Basel
Grosser Rat will St. Jakobshalle saniert sehen
Von Joel Gernet. Aktualisiert am 09.11.2011 12 Kommentare
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(baz.ch/Newsnet)
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Die Abstimmung ist erfolgt!
Der Grosse Rat hat den Antrag der Regierung für einen Projektierungskredit über 4,8 Millionen Franken zur Sanierung der St. Jakobshalle mit 60 zu 31 Stimmen angenommen. Der Entscheid ist nach den langen Diskussionen und dem knappen Entscheid in der BRK erstaunlich deutlich ausgefallen.
Zuvor hatten die Mitglieder des Grossen Rats die Rückweisung des Geschäfts – wie dies vor allem SVP, GLP und GPK verlangt hatten – mit 55 zu 38 Stimmen abgelehnt. Dafür wurde jede Grossrätin und jeder Grossrat einzeln befragt.
Der Anzug von André Weissen zur Schwimmhalle mit einem 50-Meter-Becken wurde mit einer grossen Mehrheit gegenüber 18 Stimmen und einer Enthaltung stehen gelassen – und nicht abgeschrieben, wie das die BRK gerne gesehen hätte. -
Andreas Albrecht (BKR) mit dem letzten Schlussvotum
«Man kann unterschiedlicher Ansicht sein, ob genügend Grundlagen für einen Entscheidung vorliegen», sagt Albrecht von der Bau- und Raumplanungskommission. «Selbstverständlich liegt der BRK ein Nutzungskonzept der Halle vor», kontert er die Kritik, dass keine konzeptionellen Grundlagen vorliegen würden. Zudem ginge es ja nicht darum, etwas komplett Neues zu errichten. «Deshalb kann man ja auch auf die Erfahrungen zurückgreifen», meint Albrecht.
«Es ist auch ohne Gesamtübersicht ein Entscheid denkbar», findet Albrecht, auch wenn er gewisse Kritikpunkte nachvollziehen kann.
Das Abschreiben des Anzuges zur Schwimmhalle von André Weissen würde nicht bedeuten, dass man die Schwimmhalle nicht bauen wolle. Man wolle jetzt nur nicht vorpreschen, sondern die Zusammenarbeit mit Baselland abwarten. Da das Baselbiet momentan aber andere sorgen habe, stehe das Projekt nicht im Vordergrund.
«Diese polyvalente Nutzung der Halle ist das Konzept», kontert er die Kritik, dass die St. Jakobshalle ein «Gemischtwarenladen» sei. Die Prüfung einer PPP (Public-private-Partnership) stehe momentan nicht im Vordergrund. «Wegen der Mehrfachnutzung wird eben nicht nur Rendite angestrebt», so Albrecht. «Da ist wenig Raum für eine PPP.» Der Gewinn von Privaten ginge letztlich zu Lasten des Steuerzahlers.
Zum Umbau der Messe Schweiz meint Albrecht, dass dieser Vergleich hinke, weil die Messe zusätzliche Infrastruktur gebaut habe. Die Unterbringung eines Tennisturniers an einem neuen Ort sei nicht so einfach wie jene von Uhren und Schmuckständen.
«Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns das Bedrucken weiterer Seiten mit einem Konzept weiterbringt.» -
Felix Meier (JSSK)
Felix Meier von der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission ermahnt: «Es geht erst um den Projektierungskredit». Er betont noch einmal die angestrebte Mischnutzung. Der Breitensport sei für die Sanierung. Meier bittet nochmals um Zustimmung.
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Schlussvotum Hans-Peter Wessels
Er habe der flammenden Rede von Kollege Eymann fast nichts mehr anzufügen, meint Wessels. Dann kritisiert der Baudirektor: «Ich staune ob diesem sorglosen Umgang mit Steuergeldern.» Und weiter: «Dieses Bisschen sind über 100 Millionen mehr», meint er zur Differenz zwischen Sanierung und Neubau.
