Basel
Friede, Freude, Eierkuchen
Von Raphael Suter. Aktualisiert am 29.10.2012 25 Kommentare
Artikel zum Thema
- Basler Regierung bleibt rot-grün
- Der Kronprinz der FDP
- «Das brachte viele kritische Stimmen hervor»
- Die Vier-Prozent-Hürde soll fallen
- Dürr wird Sicherheitsdirektor
- «Das Sicherheitsdepartement ist kein Trostpreis»
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Da gibt es nichts zu interpretieren, zu beschönigen oder herunterzuspielen. Die Linke ist die klare Siegerin bei den Wahlen in den Basler Regierungsrat. Die drei bisherigen SP-Vertreter Herzog, Brutschin und Wessels erzielten die besten Resultate, allen voran die Finanzdirektorin, die gegenüber der letzten Wahl sogar noch deutlich an Stimmen zulegte und wiederum den Spitzenplatz unter den Gewählten belegt.
Ebenfalls wieder in die Regierung gewählt ist Guy Morin, der sein Regierungspräsidium wohl aber in einem zweiten Wahlgang verteidigen muss. Die beiden bürgerlichen und zugleich amtsältesten Regierungsräte Conti (CVP) und Eymann (LDP) schafften die Wiederwahl, wenn auch glanzlos.
Von Anfang an auf verlorenem Posten
Mit Baschi Dürr und Christophe Haller sollte nicht nur der Sitz von Hanspeter Gass verteidigt, sondern auch Guy Morin als Regierungspräsident gestürzt werden. Mit dieser Zielsetzung sind die bürgerlichen Parteien FDP, LDP und CVP kläglich gescheitert. Da sie mit der SVP explizit keine gemeinsame Phalanx gegen die Linke bilden wollten, blieb dieses Ansinnen ohnehin von Anfang an illusorisch. Die Kampfrufe gegen die rot-grüne Regierung fielen denn auch bemüht und kraftlos aus. Fast schien es, als ob eigentlich keiner der Parteistrategen wirklich an einen Wechsel glaubte und ihn wirklich wollte.
Die Linke hatte sich in den vergangenen vier Jahren brav mit der hiesigen Wirtschaft arrangiert und wurde von dieser dafür sogar öffentlich zur Wiederwahl empfohlen. Und den Bürgerlichen fehlten die echten Argumente, die für einen Wechsel der Machtverhältnisse in der Regierung gesprochen hätten. Das amtierende Regierungsgremium hat sich während der letzten Legislatur recht und schlecht bewährt. Selbst im Wahlkampf griffen sich die bisherigen Regierungsmitglieder untereinander nicht an, sondern machten auf Geschlossenheit und verwiesen immer wieder auf den Leistungsausweis der Gesamtregierung. Dafür wurden die Bisherigen jetzt mit der Wiederwahl im ersten Durchgang belohnt.
Alle zufrieden
So sind seit dem gestrigen Wahlsonntag eigentlich alle zufrieden, auch wenn nicht alle dies öffentlich zugeben würden. Vordergründig herrschen Friede, Freude, Eierkuchen. Rot-Grün verteidigt die Mehrheit in der Regierung und mit Baschi Dürr wird wohl ein FDP-Vertreter die Nachfolge von Hanspeter Gass antreten. Damit ist die Welt in Basel weiterhin in Ordnung. Von politischem Erdbeben, Umbruch oder Wandel keine Spur. Mehr war nicht zu erwarten gewesen. Der flaue und uninspiriert geführte Wahlkampf hat dieses Resultat vorweggenommen.
(Basler Zeitung)
Erstellt: 29.10.2012, 12:00 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
25 Kommentare
Basel
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Bitte warten






















