Basel

Gezielte Förderung für Basler Kreativwirtschaft

Aktualisiert am 20.05.2010

Der Kanton Basel-Stadt will die Kreativwirtschaft mit Fokus auf Design und Architektur gezielt fördern. Finanzielle Anreize interessieren die Branche indes kaum.


Grundlage für die noch nicht konkretisierten Förder-Massnahmen bildet eine am Donnerstag den Medien vorgestellte Studie. Diese bietet erstmals eine umfassende Innensicht der Kreativwirtschaft, welche die Basler Regierung in ihrem Wirtschaftsbericht 2007/08 in den Status einer von insgesamt fünf Zielbranchen erhoben hatte.

Die Studie zeigt auf, das die Basler Kreativwirtschaft 2008 rund 1800 Arbeitsstätten mit 11'300 Beschäftigten umfasste. Das sind 7,1 Prozent aller Beschäftigten und 16,7 Prozent der Betriebe. Mehr als drei Viertel der Kreativen sind in Kleinunternehmen mit maximal zehn Beschäftigten tätig. Ein Drittel der Befragten weisen Umsätze von unter 75'000 Franken aus.

Mehr geistige Freiräume

Trotz oftmals bescheidenem Umsatz ist die Kreativwirtschaft gemäss der Studie kaum an finanziellen Anreizen interessiert. Verlangt wird dagegen mehr öffentliche Anerkennung für die wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen der Branche, statt diese vornehmlich für die Vermarktung der Stadt zu nutzen.

Gefordert werden unter anderem mehr geistige Freiräume und räumliche Möglichkeiten etwa durch staatlich geförderte oder tolerierte Zwischennutzungen. Bessere Beratungsangebote sowie Unterstützung für Netzwerke und beim Marktzugang gehören zu den weiteren Wünschen der Kreativen, bei denen der Standort Basel insgesamt gut benotet wird.

Wirtschaftsfaktor

Im Stadtkanton sind gemäss der Studie drei von insgesamt 13 Teilmärkten wirtschaftlich stark. Es handelt sich dabei um die Bereiche Design, Architektur und Kunst. Mit dem Ziel, bestehende Stärken weiter zu stärken, soll der Fokus bei der Förderung nun auf Design und Architektur gelegt werden.

In die Förderung der Kreativwirtschaft werden auch BaselArea und das Amt für Arbeit und Wirtschaft eingebunden. Die Federführung wird aber laut Regierungsrat Christoph Brutschin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, einem externen siebenköpfigen Gremium übertragen. Geleitet wird dieses von Martin Heller, Kulturunternehmer und ehemaliger künstlerischer Leiter der Expo.02.

In das Vorhaben soll in den nächsten drei Jahren rund eine Million Franken aus dem Standortförderungsfonds fliessen. Die Studie kostete rund 95'000 Franken. Von den Massnahmen, die das weitgehend ehrenamtlich tätige Gremium nun in enger Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft erarbeiten muss, erhofft sich Brutschin eine weitere Stärkung dieser Branche als Wirtschaftsfaktor. (alx/sda)

Erstellt: 20.05.2010, 15:01 Uhr

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