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Schussvotum von Christoph Eymann
Regierungsrat Eymann redet über den Informationsfluss zwischen GPK, BKR und Regierung. Und kritisiert die Kritik an der Regierung. «Es kommt mir vor, als ob verzweifelt nach Argumenten gesucht werde, um die GPK-Argumente zu stützen.» Eymann weist den Vorwurf vehement zurück, man habe unseriös gearbeitet. «Wir haben mehr geprüft. möglicherweise haben wir zu wenig kommuniziert», so Eymann im Kontext einer möglichen «Public-Private-Partnership». Er bittet um Vertrauen gegenüber der Regierung – «wir wollen doch nichts an ihnen vorbeimischeln». Eine Konzept zur Nutzung der anderen Hallen in Basel würde die Regierung zudem nachliefern. Eymann scheint sich ein letztes Mal aufzubäumen: «Wir haben alles getan.» Man möchte ja die Infos liefern, die alle gerne hätten, er glaube auch, dass diese Antworten rechtzeitig da sein werden. Die Kritik am fehlenden Sportkonzept weist er zurück.
«Wir sind sehr wählerisch, wen wir in die St. Jakobshalle lassen», erklärt Eymann. Seine Mitarbeiter wüsszen, dass sie bei ihm wegen einer Sexmesse gar nicht erst anfragen müssen. Ebenso bei Sektenveranstalungen. «Ich glaube wir sind gut unterwegs», findet Eymann zu den neusten Events. «Bitte gehen sie mit den Staatsfinanzen vorsichtig um», appelliert Eymann zum Schluss. -
Heinrich Überwasser (SVP)
Der SVPler negiert, dass er – wie in diesem Ticker beschrieben – «mit beiden Beinen in der Luft steht». Nun bringt er das Gelände beim Rankhof (mit Parkhaus, Bahn- und Autobahnanschluss) als möglicher Standort ins Spiel. «Somit wäre ich mit meinen beiden Füssen wieder am Boden – dankeschön.»
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David Wüest-Rudin (GLP)
«Es wird nicht fundiert gezeigt, warum ein Neubau unrealistisch ist», so Wüest Rudin. Der Ratschlag sei zu dünn. Wenn ein Neubau ein Luftschloss ist, müsse man das besser begründen. «Wenn wir jetzt auf den Projektierungskredit einsteigen, bleibt es bei der Variante B+, danach können wir nicht mehr zurück.» Für einen seriösen Entscheid bittet er um Rückweisung an den Regierungsrat.
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Patrick Hafner (SVP)
«Ja, auch der kommt noch», kündigt sich Patrick Hafner (SVP) an. Sanierungen sind und werden nötig bleiben, er wolle allerdings nicht, dass es mit der «Pflästerlipolitik» weitergehe. Er fordert die Grossräte nun aber dazu auf, etwas grosszügiger zu denken. «Wir müssen jetzt mutig sein und nicht sofort entscheiden.» Zudem irritiere ihn die Verkehrung der Haltungen der Bügerlichen (wollen eher einen Neubau) und der Linken (tendieren zur Sanierung).
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Christoph Wydler (EVP/DSP)
«Faktisch geht es doch um Sanierung und Neubau.» EVP/DSP sähen auf Grund der Informationen von heute Morgen keinen Anlass zu einem Neubau.
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Dominique König (GPK)
Zweites Votum von Dominique König (Geschäftsprüfungskommission). «Der Regierungsrat hat seine Hausaufgaben noch nicht gemacht», findet König. Zudem wisse man noch nichts über die Zukunft des Unisports oder die Schwimmhalle, wo man den Dialog mit BL hätte suchen sollen. «Es fehlen Hinweise, dass mit allen Betreibern der umliegenden Anlagen geredet wurde.» Die GPK lasse nicht zu, dass so viele Fragen offen bleiben. «Wenn wir zum Proketierungskredit ja sagen, sagen wir zur Variante B+ ja», erklärt König. Damit sei unklar, ob allfällige andere Änderungen danach noch eingebracht werden können. «Wir warnen davor, einen weiteren Fehler zu machen», sagt die GPK-Chefin. «Die Qualität des Ratschlags ist ungenügend, die knappen Abstimmungsergebnisse stehen für sich», sagt sie an die Adresse des Regierungsrates.
