele Leser wundern sich zudem, dass sich ausgerechnet einer «aus dem linken Spektrum» so dezidiert zur Asylproblematik äussert. Sie sind froh, dass endlich jemand Klartext redet – im Gegensatz zu den meisten Politikern, welche in den Augen vieler Leser nur um den heissen Brei herum reden.

Unter den vielen zustimmenden Worten gibt es aber auch kritische Stimmen: «Herr Kessler ist ein blöder Schwätzer, der sich nur profilieren und wichtig machen will, um dadurch seine Unfähigkeit zu kaschieren», findet Adrian Haegle. Und Roger Borer bemängelt, dass der 52-Jährige zwar gut kritisieren kann, aber zur Lösung der Probleme nichts beiträgt: «Diese Aktion ist schlicht provokativ! Oel ins Feuer giessen! Kein Kanton will ein Zentrum, wie in Holland! Das wäre die beste und schnellste Lösung!», schreibt Borer, offenbar ein Freund von Ausrufezeichen.

Ähnlich argumentiert Otto Kunz-Torres: «Offensichtlich genügt es, wenn man mit Hau-Ruck-Schlägen die Lufthoheit über den Stammtischen gewinnen kann. Differenzierte Problemanalyse und konkrete Lösungsvorschläge sind dazu nicht notwendig. Aber es ist immerhin wiederum ein Beitrag zur gezielten, medialen Selbstvermarktung». Ein Grossteil ist jedoch der Meinung von Franziska Glur, welche Kessler ermuntert, sich bloss nicht den Mund verbieten zu lassen. Und Kommentar-King Ronnie König gibt zu bedenken, dass es diese kritischen Stimmen aus allen Richtungen genau so braucht, wie das vernünftige Augenmass beim Rest. «Denkt an Tibet und so.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2012, 18:21 Uhr

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22 Kommentare

Max Schweizer

29.01.2012, 20:31 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Es braucht Mut sich so zu äussern, hätte ich nicht erwartet Herr Kessler !
Ich bezeichne Asylanten als Sozialtouristen, denn Touristen kehren einmal wieder nach Hause, ist zu hoffen.
Selbstverständlich sollte jeder verfolgte Mensch hilfe erhalten.
Man sollte mal nach Australien schauen, das klein gedruckte lesen im Ausländerwesen, kluge Regeln.
Antworten


Max Schweizer

29.01.2012, 20:23 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Es braucht Mut sich so zu äussern, hätte ich nicht erwartet Herr Kessler !
Ich bezeichne Asylanten als Sozialtouristen, denn Touristen kehren einmal wieder nach Hause, ist zu hoffen.
Man sollte mal nach Australien schauen, das klein gedruckte lesen im Ausländerwesen, kluge Regeln.
Antworten


rene huber

29.01.2012, 08:31 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Es gab eine Zeit, da konnten wir uns 1-2 Wochen Ferien in diesen Ländern leisten. Heute bezahle ich monatelange Aufenthalte dieser Menschen in der Schweiz. Als Sozialhilfeempfänger müssen sie heute leider auch für mich bezahlen (Job wegen Unfall verloren, Bruch der Schulter). Beide Grosseltern waren Verdingkinder! Schöne, reiche Schweiz. Antworten


Cölestin Frei

28.01.2012, 19:20 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Fast 40 Jahre habe ich in Basel-Stadt Polizeidienst geleistet. Nicht mit allem, was Hr. Kessler als Leiter des Drogenstabes in Basel eingeführt hatte, konnten wir als Polizisten anfänglich verstehen. Aber er war wirklich einer der wenigen Sachverständigen mit Weitsicht -wie sich später herausstellte-. Diese Weitsicht besitzt er offensichtlich noch immer. Ich gratuliere ihm zu seinen Aussagen. Antworten


rolf zeller

28.01.2012, 19:09 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Es dürfte vermutlich zum grössten Irrtum von uns Block Schreiber gehören, dass wir glauben, die oben sähen die Probleme nicht wirklich. Es ist Realpolitik und unmögliches Umkehren von Realitäten, welche zu den täglichen Verdrehungen und Schönredereien führen. Umso mehr beunruhigen mich gewisse plötzliche Kehrtwendungen von Insidern. Auch hier dürfte ihr Wissen weit grösser sein, als dass von uns Antworten


