Basel

Ex-Lehrer verfolgt Christoph Eymann

Die Basler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mann, der sich als Behördenopfer sieht und seit längerem happige Vorwürfe in Richtung Erziehungsdepartement äussert.

Im Visier: Im Internet erhebt ein anonymer Blogger heftige Vorwürfe gegen Erziehungs-direktor Eymann. (Bild: Roland Schmid)

Im Visier: Im Internet erhebt ein anonymer Blogger heftige Vorwürfe gegen Erziehungs-direktor Eymann. (Bild: Roland Schmid)

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Wegen «Amtsmissbrauch» und «falschen Anschuldigungen» hat ein ehemaliger Lehrer gegen den Vorsteher des Basler Erziehungsdepartementes, Christoph Eymann, in der vergangenen Woche Strafanzeige eingereicht. Dies ist nur ein weiterer Höhepunkt in einem seit sechs Jahren schwelenden Konflikt zwischen dem Mann und dem Erziehungsdepartment.

Das Arbeitsverhältnis mit dem Lehrer an einer Orientierungsschule war im Jahr 2006 aufgelöst worden. Die Gründe, die zur Kündigung führten, versuchte Erziehungsdirektor Christoph Eymann in einem Brief an Lehrer und Eltern darzulegen. Allerdings konnte er aus rechtlichen Gründen nicht die gewünschte Transparenz herstellen. Der entlassene Lehrer spricht dagegen von «massivem Mobbing gegen meine Person».

Strafanzeige gegen neun Mitarbeiter

Im Internet kursieren seither mehrere anonyme Berichte über die damaligen Ereignisse, die aufgrund der Detailkenntnisse aus dem Umfeld des Lehrers stammen dürften. Dort heisst es, dass der Mann von mehreren Mitarbeitern Eymanns als «selbst- und fremdgefährlicher Lehrer» verleumdet wurde, ohne dass ihm eine Verfehlung nachgewiesen werden konnte. Nachdem ihm ein Gespräch mit dem Erziehungsdirektor verweigert worden sei und er auch von der Ombudsstelle keine Unterstützung erhielt, erstattete der Lehrer Strafanzeige gegen neun Mitarbeiter im Erziehungsdepartment.

Das Verfahren wurde allerdings von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Am 17. Januar hat der Ex-Lehrer nun erneut Strafanzeige eingereicht. In einem Brief sei er von Mitarbeitern des Gesundheitsdienstes als «psychisch Kranker mit einem hohen Gefahrenpotenzial gegen sich selber und andere» diffamiert worden. Eymann wirft er vor, ein psychatrisches Verfahren losgetreten zu haben, ohne je ein Gespräch mit ihm geführt zu haben.

Strafanzeige von Eymann

Der Basler Erziehungsdirektor konnte sich gegenüber der BaZ zum laufenden Verfahren nicht äussern. Dies in Absprache mit der Basler Staatsanwaltschaft und dem Medienverantwortlichen des Regierungsrates. Wegen der im Internet aufgetauchten Anschuldigungen an seine Person hatte Christoph Eymann Ende 2010 selber eine Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Markus Melzl bestätigte der BaZ, dass der Fall «in intensiver Bearbeitung» sei. Es gebe noch komplizierte technische Beweisfragen abzuklären.

Es gelte zwar die Unschuldsvermutung, doch der ehemalige Lehrer gehöre zu den Tatverdächtigen der anonymen Pamphlete, erklärte Melzl. Der Mann wurde in dieser Sache erneut vernommen. Der Blog unter dem Titel «Behördenkriminalität» ist bis heute nicht vom Netz genommen worden. Der letzte Eintrag stammt vom 10. Januar dieses Jahres. Da heisst es: «Für Beamte und Behörden gilt das Schweizerische Strafgesetzbuch nicht. Die Behörden-Mafia kann tun und lassen, was sie will, ohne strafrechtlich belangt zu werden. Dieser Blog deckt auf, wie das kriminelle staatliche Terrorsystem im Kanton Basel-Stadt und in der Schweiz funktioniert.» Der Autor ist anonym. (Basler Zeitung)

Erstellt: 22.01.2012, 18:03 Uhr

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16 Kommentare

Peter Gysin

23.01.2012, 18:32 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Die Fakten auf dem Blog sind durch Dokumente belegt. Die Idee, den Lehrer über die psychische Schiene auszugrenzen, stammt aus dem ED. Der damalige Leiter der Basler Gesundheitsdienste Dr. Andreas Faller hat das Telephonat mit Dr. Christoph Eymann bestätigt. Antworten