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André Weissen (CVP)
CVP-Grossrat André Weissen betont vor seiner Argumentation, dass er über grosse Erfahrung mit der «Joggeli-Halle» verfüge. Er kann die Unsicherheiten von Urs Müller (siehe unten) nachvollziehen. «Alle reden davon, dass man Grossanlässe verlieren können, ich frage mich aber, wie die Messe Schweiz einen solchen Riesenneubau hinbekommt.» Die Mehrkosten eines solchen Zusatzefforts erscheinen ihm akzeptabel für eine Bauzeit zwischen zwei Swiss-Indoors-Austragungen. Weissen stellt zudem in Frage, ob bei all den offenen Fragen ein Projektierungskredit von 4,8 Millionen ausreichen. Deshalb werde er für die Rückweisung votieren.
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Ernst Mutschler (FDP)
«Auch mir fehlt eine Gesamtschau», findet Ernst Mutschler. Das zeige sich auch im Vergleich mit anderen Städten. Er sehe den fehlenden Mut solcher Entscheide etwa auch bei der Kaserne. Er votiert auch für eine Fussgänger-Passarelle zwischen Halle und Fussballstadion. «Die Bauzeit dürfe keine Rolle.» Er stellt die Frage, was am Schluss teurer sei: Sanierung oder Neubau. Er ist für die Rückweisung.
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Urs Müller (GB)
«Ich bin klar für eine Rückweisung», erklärt Urs Müller vom Grünen Bündnis. Zu viele Fragen für den (Breiten-)Sport seien noch unklar. «Diese Fragen braucht es aber für einen Entscheid, ob es in Richtung Sport- oder Eventhalle gehe.» Ein Neubau sei ihm momentan aber auch fern. «Nichts, aber rein gar nichts, ist im Ratschlag zu finden», erklärt Müller zu den offenen Fragen bezüglich Breiten-, Uni- und Spitzensport. «Da sage ich nein.»
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Rolf von Aarburg (CVP)
«Gestern Abend habe ich noch ein Votum gegen die Verabschiedung vorbereitet», erklärt von Aarburg (CVP). Heute Morgen seien für ihn allerdings offene Fragen beantwortet worden und er werde sich – entgegen seiner bisherigen Ansichten – gegen einen Neubau aussprechen. «Man darf nicht nur gescheiter werden – man muss es zwingend.»
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Jürg Stöcklin (GB)
Stöcklin vom Grünen Bündnis beginnt den Redereigen. Er fasst nochmals zusammen, dass es um zwei Fragen gehe: Sind die Grundlagen ausreichend? Und: Wollen wir eine Sanierung oder einen Neubau? Nach Stöcklins Meinung sind die Entscheidungsgrundlagen gegeben, auch wenn die Details natürlich noch nicht klar seien. «Wir beschliessen hier noch nicht den Kredit für die Sanierung», gibt er zu bedenken. Es bestehe also noch genügend Zeit, um offene Fragen zu beantworten. Stöcklin appelliert auch an die Kollegen in der eigenen Fraktion, die einem Neubau zugeneigt sind: «Ein Neubau macht keinen Sinn.»
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Die Mittagspause ist zu Ende
Die Schlacht zu St. Jakob geht weiter. Ab 15 Uhr folgen nochmals Einzelredner. Der Grossratssaal füllt sich langsam.
