Basel
Fümoar jagt Karten-Fälscher
Von David Weber. Aktualisiert am 07.02.2012 11 Kommentare
Artikel zum Thema
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Über Arbeit kann sich Anwalt und Fümoar-Sekretär Thierry Julliard wahrlich nicht beklagen. Im Akkord rekurriert er gegen Verwarnungen, welche die Behörden den Fümoar-Beizen für das Nichteinhalten des Rauchverbots aufbrummen. Aber nicht nur an der juristischen Front gibt es viel Arbeit, nun muss sich der Verein auch noch mit einem schwarzen Schaf innerhalb der eigenen Reihen herumschlagen. Denn es sind gefälschte Karten für Jahres- und Monatsmitgliedschaften aufgetaucht. Julliard – nie verlegen um deutliche Worte – nennt das eine «verdammte Schweinerei». Es könne eigentlich nur ein Wirt hinter der Aktion stecken, sagt er. Der Sache geht nun der vereinseigene Kontrolleur auf den Grund. Normalerweise überprüft dieser anonym, ob sich die Beizen an die Statuten halten und tatsächlich nur Fümoar-Mitglieder bedienen. Nun schaut der Kontrolleur zusätzlich, ob echte oder gefälschte Fümoar-Karten verkauft werden.
Vereinsausschluss droht
Laut Julliard sehen die Fälschungen täuschend echt aus. Nuancen entlarven sie als unecht. So sei die Jahreszahl ein bisschen grösser und die Laminierung anders. «Eigentlich sehen die Fälschungen besser aus», sagt Julliard und lacht kurz. Lustig findet er das Ganze aber nicht. Wenn man den Betrüger erwische, werde er ausgeschlossen und sein Name veröffentlicht, droht Julliard. Warum aber fälscht ein Fümoar-Wirt Mitgliederkarten? Wohl um Geld zu sparen. Die Wirte beziehen die Ausweise vom Verein und verkaufen diese an die Gäste, die Jahreskarte für zehn Franken. Davon gehen drei Franken zurück an den Verein, um die Produktionskosten zu decken und die Prozesse gegen den Kanton zu finanzieren. Stellt der Wirt die Karten selbst her, kann er die ganzen zehn Franken in die eigene Tasche stecken. Natürlich kostet die Herstellung der Karten, aber bei Fümoar-Lokalen mit viel Publikum könnte sich das Fälschen lohnen. Bislang haben die 180 Fümoar-Lokale weit über 60 000 Karten vom Verein bezogen. Übrigens: Im juristischen Streit werden Behörden und Julliard nun zwei Rekurse als Musterfälle beschleunigt behandeln. Die anderen Fälle werden sistiert, zumindest bis das Basler Verwaltungsgericht einen Entscheid über die Zulässigkeit des Fümoar-Modells gefällt hat (BaZ vom Samstag). Julliard ist mit diesem Vorgehen einverstanden. (Basler Zeitung)
Erstellt: 07.02.2012, 11:47 Uhr
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11 Kommentare
Es ist schön zu sehen, dass sich Fümoar nun anfängt selber aufzulösen.
Dieser Verein hat der Basler Bevölkerung nun lange genug auf der Nase herumgetanzt und gehört abgeschafft.
Zwei Volksabstimmungen sind den exponenten offenbar nicht genug! Raucher VOR die Türe!
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