Basel

Für die Steuererklärung bleibt nur wenig Zeit

Von Ralph Schindel. Aktualisiert am 22.02.2012 8 Kommentare

Ende März muss die Steuerklärung eingereicht werden. Verschickt wird sie aber erst diese Woche – wenn sich die meisten Leute auf die Fasnacht vorbereiten oder in die Ferien fahren.

2011 hat ein Drittel der Steuerpflichtigen die Steuererklärung fristgerecht eingereicht.

2011 hat ein Drittel der Steuerpflichtigen die Steuererklärung fristgerecht eingereicht.
Bild: Mischa Christen

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Endlich ist sie da und trotzdem kommt keine Freude auf: Die Steuererklärung für das letzte Jahr ist in den vergangenen Tagen in viele Briefkästen im Kanton Basel-Stadt geflattert. Abgabetermin für die Erklärung ist wie immer Ende März. Berücksichtigt man, dass die eine Hälfte der Basler Bevölkerung derzeit in den Skiferien weilt und die andere Hälfte mit der Vorbereitung auf die Fasnacht beschäftigt ist, verbleiben danach noch knappe vier Wochen, um Papa Staat darzulegen, wie viel Vermögen und Einkommen man per 31. Dezember 2011 deklarieren konnte –, oder die schon fast zum Ritual gewordene Möglichkeit einer Fristverlängerung zu nutzen.

Aber weshalb kommt die Steuererklärung erst gegen Ende Februar, wo doch der durchschnittliche Steuerzahler versucht, sich möglichst korrekt zu verhalten, und alle Belege bereits zur Seite gelegt hat? «Die Steuererklärung wird Anfang Februar verschickt», sagt Christian Mathez, stellvertretender Steuerverwalter im Finanzdepartement, «das war schon immer so.» In diesem Jahr wurde der Versand der Briefe am 10. Februar bei der Post Basel 2 in Auftrag gegeben. Mathez hat seine eigene Steuererklärung auch erst am Montag erhalten, sein Sohn, der im selben Haus wohnt, bekam sie bereits vergangene Woche. «Einige Couverts wurden rasch verschickt, das ist von der Post abhängig», sagt Mathez. Wolle man eine möglichst gleichzeitige Zustellung durch die Post, würde der Versand viel teurer werden.

Häufige Bitte um Fristerstreckung

Den späten Termin Anfang Februar begründet der stellvertretende Steuerverwalter mit Änderungen im letzten Moment, die es oft gebe. «Wollte man die Steuererklärungen früher verschicken, würde dies eine neue Planung bedingen.» Wegen des späten Versanddatums seien auf der Steuerverwaltung noch keine Reklamationen eingetroffen. Und das will etwas heissen: Immerhin erhalten in diesem Jahr 123 537 alleinstehende, in Partnerschaft lebende und verheiratete Personen, 477 Personengesellschaften sowie 10'194 Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereine und Stiftungen die Steuererklärung oder den Fragebogen, wie auf der Homepage der Steuerverwaltung ausgeführt wird. Sie alle könnten reklamieren.

Die juristischen Personen müssen ihre Steuererklärung bis Mitte Jahr einreichen, natürliche Personen dagegen eigentlich bereits Ende März. Eigentlich deshalb, weil eine Fristerstreckung bis Ende September gratis möglich ist, danach kostet es 40 Franken. «Das Formular zur Fristerstreckung wird rege eingesandt, rund zwei Drittel der Steuerpflichtigen bitten um Erstreckung», sagt Mathez. In vielen Fällen wird diese Möglichkeit danach aber gar nicht genutzt. 2011 hat ein Drittel der Steuerpflichtigen die Erklärung fristgerecht eingereicht. Am 30. April 2011 war es fast die Hälfte, einen Monat später bereits über die Hälfte.

Die Basler sind korrekte Steuerzahler

Zu diesem Zeitpunkt, am 31. Mai, sind auch die kantonalen Einkommens- und Vermögenssteuern sowie die Feuerwehrersatzabgabe fällig – und das unabhängig vom Abgabetermin der Steuererklärung. «Man kann aber nicht gezwungen werden, auf die Fälligkeit hin zu bezahlen», betont Mathez. Trotzdem würden viele Steuerpflichtige die Variante der Vorauszahlungen benutzen. «Gut 40 Prozent» seien es. Den Baslern windet er ein Kränzchen: «Im grossen Schnitt sind die Basler korrekte Steuerzahler.»

Die Steuerstatistik 2011 weist für den Kanton Basel-Stadt und das Jahr 2008 einen Ertrag aus Einkommens- und Vermögenssteuer – inklusive Gemeindesteuer – von knapp 1,267 Milliarden Franken aus. Der Mittelwert des steuerbaren Einkommens pro Veranlagung sank im Vergleich zum Steuerjahr 2007 um fast 31 Prozent auf 41'698 Franken. Grund war die Einführung des Steuerpakets, das unter anderem die Erhöhung der Sozialabzüge zwecks Befreiung des Existenzminimums beinhaltete sowie höhere Abzugsmöglichkeiten bei den Berufs- und Versicherungskosten brachte. (Basler Zeitung)

Erstellt: 22.02.2012, 16:03 Uhr

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8 Kommentare

johann derendinger

22.02.2012, 19:42 Uhr
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Ist paradox: Steuerverwaltung sendet Steuererklärung Mitte Februar. Bis Ende März muss die Steuererklärung eingereicht werden. Es dauert bis Ende November bis man die Veranlagung erhält; die Steuern sind aber bereits am 31. Mai geschuldet. Wer sonst kann etwas fällig stellen, bei dem der Schuldner nicht mal den Betrag genau kennt? Quellensteuer wäre absolut sinnvoll. Antworten


Roland Rawyler

22.02.2012, 19:36 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Die Steuern müssen bis Ende März eingereicht sein, selbst wenn alles schon frühzeitig bezahlt ist, lässt sich die Steuerverwaltung aber sehr viel Zeit, bis sie die Endabrechnung verschickt, dies hat mich schon sehr oft genervt !
Wie auch immer, viel vom Bürger verlangen, ihm aber wenig bieten, der einzige Makel, den ich dem Departement von Frau Hezog anlasten muss, bei all seinen Qualitäten !
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