Hanspeter Bruhin

29.01.2012, 00:34 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ja Herr Zeller, die Politiker wissen alle Bescheid und müssen lügen, weil man auf diesem Gebiet rechtlich zur Zeit nichts ändern kann. Wie gesagt, die Schlepper sind das schwächste Glied in der Kette. Aber die müssen alle europäischen Staaten gemeinsam unschädlich machen.


Luzius Thaler

28.01.2012, 18:37 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Wenn auch spät doch zur rechten Zeit, dass einer, der sich jahrelang mit Migranten auseinandergesetzt hat, nun Klartext redet und die Situation tel quel aufzeigt wie sie ist und nicht beschönigt. Danke Herr Kessler! Antworten


Hanspeter Bruhin

28.01.2012, 17:06 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Vom Saulus zum Paulus. Was ist passiert? Was hat ihn zu der jetzigen Meinung geführt? Bei uns wird das Asylrecht schon lange missbraucht. Dies ist ein einträglicher Beruf für tausende Schweizer. Sie werden sich wehren wie Löwinnen für ihre Jungen.
Wenn wir den Missbrauch bekämpfen wollen, müssen wir die Schlepper vernichten. Das muss unauffällig und konsequent erfolgen. In den Herkunftsländern!
Antworten


Sibylle Weiss

28.01.2012, 14:48 Uhr
Melden

Im Artikel steht etwas von kritisieren.Also kritisieren tun ja ALLE mit Vorliebe,warum auch nicht,wenn man selbst dadurch besser glänzen kann u.zur Geltung kommt.Die Arbeitswelt ist ein Paradebeispiel dafür, wo man es immer nur zu hören kriegt,wenn es FALSCH u.SCHLECHT ist,was das Selbstbewusstsein (des AG) immens stärkt.Bei guter Arbeit GROSSES Schweigen im Walde! Antworten


Sibylle Weiss

28.01.2012, 14:39 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das versehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz.Hr.Kessler war doch mal Integrationsbeautragter, weil er offenbar eine Aufgabe darin sah??Und bei Herrn Morin hatte ich eigentlich den Eindruck, dass er eher für Topmanager/innen aus dem Ausland war, oder habe ich hier etwas falsch verstanden??? Antworten


phillip stohler

28.01.2012, 11:55 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Das sind Tatsachen und jetzt muss gehandelt werden. Antworten


Ulrich Raumer

28.01.2012, 09:59 Uhr
Melden 23 Empfehlung

Die Schweizer fühlen sich betrogen wenn sogenannte Asylanten gratis vom durch sie finanzierten System profitieren dürfen. Dies gilt vor allem für Arztbesuch, ärtzliche Behandlung und vor allem Zahnarzt den wir ja selbst bezahlen dürfen. Ich wäre dafür die Asylkosten mit der Entwicklungshilfe zu verrechnen und speziell den Rücknahmeunwilligen Herkunftsländern diese zu sistieren. Antworten


Hannes Estermann

28.01.2012, 09:28 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Hr.Kessler nennt die Tatsachen,wie es der Grossteil der Bevölkerung auch wahr nimmt. Weshalb diese
persönlich ungerecht fertigte Hetze ?
Wahrscheinlich reicht zur billigen Polemik, bei den meisten Gegnern schon aus,wenn jemand
nicht gleicher Meinung ist und fundierter ,sowie glaubwürdiger argumentieren kann..
Diese Wahrheitverkenner haben nur ein Ziel. .. in jeder Form den Staat schädigen.
Antworten


Stefan Keller

28.01.2012, 03:18 Uhr
Melden 34 Empfehlung

Ich war der Ansicht wir hätten Meinungs und Rede -Freiheit in der Schweiz?! Dies gilt wohl wie vieles anderes nicht in Basel. Da muss man sich zuerst "(im Kollegium) intern absprechen" und "abstimmen" was man sagen darf und was nicht... Wozu eine derart verlogene Politik bis hin zum Bundesrat, wo wegen "des Kollegialitätsprinzips" man nicht zu seiner ehrlichen Meinung stehen darf?Bravo Hr. Kessler Antworten


