Hier entstehen die Fasnachts-Plaketten

Von Lukas Bertschmann. Aktualisiert am 05.01.2012 1 Kommentar

Der «Blagette-Müller» produziert seit Mitte August die Fasnachts-Plaketten in geheimer Auflage. baz.ch hat ihm über die Schulter geblickt.

Daniel Müller erklärt die Produktion der Fasnachts-Plakette.
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Die Entstehung der Fasnachts Plakette beginnt auf Papier: Kurz nach den «drey scheenste Däg» schreibt das Fasnachts-Comité den Künstler-Wettbewerb für die kommende Fasnachts-Plakette aus. Aus bis gegen 100 Eingaben wählt das Comité den Vorschlag, von dem es glaubt, dass die Thematik auch noch das Jahr über aktuell sein wird. Denn Mitte August kommt der Entwurf bereits zum «Blagette-Müller». «Wir produzieren die Basler Fasnachtsplakette seit 1939», sagt Daniel Müller stolz. Er ist Inhaber der in dritter Generation geführten Firma René F. Müller AG.

Natürlich muss der Entwurf für die Plakette so originell sein, dass das Werk einem breiten Publikum gefällt. Zusammen mit dem Künstler, für die kommende Fasnacht ist es Roger Sigrist, optimiert Daniel Müller den Entwurf für die 3D-Umsetzung, die Prägung auf Metall. Bevor die Rohlinge aber unter 350 Tonnen Druck zur Fasnachtsplakette geprägt werden können, entsteht ein Gipsmodell.

Die Produktion

Von diesem Positiv aus Gips wird als nächstes ein Negativ-Abdruck aus Kunststoff erstellt. Das viermal grössere Kunststoffmodell wird anschliessend in eine Maschine mit zwei Armen eingespannt, dem Pantograph: Auf der einen Seite tastet ein Stift des auch Storchenschnabel genannten Geräts jeden Millimeter vom Kuststoffmodell und überträgt alles in 1:4 verkleinertem Massstab auf eine Hartmetall-Scheibe. Dort fräst sich ein rotierendes Schneidwerkzeug ins dicke Metall – exakt in der vom Kunststoffmodell vorgegebenen Form.

Resultat ist das Prägewerkzeug. Eingespannt in eine grosse Maschine, prägt das Werkzeug nun Rohling für Rohling in die gestaltete Form. Die Auflage der Fasnachts-Plaketten ist allerdings geheim. Nur so viel: «Im Verhältnis produzieren wir rund 40 Prozent Kupfer-, 35 Silber -und 25 Gold-Plaketten, inklusive Bijou», quantifiziert Müller. Anschliessend wird der Überrest rund um das Plaketten-Relief weggestanzt: Nun sieht das Stück Metall bereits aus, wie eine Fasnachts Plakette – es fehlt nur noch die Nadel auf der Rückseite. Zum Abschluss wird die Plakette patiniert, also künstlich geschwärzt, und gebürstet, was ihr eine Tiefenwirkung verleiht. Et voilà: Die Plakette ist fertig. Das heisst, die Auflagen der Silbernen, der Goldenen und des Bijou werden beim Galvaniseur zuerst noch mit dem Edelmetall überzogen. Und nun ist es definitiv soweit: Ab diesem Samstag wird in Basels Strassen wieder der Ausruf «Blagette» zu vernehmen sein – das Comité gibt die Plaketten zum Verkauf aus.

Tradition und Markt

Der «Plakette-Müller» produziert die Basler Fasnachts Plakette nun seit 73 Jahren. «Der Prozess ist gut eingespielt. Doch jedes Jahr sprechen wir über die Preise.» Sein grösster Konkurrent ist die Prägetechnik K. Grether AG, die unter anderem die Luzerner Plakette produziert. Doch alle kochen mit Wasser: Auf dieses Jahr hin etwa verteuerten sich die Silberpreise, was die Kosten der Zulieferer entsprechend ansteigen liess. Dieses Jahr wird die Silber-Plakette Jahr also einen Franken mehr kosten.

Nachdem sein Vater René Felix Müller das Geschäft von Grossvater Felix Müller übernahm, ist mit Daniel Müller nun die dritte Generation am Ruder. Sein 20-jähriger Sohn Mike arbeitet auch bereits im Geschäft. «Ich weiss nicht, ob er das Geschäft übernehmen wird. Dafür ist es noch zu früh.» Mike hat die KV-Lehre erst abgeschlossen und sein 18-jähriger Bruder Marc ist noch dabei. Einer seiner beiden Söhne wird aber bestimmt in die Fussstapfen der Väter treten. Zuerst müsse Mike nun aber in den Zivilschutzdienst und Marc das KV abschliessen, sagt Müller und schmunzelt vielsagend. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.01.2012, 13:50 Uhr

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1 Kommentar

Ruedi Thoma

05.01.2012, 17:29 Uhr
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Bravo Daniel... du leistetst hervorragende Arbeit und wegen der Konkurrenz brauchst du dir keine Sorgen zu machen, das wäre noch schöner wenn die Plakette die ja jeder selber berappen muss urplötzlich in einem anderen Kanton produziert würde. Stell dir mal vor was die echten und wahren Fasnächtler dazu sagen würden..."goht's no !"
Liebe Grüsse: Ruedi Thoma
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