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Zwischenfazit
Für den Sanierungs-Projektierungskredit von 4,8 Millionen sind: Regierungsrat, Bau- und Raumplanungskommission (BRK), Sicherheits- und Sportkommission (JSSK), SP, Grünes Bündnis, FDP und LDP. Dagegen sind: SVP, Grünliberale, CVP und die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Diese Haltungen war im Grossen und Ganzen bereits vorher bekannt. Einig war man sich bei allen Parteien, dass die Erneuerung – auch im Fall eines Neubaus – schnell gehen müsste. Ob das bei einem Neubau der Fall ist, daran schieden sich sie Geister. Um 15 Uhr geht es weiter mit den letzten 3-5- Einzelsprechern und den Abschlussvoten der Kommissionspräsidenten von BRK und JSSK sowie den Regierungsräten Wessels und Eymann. Danach wird abgestimmt.
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Mittagspause
Grossratspräsident Markus Lehmann beendet die Debatte fürs Erste. Ab 15 Uhr wird weiter diskutiert.
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Thomas Strahm (LDP)
«Matchentscheidend sind die Bedüftnisse der Veranstalter», findet Einzelsprecher Strahm und nennt insbesondere die Swiss Indoors. Man könne sich keine Abwanderung leisten, sonst drohe eine Neverending-Story à la Stadtcasino. Er plädiere dringend für die Zustimmung.
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Baschi Dürr (FDP)
Er spreche nicht im Namen seiner Finanzkommision oder seiner Fraktion, schickt Dürr voraus. Ihm gehe es um die subventionierte Eventinfrastruktur, er vermisse eine kantonale Gesamtsicht zu den Hallen. Dürr wünscht sich mehr Zusammenarbeit zwischen den Behörden. Er ist aus drei Gründen dafür: «Erstens möchte ich keinen Neubau, zweitens teile ich die generelle Skepsis nicht und – drittens – finde ich, dass unumstrittenermassen saniert werden muss.»
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Dominique König (GPK)
Die Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission findet, dass «die Debatte die grosse Unsicherheit spiegelt». Die GPK habe regelmässig darauf hingewiesen, dass eine umfassende Sanierung nötig sei. In den letzten Jahren sei die Halle aber immer wieder häppchenweise saniert worden. Der jetzt vorliegende Ratschlage sei «enttäuschend und mangelhaft», wichtige Angaben würden fehlen. Auch eine Gesamtbetrachtung sowie ein Konzept für die Zukunft würden fehlen. Die GPK beantrage deshalb eine Rückweisung an den Regierungsrat. «Wir vermissen eine fundiete Grundlage, warum die Variante B+ die beste Variante sein soll.» König kann nicht verstehen, dass der Eigenmietwert bei den Kalkulationen nicht mit einbezogen wurde.
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Heinrich Überwasser (SVP)
«Ein Neubau ist ein Signal für die Stadtentwicklung», sagt Heinrich Überwasser (SVP) und zeigt sich befremdet über die Haltung der FDP. Überwasser kann sich durchaus auch einen Standort auf dem Dreispitz oder beim Rheinhafen vorstellen – «mit beiden Beinen fest in der Luft», meint ein Journalistenkollege. Überwasser schildert seine zahlreichen Jovanotti-Konzerte in verschiedenen Schweizer Konzerthallen, schwärmt vom KKL in Luzern und von der Stimmung auf dem Gurten Openair (dort v.a. vom Patent-Ochsner-Konzert) und findet, dass das sanierte Hallenstadion keine gute Akustik gehabt habe. Mit einem Neubau könne Basel auch eine Konzerthalle mit optimaler Akustik haben, an dem das Publikum Freude haben. «Gönnen sie uns eine schöne neue Halle», so Überwasser. Notfalls gehe halt die Swiss Indoors für drei Jahre nach Zürich «das wäre nicht so schlimm».
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Emmanuel Ullmann (GLP)
Der erste Einzelsprecher findet, dass der Ratschlag zu sehr auf die Swiss Indoors ausgelegt sei. Redet von einer «Lex-Brennwald». Ullmann fordert eine Rückweisung.
