Basel
Gebühren vertreiben Besucher
Von Claudia Kocher. Aktualisiert am 13.01.2011 6 Kommentare
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Seit einem Jahr muss für die Benutzung gewisser Geräte in der Dreirosen Freizeithalle eine Gebühr bezahlt werden. Das hat viele Besucher vertrieben. Finden Sie die Gebühren gut?
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Die Benutzerzahlen der Freizeithalle Dreirosen stiegen seit der Eröffnung 2006 kontinuierlich an. Ein Erfolgserlebnis, sagte sich wohl die Christoph Merian Stiftung (CMS), unter deren Federführung das Projekt entstanden war. Die Zahlen gaben ihr recht: Im Jahr 2009 wurden über 50'000 Besucherinnen und Besucher registriert. Doch 2010 kam der Einbruch mit einem Besucherrückgang von über 20 Prozent. Denn im vergangenen Jahr wurden viele Geräte gebührenpflichtig: Zehn Minuten Trampolinspringen kosteten zwei Franken, eine Viertelstunde Tischtennis einen Franken, eine halbe Stunde Billard gar vier Franken.
Der Kanton, der helfen sollte, den Betrieb finanziell zu unterstützen, sprach für 2010 den Betrag von 225'000 Franken. Allerdings knüpfte er daran die Bedingung, Gebühren zu erheben. Dies aber hatte die CMS damals explizit nicht gewollt. Der Besuch der Freizeithalle sollte niederschwellig sein, und vor allem von Quartierbewohnern aus dem Kleinbasel genutzt werden. Marc Moresi ist Leiter der Freizeithalle, die mittlerweile von der Basler Freizeitaktion im Auftrag des Erziehungsdepartements geführt wird. Der Besucherrückgang sei markant spürbar gewesen letztes Jahr, sagt er. «Es war zu erwarten, dass die Gebühr abschreckend wirkt.» Doch habe man letztes Jahr durch die Gebühren nur knapp 40 Prozent der Einnahmen erreicht, die vom Kanton erwartet worden seien. Noch höhere Gebühren zu verlangen, sei keine Lösung. «Das bringt uns nicht mehr Besucher, ergo auch nicht mehr Einnahmen», findet Moresi.
Die nächsten zwei Jahre gesichert
An den Grundwerten wolle man aber nicht rütteln, meint Moresi. Schliesslich biete der Ort ein niederschwelliges Bewegungsangebot mit sozialem Charakter. Einen fixen Preis für einen Halleneintritt habe man bewusst nicht gewollt. Denn wenn alle Geräte besetzt seien, gebe es Wartezeiten und nicht alle kämen zu den favorisierten Geräten. Ausserdem könne man sich an nicht gebührenpflichtigen Geräten trotzdem in der Halle aufhalten, ohne Geld auszugeben.
Anfang Dezember 2010 hat der Grosse Rat für die nächsten zwei Jahre Subventionen von je 225'000 Franken gesprochen. Auch unterstützt die CMS die Halle weiterhin mit jährlich 100'000 Franken. «Insgesamt sind wir glücklich, dass die nächsten zwei Jahre finanziell geklärt sind», sagt Moresi. Dennoch sei man weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, die das bisher entstandene Loch stopfen könnten.
Einnahmen entstehen durch die Vermietung der Halle sowie den Betrieb des Bistros. Auch durch das Beschäftigungsprogramm mit arbeitslosen Jugendlichen erhalte man eine Entschädigung. Der Kanton finanziert mit seinem Beitrag vier Tage des Betriebs. Den fünften Tag finanziere man selbst. Freitags und samstags ist die Halle geschlossen. Für Moresi ist aber klar: «Die Leute hätten gerne jeden Tag offen.»
Tageskarte wird eingeführt
Als Reaktion auf den Besucherrückgang werden nun ab Februar eine Tageskarte und ein Jahresabo mit je drei verschiedenen Tarifstufen eingeführt. «Wir wollen nicht, dass Leute mit wenig Geld fernbleiben», begründet Moresi die neue Preispolitik. So werde sich die Benutzung mit der Tageskarte und dem Familienpass plus massiv verbilligen. Auch der Familienpass und Colour Key geben Vergünstigungen. Wer keinen solchen Ausweis besitzt, zahlt im Alter von 3 bis 18 Jahren zehn Franken für eine Tageskarte.
Wer keine Tageskarte kauft, zahlt für Trampolin, Tischfussball, Pingpong, Speedhockey und Poolbillard leicht mehr als bisher. «Wir gehen davon aus, dass wir mit den Anpassungen etwa gleich viel einnehmen werden wie bisher», meint Moresi. Also immer noch nicht so viel, wie es der Kanton gerne hätte. «Aber wir rechnen damit, so wieder mehr Leuten den Besuch zu ermöglichen.» Solchen Personen, denen der Besuch aufgrund der Gebühren erschwert oder verunmöglicht worden war. (Basler Zeitung)
Erstellt: 13.01.2011, 07:26 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



