Basel

Gass sieht sich gestärkt

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 23.01.2010 1 Kommentar

Der nationale Runde Tisch gegen Gewalt im Sport, an dem der Basler Regierungsrat Hanspeter Gass (FDP) eine Führungsrolle innehat, nimmt die Sportclubs bei der Gewaltbekämpfung in die Pflicht.

Gemeinsam gegen Gewalt: Hanspeter Gass (r.) an der Seite von Bundes- 
rat Ueli Maurer bei der Pressekonferenz des Runden Tisches.

Gemeinsam gegen Gewalt: Hanspeter Gass (r.) an der Seite von Bundes- rat Ueli Maurer bei der Pressekonferenz des Runden Tisches. (Bild: Keystone)

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Der Runde Tisch ist für Hanspeter Gass (FDP) eine runde Sache. «Wenn ich daran zurückdenke, wo wir vor einem Jahr standen, darf ich feststellen: Es ist seither viel passiert», sagt er. Der Basler Sicherheitsdirektor ist zufrieden mit dem Resultat, das der «Runde Tisch gegen Gewalt im und um den Sport» unter der Leitung von Bundesrat Ueli Maurer (SVP) an seiner gestrigen Sitzung in Bern erreicht hat.

Umfangreicher Massnahmen-Katalog

Der Runde Tisch versammelt Vertreter von Sportverbänden, Bund, Kantonen, Städten und Fanarbeit – und diese einigten sich auf einen Massnahmenplan, der die Sicherheit in Fussball- und Eishockeystadien erhöhen soll. Dass Gass dies als Erfolg wertet, liegt auf der Hand. Der Runde Tisch folgte weitgehend der Policy gegen Gewalt im Sport, welche die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) im vergangenen November verabschiedet hat. «Die kantonalen Sicherheitsdirektoren gehören zu den Hauptbetroffenen. Es ist sinnvoll, dass sie eine Führungsrolle übernehmen», sagt Gass.

Konkret beschlossen hat der Runde Tisch, dass die KKJPD zusammen mit den Sportverbänden eine Mustervereinbarung ausarbeitet. Die Idee dahinter: Sportclubs und Stadionbetreiber müssen sich verpflichten, dass sie Massnahmen im Bereich Sicherheit treffen. Tun sie dies nicht, dann werden sie dafür bestraft. Je weniger Prävention sie leisten, desto stärker müssen sie sich an den Polizeikosten beteiligen. Dieses Bonus-Malus-System soll bereits im Sommer eingeführt werden. Der Katalog der Sicherheitsmassnahmen, welche die Sportclubs treffen müssen, ist umfangreich. Zu ihm gehören die Möglichkeit eines Alkoholverbots im Stadion, die Abschaffung der Stehplätze, die rigorose Bekämpfung von Pyrotechnik und die Verstärkung der Fanarbeit.

Bei den Fussballfans umstritten ist die Einführung der Fan-Card. Sie funktioniert nach dem Prinzip: Ticket gegen Ausweis. Wie die Fan-Card ausgestaltet wird, darüber brütet nun die Swiss Football League. Das Konzept wird im dritten Quartal dieses Jahres vorgestellt. Für Aufsehen dürfte eine weitere Massnahme sorgen: Fans sollen künftig nicht mehr mit SBB-Sonderzügen, sondern mit Charterfahrten per Bus an- und abreisen, wobei sie von Club-Betreuern begleitet werden. Auch der Alkoholkonsum soll eingeschränkt werden. Mittelfristig gibt es in den Stadien nur noch Leichtbier.

Verhandlungsposition gestärkt

Wie der Massnahmenplan lokal umgesetzt wird, darüber müssen nun die Sicherheitsdirektoren mit den Sportclubs verhandeln. Basels Polizeidirektor Hanspeter Gass trifft sich innerhalb der nächsten 14 Tage – zum wiederholten Male – mit Vertretern des FC Basel und der Stadionbetreiberin Basel United. Er sieht seine Verhandlungsposition durch den Runden Tisch gestärkt. «Der Massnahmenkatalog wurde gemeinsam mit Vertretern des Sports ausgearbeitet – dies macht es mir einfacher, mit dem FCB beispielsweise über Light-Bier zu reden.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.01.2010, 09:18 Uhr

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1 Kommentar

rolf spinnler

25.01.2010, 14:45 Uhr
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Warum dürfen die Zuschauer kein normales Bier trinken? Etwa weil die agressiven Gäste-Fans ein zu harter Haufen sind? Es ist ja einfacher 99% friedlicher Fans zu schikanieren, anstatt z.B. Bengalen-Werfer einzulochen. Antworten



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