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Conradin Cramer (LDP)
Der LDP-Fraktionschef wundert sich, dass gewisse Kollegen immer noch zu wenige Informationen haben wollen für eine Entscheidung. «Das ist ein Entscheid der Verschleppung, das ist der wahre mutlose Entscheid», findet Cramer. So entstehe Planungsunsicherheit. Die Frage Neubau ja oder nein sei nicht so komplex. «Entscheiden sie bitte heute« so Cramer «das ist meine Vorbemerkung» (Gelächter im Grossratssaal). Dann votiert der LDP-Fraktionschef für eine Annahme des Projektierungskredits.
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Helmut Hersberger (FDP)
«Die FDP ist dezidiert nicht für die Rückweisung», erklärt Hersberger, FDP-Fraktionschef. Der Ratschlag der Regierung sei zugegebenermassen etwas dünn, aber man habe wirklich schon viel abgeklärt. «Wir wollen nicht, dass sich hier jemand ein Denkmal baut, dass uns dann teuer zu stehen kommt», argumentiert Hersberger gegen einen Neubau und erinnert an die Elbphilharmonie in Hamburg. Dem Projektierungskredit sei zuzustimmen.
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Silbel Arslan (GB)
«Die Meinungen im Grünen Bündnis sind geteilt», erklärt Fraktionschefin Sibel Arslan. In der Fraktion sei man dennoch für die Überweisung des Projektierungskredits, weil man der Meinung sei, dass «jetzt etwas gehe». Beim GB ist man für einen Miteinbezug einer Schwimmhalle.
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Remo Gallacchi (CVP)
Der CVP-Fraktionschef wünscht eine vertieftere Variantenauswahl und favorisiert grundsätzlich einen Neubau. Seine Fraktion verlange deshalb ebenfalls eine Rückweisung.
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Bülent Pekerman (Grünliberale)
«Wir vermissen ein Gesamtkonzept», sagt Pekermann, von der Grünliberalen Fraktion. «Wollen wir nochmals so viel Geld in eine alte Halle investieren, welche uns bereits 23,4 Millionen Franken gekostet hat?». Er bittet – wie die SVP – um Rückweisung des Antrags.
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Roland Linder (SVP)
«Wir haben jetzt 20 Minuten lang das Loblied der St. Jakobshalle hören können», steigt Linder, SVP-Fraktionschef, ein. Er plädiert für die Rückweisung des Projektierungskredits. Linder bezweifelt, dass die Kosten der angestrebten Sanierung (86 Mio.) und eines Neubaus so weit auseinander liegen. Er möchte etwas auf dem Projektor zeigen – die Technik im Grossen Rat funktioniert aber nicht. «Sehen sie, immer wird der Opposition etwas zwischen die Beine geworfen. Ich hoffe, das war keine böse Absicht», meint er unter allgemeinem Gelächter.
Jetzt funzt der Projektor und Linder schildert, dass auch ein Neubau relativ rasch gebaut werden könnte (während die bestehende Halle vorerst bleibt). Er schaffe in der Branche, betonte er kurz zu vor. In einem Neubau könnte die Energieeffizient stärker verbessert werden, als bei der Sanierung. Linder zitiert die BaZ-Umfrage, bei welcher 62% der Leser für einen Neubau votiert haben. Von Regierungsrat Eymann wünscht sich Linder künftig konkretere Zahlen zu einem Neubau. -
Esther Lehner (SP)
Die SP-Fraktionschefin ergreift das Wort. «Wir unterstützen den Antrag der Regierung.» Die Halle sein nicht «schon» 40 Jahre alt, sondern «erst». Das Hallenstadion in Zürich, welches man mit einem Neubau überflügeln möchte, sei oft nicht belegt. Zudem brauche es die Halle ja auch für kleinere Veranstaltungen. «Wir stimmen dem Projektierungskredit zu», schliesst sie ab.
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Christoph Eymann zur Schwimmhalle
«Ich wette, dass es uns nicht gelingt, auch den Kanton Baselland zur Investition zu bewegen», meint er zum Wunsch einer Schwimmhalle mit einem 50-Meter-Becken in der neuen Halle, welche auf Münchensteiner Boden steht. Das Projekt bleibe eine Option, es wäre aber falsch, hier alleine vorwärts zu machen und ein falsches Signal auszusenden.
