Basel
FDP will mehr Fachleute aus Nicht-EU-Ländern
Von David Weber. Aktualisiert am 07.10.2012 13 Kommentare
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Sie ist wohl eine der produktivsten Arbeitsgruppen in der Basler Parteienlandschaft, die «Fachkommission für mehr und bessere Arbeitsplätze» der FDP. Die von Novartis-Chefökonom Stephan Mumenthaler präsidierte Gruppe präsentierte bereits vor einem Jahr ein Wirtschaftspapier und acht Forderungen. Die Hälfte davon hatte im Parlament Erfolg. Am Freitag nun legte sie zehn neue Forderungen nach. «Was die FDP vor einem Jahr befürchtet hat, tritt mehr und mehr ein», sagte Mumenthaler vor den Medien. Die Frankenstärke setze Klein- und Gross-Unternehmen massiv unter Druck. «Wenn wir unsere Arbeitsplätze halten wollen, müssen wir handeln», ist er überzeugt. Die FDP macht dies mit einem Strauss von Ideen, die nach den Wahlen in konkrete Vorstösse münden sollen.
So wollen die Freisinnigen ein neues Zuteilungsverfahren für Drittstaatenkontingente. «Für EU-Bürger ist es heute einfacher, in der Schweiz zu arbeiten», sagte Regierungsratskandidat Baschi Dürr. Nicht aber für Arbeitnehmer aus Drittstaaten, zum Beispiel aus den USA oder Indien. Hier gibt es Kontingente. Und diese sind laut Dürr sehr knapp. Gerade für Basel. Die Struktur der Wirtschaft wird laut FDP zu wenig berücksichtigt. Daniel Stolz als mutmasslich neuer Nationalrat wird die Forderung einer Ausweitung des Drittstaatenkontingentes für Basel in Bern einspeisen. Zwar gebe es heute Bundesreserven, mit denen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kantone einigermassen ausgeglichen werden können, sagte Mumenthaler. Aber das gebe den Unternehmen keine Planungssicherheit. Er fragt: «Warum berücksichtigt man die unterschiedlichen Bedürfnisse nicht gleich von Anfang an?»
Kein Numerus clausus bei Medizin
Die FDP will auch etwas gegen den Fachkräftemangel in den Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik tun. Da brauche es mehr Mittel, um die Zahl der Absolventen erhöhen zu können, sagte Grossratskandidat Tobias Ruf. Dazu gehört auch die «Aufhebung des Numerus clausus für Humanmedizin».
Die FDP gibt sich zudem als Anwältin des Gewerbes. Mit gleich vier Forderungen will sie die «Verdrängung des Gewerbes» verhindern. So soll auf den wenigen freien Flächen explizit eine Gewerbenutzung vorgeschrieben werden. Zum Beispiel auf dem Dreispitz- und dem Lysbüchel-Areal im St. Johann. Und zwar gehe es nicht nur um Besitzstandwahrung, sondern darum, dem Gewerbe Entwicklungschancen zu ermöglichen. Ausserdem fordert die FDP, dass Gäste und Lieferanten in der Innerstadt weiterhin mit dem Auto direkt vor Hotels, Restaurants und Geschäfte fahren können. (Basler Zeitung)
Erstellt: 07.10.2012, 11:10 Uhr
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13 Kommentare
Wir brauchen nicht so viel mehr Leute aus Drittstaaten. Die sind vor allem billig, aber selten besser. Was hier wirklich Sache ist, ist, dass ältere Fachleute durch günstige Jüngere ausgetauscht werden sollen! Und das finde ich nicht gut. Novartis-Chefökonom präsidiert, ja das sagt sehr viel. Wenn ich das Heer der indischen Bastler auf dem Campus so sehe..... Einzelne Spitzenleute das geht. Antworten
Was fehlt bei den zehn Forderungen, sind die allgemeinverbindlichen Mindestlöhne für alle, die in der Schweiz arbeiten - she Diskussion um Lohndumping auf der Messebaustelle.
Es dürfte ja auch Schweizer Arbeitgebern + der FDP nicht entgehen, dass es ihr Vorteil ist, wenn fremde Unternehmen nicht mit unterirdischen Lohnkosten offerieren und um Aufträge konkurrieren können.
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