Basel
Es kesselt Kommentare
Von Joel Gernet. Aktualisiert am 27.01.2012 22 Kommentare
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Da hat der Basler Stadtentwickler in ein Wespennest gestochen: 90 Prozent der Asylbewerber seien «Abenteuermigranten», die «Gelegenheiten für Obdach, Essen, Geld, Party mit Alkohol und Frauen» suchen. So hat sich der 52-Jährige im Blick zitieren lassen. Bund sowie die Basler Regierung waren gar nicht erfreut ob der deutlichen Worte des ehemaligen Basler Integrationsbeauftragten, berichtete darauf hin die Basler Zeitung. Grosse Zustimmung erhält Kessler hingegen von den BaZ-Lesern: Knapp 85 Prozent von insgesamt 1400 Abstimmenden finden, dass Kessler mit seiner «Abenteuermigranten»-Aussage recht hat.
Auch eine deutliche Mehrheit der über 70 Kommentarschreiber stellt sich hinter Kessler und beklatscht seine unverblümten Worte. Zu den gängigsten Leserreaktionen gehören Sätze wie «die Wahrheit schmerzt immer» und «endlich nennt einer das Kind einmal beim Namen und sagt, was alle denken». Lob erntet bei einigen auch Kesslers Chef, Regierungsratspräsident Guy Morin, welcher dem Leiter der Stadtentwicklung – zumindest inhaltlich – den Rücken stärkt: «Gratulation auch an Herrn RR Morin für seine Ehrlichkeit», schreibt etwa Rolf Ernst. Zu Reden gibt hingegen die Tatsache, dass die Aussagen des Chefbeamten Kessler offenbar ohne Absprache mit der Basler Regierung geäussert wurden: «Unverständlich ist, dass sein Vorgesetzter Morin dieses Vorgehen duldet. Damit beweist Morin eindrücklich, dass er die Führungsverantwortung in seinem Departement nicht wahrnimmt», findet Karl Buschweiler.
Es gibt auch kritische Stimmen
Viele Leser sind froh, dass Kessler kein Blatt vor den Mund nimmt, irgendeiner müsse dies ja tun: «Ganz offensichtlich ist man sich in der Regierung nicht einig, wie man das Thema anzugehen hat. Herr Kessler mag vorgeprescht sein. Wenn aber die Regierung immer einen Schritt nach hinten geht um der Diskussion auszuweichen, kann das auch nicht zur Lösung des Problems führen», äussert sich Pierre A. Sobol. Viele Leser wundern sich zudem, dass sich ausgerechnet einer «aus dem linken Spektrum» so dezidiert zur Asylproblematik äussert. Sie sind froh, dass endlich jemand Klartext redet – im Gegensatz zu den meisten Politikern, welche in den Augen vieler Leser nur um den heissen Brei herum reden.
Unter den vielen zustimmenden Worten gibt es aber auch kritische Stimmen: «Herr Kessler ist ein blöder Schwätzer, der sich nur profilieren und wichtig machen will, um dadurch seine Unfähigkeit zu kaschieren», findet Adrian Haegle. Und Roger Borer bemängelt, dass der 52-Jährige zwar gut kritisieren kann, aber zur Lösung der Probleme nichts beiträgt: «Diese Aktion ist schlicht provokativ! Oel ins Feuer giessen! Kein Kanton will ein Zentrum, wie in Holland! Das wäre die beste und schnellste Lösung!», schreibt Borer, offenbar ein Freund von Ausrufezeichen.
Ähnlich argumentiert Otto Kunz-Torres: «Offensichtlich genügt es, wenn man mit Hau-Ruck-Schlägen die Lufthoheit über den Stammtischen gewinnen kann. Differenzierte Problemanalyse und konkrete Lösungsvorschläge sind dazu nicht notwendig. Aber es ist immerhin wiederum ein Beitrag zur gezielten, medialen Selbstvermarktung». Ein Grossteil ist jedoch der Meinung von Franziska Glur, welche Kessler ermuntert, sich bloss nicht den Mund verbieten zu lassen. Und Kommentar-King Ronnie König gibt zu bedenken, dass es diese kritischen Stimmen aus allen Richtungen genau so braucht, wie das vernünftige Augenmass beim Rest. «Denkt an Tibet und so.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.01.2012, 18:21 Uhr
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22 Kommentare
Richtig erkannt. Es kesselt Kommentare. Und das ist gut so. Es entzieht sich jeglicher Logik und gesundem Menschenverstand, wenn jemand wie Herr Kessler seine Meinung nicht ohne Absprache mit dem ges. RR äussern darf. Es gibt eine freie Meinungsäusserung und Pressfreiheit. Nur weil die Wahrheit unbequem ist., sollte man sie verschweigen?!? : Wer den Weg der Wahrheit geht geht den Weg alleine. Antworten
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