«Münchenstein plant für unseren Geschmack zudem manchmal zu gründlich – Fragen sie mal Herr Musfeld mit seiner Eishalle», sagt Eymann zur allfälligen Erschliessung neuer Parzellen um die St. Jakobshalle (z.B. Parkhaus) . «Ob wir dort bauen können, ist eine offene Frage.» Dann preist Eymann nochmals den multifunktionalen Charakter der jetzigen St. Jakobshalle, in welcher mehrere Events gleichzeitig statt finden könnten. -
Christoph Eymann
Sportdirektor Eymann schiesst zu Beginn seines Votums gegen die Veranstalter, die einen Neubau wünschen, und BaZ-Lokalressortleiter Raphael Suter, der den Sanierungsentscheid seiner Regierung als «mutlos» betitelt hat. «Wir haben sehr stark das Kosten-Nutzen-Verhältnis ins Auge gefasst», erklärt Eymann. Die Halle sei nie so rentabel, dass viel Geld zurückfliesse. «Das heisst nichts anderes, als dass wir mit einem Neubau neue Events – von Herrn Béchir und wie sie alle heissen – subventionieren würden.» Eymann betont nochmals die grosse Ausstrahlung der Swiss Indoors, welche bei einem Abriss abzuwandern droht. «Das ist eine Geschmacksfrage», meint er zum Einwand, dass die St. Jakobshalle nicht schön sei. Es hält es aber durchaus für möglich, aus der bestehenden Halle ein «Bijou» zu machen.
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Hans-Peter Wessels
«Der Neubau ist in erster Linie ein Luftschloss», meint Baudirektor Wessels, der sich noch einmal für eine Sanierung stark macht. «Diese Variante wäre katastrophal», sagt er zur Option Neubau mit gleichzeitigem Abriss. Wenn ein Neubau woanders platziert würde, müsse man zuerst einmal einen neuen Ort finden. Zu den beiden Neubauszenarien meint Wessels: «Wir hätten entweder eine grosse, unrentable Halle, oder zwei Hallen von der die eine (alte) trotzdem saniert werden müsste.» Ein Neubau für 2015 sei ein total illusorischer Termin, sagt auch Wessels in Anlehnung an Béchir (siehe unten).
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Felix Meier (JSSK)
«Es gibt Gründe, die Bodenhaftung nicht zu verlieren», sagt Felix Meier, Präsident der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Grossen Rates (JSSK). Seiner Kommission gehe es in erster Linie darum, den Breitensport in der Halle weiter zu berücksichtigen. Man befürworte deshalb die von der Regierung vorgeschlagene Sanierungsvariante B+, weil bei dieser der multifunktionale Charakter als Event- und Sporthalle erhalten bleibt. «Wir brauchen jetzt eine sanierte Halle und nicht in weiter Ferne – wir brauchen eine Mischvariante», meint er zur Meinung des Breitensports.
An die Adresse der Veranstalter, die einen Neubau wollen, meint Meier, dass diese in erster Linie eine neue, grössere Halle wollten, um billiger Events durchführen zu können.
Die JSSK empfehle mit 6 zu 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen dem Antrag der BRK zu folgen, also den Projektierungskredit zu befürworten. -
Andreas Albrecht (BRK)
«Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Neubau bis 2015 realisiert werden könnte», meint Albrecht in Anlehnung an die Aussage der Verantsalters André Béchir, der in der BaZ für einen Neubau plädierte – sofern dieser rasch realisiert werden kann. Albrecht empfiehlt, dem Ratschlag der Regierung zum Projetierungskredit zuzustimmen.
