Basel
Für ein Hallenbad in der St. Jakobshalle
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 05.03.2011 25 Kommentare
chronologie
1964. Interpellation zu Planstudien für ein gedecktes Schwimmbad mit einem Olympiabecken von 50 Metern in der geplanten St. Jakobshalle. Diese wird 1975 fertiggestellt, aber mit einem nicht öffentlich zugänglichen 25-Meter-Pool.
1971. Initiativbegehren zur Errichtung eines Hallenbades wird mit
3425 Unterschriften eingereicht. Das Projekt sieht ein 50-Meter-Becken vor.
1979. Parlamentarischer Anzug fordert ein 50-Meter-Becken für Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten im Winter.
1987. Parlamentarischer Anzug für ein 50-Meter-Hallenbad.
2000. Der Schwimmverein beider Basel schlägt ein Projekt für ein nationales Schwimmzentrum vor.
2001. Oscar Battegay (FDP) lanciert einen Anzug für ein Schwimmzentrum, der mit 77 gegen 7 Stimmen überwiesen wird.
2002. Businessplan für Schwimmzentrum beider Basel wird ausgearbeitet.
2003. Es wird ein redimensioniertes Projekt für ein Schwimmzentrum vorgestellt. Als Alternative geprüft wird eine Überdachung des Familienbades im Gartenbad St. Jakob.
2004. Sportamt schlägt den Anbau einer Schwimmhalle bei der Kunsteisbahn Margarethen vor. Das Schwimmzentrum wird auf Eis gelegt. Als Übergangslösung ist ein Ballondach über dem Sportbad St. Jakob vorgesehen.
2008. Baubewilligung für das Ballondach. Petition mit 7800 Unterschriften für diese Lösung.
2010. Das Ballondach im St. Jakob erweist sich als nicht realisierbar.
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Die St. Jakobshalle wird saniert. Nun fordern Grossräte, dass geprüft wird, ob ein 50-Meter-Schwimmbecken in die Halle integriert werden kann. Stimmen Sie dieser Forderung zu?
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Die St. Jakobshalle soll für rund 86 Millionen Franken umfassend saniert werden. Die Eckwerte des Umbaus hat die Regierung kürzlich skizziert. So soll beispielsweise die Kapazität der Halle bei rund 9000 Zuschauern belassen werden, was bereits einige Kritiker auf den Plan gerufen hat, die eine grössere Halle fordern. Am Donnerstagabend nahm der Basler Erziehungsdirektor und Sportminister Christoph Eymann (LDP) im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der St. Jakobshalle Stellung zum Umbauprojekt. Er sagte: «Die Regierung hat ihre Vorstellungen skizziert, nun muss das Parlament entscheiden, ob es allenfalls noch andere Ideen hat.»
BaZ-Recherchen zeigen: Einzelne Parlamentarier haben sehr wohl andere Ideen für den Umbau der Halle. Diese Woche wurde im Grossen Rat ein breit abgestützter Vorstoss eingereicht mit dem Ziel, ein 50-Meter-Schwimmbecken in die St. Jakobshalle zu integrieren. Die treibende Kraft dahinter ist André Weissen (CVP). Unterschrieben wurde der Vorstoss von Sportpolitikern aller Fraktionen im Grossen Rat.
«Den Schwimmern fehlt in Basel die Möglichkeit, im Winter in einem Wettkampfbecken trainieren zu können», sagt Weissen. Das Bedürfnis sei gross, deshalb sei es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu politischen Vorstössen für einen 50-Meter-Pool gekommen (siehe Chronologie links). Weissen findet: «Wenn die St. Jakobshalle schon umgebaut werden muss, so soll zumindest geprüft werden, ob nicht ein grosses Schwimmbecken integriert werden kann.»
Für den Breitensport
Es gibt heute bereits ein Schwimmbecken in der Halle. Es ist aber nicht öffentlich zugänglich, sondern wird an Vereine vermietet. Und es ist bloss 25 Meter lang – entspricht somit nicht den Erfordernissen des Spitzensports. Für Christine Keller (SP), die den Vorstoss unterzeichnet hat, ist aber klar: «Ein 50-Meter-Becken müsste auch dem Breitensport zur Verfügung stehen.» Zumal es in Basel mit dem Rialto bloss ein öffentliches Hallenbad gibt.
Die federführenden Grossräte wissen nicht, ob das Projekt realisierbar ist – und wie viel es kosten würde. «Wir möchten aber, dass die Idee geprüft wird», sagt Weissen. Der parlamentarische Vorstoss soll nicht an die Regierung überwiesen werden, sondern an die zwei Grossratskommissionen, die den Ratschlag zum Umbau der St. Jakobshalle behandeln. Illusionen macht sich André Weissen keine: Falls die Kommissionen zum Schluss kämen, dass sich aus technischen Gründen kein 50-Meter-Becken einbauen lasse oder dies den Umbau beispielsweise um 50 Millionen Franken verteuern würde, «dann ist für mich die Idee gestorben».
Erwartungen an Eymann
In Basels Schwimmszene freut man sich über den neuerlichen Vorstoss für ein Hallenbad. «Das ist ganz in unserem Sinn», sagt Günter Hulliger, Präsident des Kantonalschwimmverbandes beider Basel. Es sei vermutlich die letzte Chance, um in absehbarer Zeit ein Hallenbad zu erhalten, das sich auch für Wettkämpfe eigne. «Klappt dies nicht, dann passiert zwanzig Jahre lang nichts mehr», befürchtet Hulliger. Er sieht nun auch Regierungsrat Eymann gefordert. «Er hat bis jetzt noch nie klar gesagt, ob er ein 50-Meter-Becken will oder nicht.» Es sei an der Zeit, dass er Farbe bekenne. (Basler Zeitung)
Erstellt: 05.03.2011, 08:17 Uhr
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