Emett Brown

28.01.2012, 02:28 Uhr
Melden 7 Empfehlung

ein Land wird mit fremdenfeindlichen Plakaten zugepflastert. Eine Zeitung mit unklaren Besitzverhältnissen...Natürlich trägt diese Saat ihre Früchte,doch gut für unser Land ist das nicht. Antworten


Peter Meier

28.01.2012, 08:23 Uhr
Melden 48 Empfehlung

Das ist Augenwischerei, denn die echten Probleme kommen von draussen. Die zahlreichen Wirtschaftsflüchtlinge, Kriminaltouristen und jetzt die Abenteuermigranten. Unser Asylwesen ist viel zu luxuriös und bietet den Asylbeantragenden viel zu viel. Was man hier geboten kriegt ist immer noch ein vielfaches dessen, was es im Herkunftsland gibt. Dazu kostenlose ärztliche Behandlungen, Zahnarzt etc.


Rolf Strässle

28.01.2012, 06:27 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Und Sie Herr Brown, mit Ihren nicht öffentlich gemachten Einkünften So tragen
auch Sie zum Versteckspiel bei.Nein das ist nicht gut für Ihre Mitbürger und
für unsere schöne Region Basel


Marianne Gautschi

27.01.2012, 21:29 Uhr
Melden 75 Empfehlung

Wenn dieser ganze Wirbel dazu führt, dass endlich gehandelt, statt immer nur geredet wird, ist schon sehr viel gewonnen. Antworten


Paul Meyer

27.01.2012, 21:27 Uhr
Melden 54 Empfehlung

Die Kommentare zeigen die Stimmung in der Bevölkerung: es herrschen Zorn und Unzufriedenheit über das Versagen der Behörden (nicht nur des Bundes) in der Asylpolitik. Das Fiasko ist total, ein neue Asyl- und Migrationspolitik muss her, die Missbräuche von Scheinasylanten ausschliesst. Sonst sind die Bilateralen spätestens beim Kohäsionsbeitrag für das neue EU-Mitglied Kroatien im Eimer. Antworten


Tanja Werthemann

27.01.2012, 19:49 Uhr
Melden 59 Empfehlung

Kessler sagt was alle denken. Das tut er immer, und ändert immer auch seine Meinung. Aber was ist sein "Track record"? Ueberall, wo er gewirkt hat, hat sich nix geändert. Und auch jetzt darf man Luft ablassen, und trotztdem buttern wir jährlich 1 Mia CHF in die Asylindustrie, hat Deutschland (10 mal grösser) nur grad mal 2 mal mehr Asylanten. Und selbst abgelehnte Asylanten bleiben Jahrzehnte..... Antworten


Ziva Steiner

27.01.2012, 18:37 Uhr
Melden 76 Empfehlung

Richtig erkannt. Es kesselt Kommentare. Und das ist gut so. Es entzieht sich jeglicher Logik und gesundem Menschenverstand, wenn jemand wie Herr Kessler seine Meinung nicht ohne Absprache mit dem ges. RR äussern darf. Es gibt eine freie Meinungsäusserung und Pressfreiheit. Nur weil die Wahrheit unbequem ist., sollte man sie verschweigen?!? : Wer den Weg der Wahrheit geht geht den Weg alleine. Antworten


Hans Abächerli

27.01.2012, 20:04 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Ihr Kommentar könnte von "Kommentar-KIng" Ronnie König stammen. Auch bei Ihnen weiss ich nicht ob Sie den "Alleingang" von Kessler nun befürworten oder nicht? Welcher Logik und wessen (gesundem?) Menschenverstand widerspricht sein Vorgehen ohne Absprache mit dem RR? Ist für Sie 'gesunder Menschenverstand", wenn jemand Ihrer Meinung beipfichtet?



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