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Andreas Albrecht (BRK)
Die Diskussion im Grossen Rat hat begonnen. Andreas Albrecht, Präsident der Bau- und Raumplanungskommission (BRK), hat das Wort und erläutert noch einmal die vier ausgearbeiteten Sanierungsvarianten. «Man kann in dieser Frage wirklich unterschiedlicher Meinung sein», meint Albrecht. Die erste Ebene der Fragestellung sei, ob heute überhaupt ausreichend Informationen für eine Entscheidungsgrundlage da sind – die BRK habe diese Frage eindeutig mit «Ja» beantwortet. Die zweite Ebene sei die Frage, ob man die Halle überhaupt sanieren wolle oder einen Neubau anstrebe. Hier könne man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Albrecht erläutert nochmals sachlich die Pro und Contras.
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Antrag auf Rückweisung
Wegen «Mangel an überzeugenden Entscheidungsgrundlagen» verlangen Roland Linder (SVP) und Konsorten die Rückweisung des Projektierungskredits. «Ist es richtig und vertretbar gegen 100 Mio in ein 40 Jahre altes Gebäude zu investieren???», heisst es auf einem vorab ausgehändigten Schreiben. Innerhalb von maximal zwei Jahren solle eine aussagekräftige Neubauoption vorgelegt werden, die damit verbundene Verzögerung sei vertretbar.
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Ausgangslage
Die Basler Regierung will die veraltete St. Jakobshalle für rund 86 Millionen Franken sanieren lassen und beantragt dem Grossen Rat deshalb einen Planungskredit über 4,8 Millionen Franken. Mit dem Geld sollen die ausgearbeiteten Sanierungsvorschläge zu einem konkreten Bauprojekt verdichtet werden. Ein Neubau ist in den Augen der Regierung mit Mehrkosten von rund 90 Millionen Franken zu teuer (total: ca. 175 Mio.), zudem würde das Vorhaben so noch weiter hinausgeschoben – und es drohe mit einem Abriss der Halle die Abwanderung wichtiger Anlässe wie den Swiss Indoors.
Es gibt allerdings Gegenstimmen aus Politik und Veranstalterkreisen, die vehement für einen Neubau votieren. Diese kritisieren, dass die Regierung bisher – im Gegensatz zu den zahlreichen Varianten einer Sanierung – keine Vorschläge zu einem allfälligen Neubau vorgelegt hat. Es gebe somit keine wirkliche Wahlmöglichkeit, wird moniert. Mit einem Neubau könnte man alle Altlasten und (Image-)Probleme der veralteten Halle auf einen Schlag beseitigen und ein Projekt mit Signalwirkung für Basel und die Schweiz verwirklichen.
Nachdem schon die Bau- und Raumplanungskommission (BRK) einem Planungskredit nur knapp – mit Stichentscheid ihres Präsidenten – zugestimmt hat, will die Geschäftsprüfungskommission (GPK) einen Antrag auf Rückweisung stellen. Dies, weil eine Gesamtsicht zum Thema Sport- und Hallenanlagen im Kanton Basel-Stadt fehle.
In einer nicht repräsentativen BaZ-Umfrage sprachen sich 62.3% der 735 Teilnehmenden für einen Neubau aus.
Erstellt: 09.11.2011, 10:14 Uhr
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12 Kommentare
"findet, dass das sanierte Hallenstadion keine gute Akustik gehabt habe." da kann man nur zustimmen! Das neue Hallenstadion ist was Konzerte anbelangt tot. Da ist die heutige St. Jakobshalle noch besser. Ob neu oder saniert, eine gute Akustik wäre wünschenswert. Danke. Antworten
Die Sanierung der SJH ist das wirtschaftlichste und sinnvollste. Eine moderne und den neusten Anforderungen entsprechende SJH mit ihren mehrfunktionallen verschiedenartigsten Räumen ist einzigartig und kann somit allen möglichen und unterschiedlichsten Veranstaltungen angeboten werden. Dies kann eine reine neue Eventhalle nicht anbieten. Der GR soll nun entscheiden für die Sanierung. Antworten
Basel
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11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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