Basel
Gymnasiasten reichen Petition ein
Aktualisiert am 16.09.2012 23 Kommentare
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Von Weitem sieht es wie ein grosser Kindergeburtstag auf der Wiese des Schützenmattparks aus. Von Nahem wird der Eindruck widerlegt: Aus einer tragbaren Musikanlage schallt laute Musik, Transparente werden ausgerollt und zwei Motorradpolizisten schauen dem Treiben aus einiger Entfernung zu. Aus allen Himmelsrichtungen stossen laufend Jugendliche hinzu. Nein, dies ist kein Kindergeburtstag, sondern die Vorbereitung für eine Demonstration von Schülern des Gymnasiums am Münsterplatz.
«Schüler, erhebt euch», steht auf einem der Transparente. Klassenkämpferische Töne an einem Samstagnachmittag im September, letzte Instruktionen zur Route gibt es per Megafon. Die Jugend legt offenbar doch nicht die Beine übereinander und tyrannisiert ihre Lehrer, wie dies einst Sokrates feststellte. Stattdessen sind heute Schüler und Lehrer auf derselben Seite und kämpfen für ihr Schwerpunktfach, das abgeschafft werden soll, wenn es nach dem Erziehungsdepartement geht. Die Rede ist vom Fach PPP, dessen Kürzel für «Pädagogik, Psychologie und Philosophie» steht. Innert einer Woche sammelten die Schüler mit einer Petition über 1100 Unterschriften für den Erhalt ihres Fachs, unterstützt von der Schülerorganisation der Basler Gymnasien und den Jungparteien Juso, Junges Grünes Bündnis, den Jungfreisinnigen und der Jungen SVP.
Verständnis von Signer
Mit dem Schlachtruf «Bildung für alle» setzt sich der Demonstrationstross in Bewegung, rund 100 Schüler, Eltern und Lehrkräfte sind dem Aufruf zur Demonstration gefolgt. Beim Erziehungsdepartement an der Leimenstrasse sollen die Unterschriften dem Leiter Bildung, Hans Georg Signer, nach einer kurzen Route über die Schützenmattstrasse übergeben werden. Signer wartet schon und begrüsst die Jugendlichen herzlich und äussert gleichzeitig sein Verständnis für das Anliegen der Schüler: «Sie haben gute Gründe, sich für PPP einzusetzen.»
Lenya Koechlin, eine der Initiantinnen der Petition, koordiniert derweil die Übergabe: als Geschenke verpackt werden Signer die Unterschriften von Vertretern der Schülerschaft und der Jungparteien übergeben. Koechlin, belagert von Kameras, bringt danach ihre Argumente noch einmal auf den Punkt: «PPP darf als Alternative zu Sprachen, Naturwissenschaften und musischen Fächern nicht abgeschafft werden.»
Die Schüler haben offensichtlich Morgenluft gewittert, für die nächste Petition wird auch schon fleissig gesammelt: Der Schulbeginn soll neu um 8.30 Uhr sein, anstatt wie bisher um 7.40 Uhr. Ob sie das durchbringen können, bleibt jedoch fraglich.
Erstellt: 16.09.2012, 09:28 Uhr
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23 Kommentare
Das von einigen Kommentaren geforderte Duckmäusertum beschert uns Managerboni und Familien am Existenzminimum, Entlassungen, Lohnkürzungen, Überwachung und Umweltverschmutzung. Vielleicht würde es manchmal auch der "arbeitenden Bevölkerung" gut tun, ihre Meinung kund zu tun und nicht alle Entscheidungen von oben stillschweigend hinzunehmen und die Faust im Sack zu machen. Antworten
1. es sind über 1300 Unterschriften 2. sind es nicht nur die Schülerinnen und Schüler die sich für PPP einsetzten 3. es geht nicht nur um PPP sondern um das allgemeine Problem, dass die Schülerschaft in bildungspolitischen Entscheiden viel viel zu wenig einbezogen wird! 4. ich glaube nicht das sich die GymnasiastInnen unter diesem Leistungsdruck viel party erlauben können Antworten
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