Basel
Grossbrand bei der Schifflände
Von Monika Zech. Aktualisiert am 13.08.2011 4 Kommentare
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Am Freitagnachmittag, kurz nach 16 Uhr, bemerkte eine Polizistin im Spiegelhof, wie vom dahinter gelegenen Haus an der Petersgasse dichter Rauch aufstieg. Sie alarmierte die Feuerwehr. Wie sich herausstellte, stand der Dachstock des Andlauerhofs, der zurzeit umgebaut wird, in Vollbrand.
Die Feuerwehr sei kurz nach der Alarmierung mit einem Grossaufgebot vor Ort gewesen, sagte Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dennoch habe das Feuer auf das Nachbargebäude – das Personalhaus des Hotels Trois Rois – übergreifen können. Sechs Personen wurden evakuiert, Verletzte habe es glücklicherweise keine gegeben.
Das Haus gehörte Dieter Behring
Während die Feuerwehr in den beengten Verhältnissen der Altstadtgasse auf Drehleitern gegen das Feuer ankämpfte, breitete sich dichter Rauch über der Innenstadt bis hinunter zur Schifflände aus. Was zur Feierabendzeit natürlich zahlreiche Schaulustige anzog. Die Polizei sperrte jedoch das Gebiet um den Brand grossräumig ab – «um zu verhindern», sagte Gill, «dass jemand durch herabfallende Ziegel verletzt wird». Zur Brandursache konnte Gill noch keinerlei Angaben machen, das müsse nun ermittelt werden.
Der Gebäudekomplex an der Petersgasse war einst im Besitz des Finanzjongleurs Dieter Behring, der aus dem Andlauerhof einen Gourmettempel mit Hotel- und Konferenzbetrieb machen wollte. Bei der Versteigerung von Behrings Liegenschaften im Jahr 2006 ging der Andlauerhof an den Zürcher Unternehmer Heiner Schellenberg. Das historische Altstadtgebäude wird derzeit gemäss den Plänen des Basler Architekturbüros Villa Nova aufwendig renoviert, es sollen Wohnungen der gehobenen Klasse entstehen.
Wertvolle alte Bausubstanz zerstört
«Brutal, dieser Brand», sagte der erschütterte Beat Jeker, der als Bauführer der Generalunternehmung Caretta-Weidmann das Umbauprojekt leitet und nun zusehen musste, wie das Feuer so viele Wochen und Monate Arbeit zerstörte. Sie seien schon so weit gewesen, sagte er, eigentlich habe nur noch die Dachhülle gefehlt. «Und nun das!» Er könne das nicht begreifen. «Es wurden weder Schweiss- noch Schmirgelarbeiten gemacht»; auch seien die Arbeiter bestimmt zehn Meter von dem Ort, wo das Feuer ausgebrochen ist, entfernt gewesen. Wenigstens, sagte Jeker, sei der Grossteil des nun verbrannten Dachteils neu und somit keine wertvolle alte Bausubstanz zerstört worden. Zumindest hofft er das. Innen gebe es noch gar nichts, so Jeker, «ausser die Böden – und alte Holzbalken».
So oder so, der Schaden sei immens, meinte er. Zum Feuer komme natürlich noch das Wasser der Löscharbeiten. Wie hoch letztlich die gesamte Schadensumme sei, könne Jeker nur ganz grob schätzen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Sachschaden von mehreren Hunderttausend Franken aus. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.08.2011, 19:33 Uhr
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