Basel
Hier fährt der Castor-Transport durch Basel
Von Markus Prazller, Christian Mensch. Aktualisiert am 03.03.2011 44 Kommentare
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Wie von der BaZ angekündigt, fuhr der mit radioaktivem Material beladene Sonderzug heute Donnerstag um 11.26 Uhr im Bahnhof St. Johann in Basel ein. Er war auf der Fahrt von der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague ins Zwischenlager im aargauischen Würenlingen (Zwilag). Diskret und von der Bevölkerung unbemerkt sollten die Waggons von Frankreich kommend durch die Quartiere zum Bahnhof SBB und weiter fahren – so zumindest wollten es die Behörden: Gefahrenguttransporte sind in der Schweiz Geheimsache.
Die zuständigen Bundesbehörden sagen weder, wann die Züge in die Schweiz kommen, noch, wie die genaue Route verläuft, noch was sie transportieren. Das ist auch im aktuellen Fall nicht anders. «Der Bund verbietet uns, über die Transporte zu kommunizieren, bevor sie nicht bei uns angekommen sind», sagt Robert Ineichen, Vizedirektor der Zwilag im Würenlingen. Anton Treier, Sprecher des eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) sagt, in der Schweiz werde der Sicherheitsaspekt höher gewichtet als das Recht auf Information.
Basler Politiker wollen Klarheit
Parlamentarier wie Beat Jans (SP, BS) und Eric Nussbaumer (SP, BL) wollen nun aber dringlich Auskunft vom Bundesrat: Wie informiert der Bundesrat die Öffentlichkeit und ist er bereit, künftige Transporte transparent anzukündigen? Was wird transportiert? Was tut der Bundesrat zum Schutz der Bevölkerung vor Unfällen mit dem radioaktiven Material? Die Politiker wurden durch einen Bericht der BaZ von gestern auf den Transport aufmerksam. Bereits im vergangenen November hat der «Sonntag» von einer Reihe von Castor-Transporten berichtet. Bis ins Jahr 2018 sollten demnach zwölf Lieferungen im Auftrag des Energiekonzerns Axpo erfolgen. Diese Aussage wollte gestern die Axpo-Sprecherin Anahid Rickmann nicht mehr bestätigen.
Dass der Bundesrat nach deutschem Vorbild Transparenz über die Castor-Transporte schaffen wird, ist wenig wahrscheinlich. Das zuständige Bundesamt für Energie verweist auf Art. 5 des Kernenergiegesetzes. Dort ist geregelt, dass der Bundesrat die geeigneten Sicherungsmassnahmen für Kernmaterialien treffen kann. Die Geheimhaltung als Schutz vor Sabotage ist Teil davon. (Basler Zeitung)
Erstellt: 03.03.2011, 12:58 Uhr
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44 Kommentare
Na da habe ich viel grössere Angst vor einem Zug mit benzingefüllten Kesselwagen. Ueber Sinn und Unsinn der Kernenergie sowie deren Gefahren kann man zu Recht diskutieren. Aber das grösste Risko für Leib und Leben bei einem Castor-Transport sind und bleiben die Steinewerfer und diejenigen, welche sich an den Schienen festketten. Fahrplanoffenlegung zwecks einfacherer Demoplanung, oder was....? Antworten
Wenn die Leute bescheid wissen, dann werden Demos und Störungen, etc. organisiert und DANN wirds wirklich gefährlich die Behälter zu transportieren! Was will man mit der Information, dass ein Transport stattfindet sonst anstellen? Die Gegend weiträumig aus Sicherheitsgründen evakuieren? .... Ein kopfschüttelnder privater Atomenergiebefürworter. Antworten
Basel
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