Simon Purestone

23.01.2012, 14:33 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich gehörte auch zur Behörde bzw. ihrem Umfeld. Diese ist effektiv fast unangreifbar. Man deckt sich, wo man kann. Wobei nicht immer Absicht dahintersteckt. Manchmal passieren auch Kommunikationsfehler oder es werden Halbwahrheiten verbreitet (vom Hörensagen lernt man Lügen), die dann dem Regierungsoberen "aufgebauscht" (Der "Initiant" kann nicht mehr zurück ...) zur "Klärung" unterbreitet werden! Antworten


Denise Schnyder

23.01.2012, 11:27 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Wenn der Eymann schon nicht die Grösse hat, um mit dem Lehrer an einen Tisch zu sitzen und auf Augenhöhe zu sprechen, dann soll er sich um seinen geliebten Sexkoffer kümmern und den Hut nehmen. Der Lehrer tut mir echt leid. In diesem Kanton möchte ich auch wegen anderem Regierungsfilz nicht wohnen. Andere Kantone sind bei weitem sehr viel fortschrittlicher in allem. Antworten


Hans Vetsch

23.01.2012, 10:27 Uhr
Melden 4 Empfehlung

"für Beamte und Behörden gilt das Schweizerische Strafgesetzbuch nicht" LAST BUT NOT LEAST Antworten


Daniel Seiler

23.01.2012, 10:22 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Da sollte man sich einmal zusammen an den Tisch setzen! Antworten


Michael Trümmer

23.01.2012, 08:45 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Was meinen die betroffenen Schüler zu dieser Geschichte? Antworten


beat bannier

23.01.2012, 20:25 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die trauen sich wohl gar nicht zu schreiben.


Beat Hartmann

23.01.2012, 08:01 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Über den zugrunde liegenden Sachverhalt kann ich mir kein ausreichendes Bild machen. Aufgrund eines kürzlich geführten Telefongesprächs erhielt ich den Eindruck, dass es sich um eine im Grunde ausgeglichene, freundliche und vernünftige Person handelt. Es war ein angenehmes Gespräch. Irgendwelche Anhaltspunkte für Selbst- oder Fremdgefährdung ergaben sich nicht, deutlich nicht. Antworten


pablo mueler

23.01.2012, 04:38 Uhr
Melden 11 Empfehlung

nachdem ich mich durch die blogs gelesen hab frag ich mich wer da der verfolgte ist, ist es nicht eher der lehrer und sollt edie BAZ nicht vielleicht die ueberschrift aendern, "eyman als verfolger ?"
Das traurige, dass sich seit jahren kein jurnalist um das thema kuemmert, es wird, so scheints regelrecht unter den teppich gekehrt. Pfui teufel, schaemt euch in der BAZ redaktoren
Antworten


Edouard Cardinaux

22.01.2012, 21:58 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Meine Familie hat das gleiche erlebt, eine Aufsichtsbeschwerde über die Führung der Beistandschaft dauert seit 8 Monaten an, keine Kommunikation, nur sich davon schwatzen von der Verantwortung - dass jedoch ein gesellschaftlich bekannter Schwerenöter, der gerne Kuckuckseier hinterlässt, das Erziehungsdepartement führt ist mehr als fraglich. Schön wäre es er würde er seinen "Koffer" packen! Antworten


Loredana Wander

22.01.2012, 21:03 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Mein damaliger Arbeitgeber beim Staat,dieser war für mich auch wie die Mafia.Mit Mobbing durch meine vorgesetzte fing alles an,bis zur Kündigung nach 18Jähriger Anstellung.Alles war von ihr verlogen! Die Kündigung erfolgte in einer Sperrfrist,da ich krankgeschrieben war.Dadurch holte ich Hilfe bei der Ombudsstelle,erfolglos! Mit Hilfe einem Anwalt,kam die Sache vor Gericht.Kündigung war nichtig! Antworten


Stefan Weise

23.01.2012, 05:48 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Die Ombudsstelle ist eh ein Witz. Der Leiter ist ein SP Mitglied und tief im Filz verwurzelt. Es ist einfach nur eine Schande und sowas nennt sich Rechtsstaat. Ich verstehe heute die Menschen die ausrasten gegenueber Behoerden denn oftmals ist Strafvereitelung im Amt dafuer verantwortlich!


Felix Meyer

22.01.2012, 20:59 Uhr
Melden 2 Empfehlung

worum geht es ?
man gebe im google ein: eymann beweis
und kann sich dann selbst eine Meinung bilden ...
Antworten


René Grossenbacher

23.01.2012, 04:25 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Das liest sich ja wie einen Krimi!



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