Basel

«Ich mag Sex ohne Kondom»

Im Kleinbasel wird dieser Tage wieder ungeschützter Sex feil geboten. Im Video-Interview erklärt Pornostar Barbara Devil, was sie dazu treibt, es ohne Gummi zu treiben.

«I'm not too romantisch»: Wegen ihrer begrenzten Deutschkenntnisse antwortet Barbara Devil auf Englisch. (Video: Joël Gernet)

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Ja, das ist tatsächlich ein Saunaclub. Beim Betreten des FKK Basel beschlagen sich die Brillengläser des Journalisten innert Sekunden ob der feuchtheissen Luft. Brille ab, Brüste überall. Nackte Damen stöckeln durch die Gänge – oder zählen Bauchkettlein und Stilettos als Bekleidung? Ein angezogener Mann mit Glatze trägt Damengepäck ins Obergeschoss, auf seinem schwarzen Shirt steht «Bodyguard». Der Blick wandert nach links zur Empfangstheke, wo eine freundliche, ältere, angezogene Dame die Kundschaft empfängt.

Barbara Devil wartet im VIP-Zimmer. Über 500 Sexfilme hat die gebürtige Slowakin auf dem Kerbholz. Sie ist bekannt für ihre extremen Aktionen und den hautnahen Kontakt, den sie ihren «Fans» gegen Bezahlung bietet – bei Bedarf auch ohne Kondom. So auch bei der dreitägigen Aktion «Popp den Pornostar» in Basel, welche diese Woche für Wirbel bei Behörden und Politkern gesorgt hat. Im Interview erklärt die 29-Jährige, warum sie trotz Polemik regelmässig zum ungeschützten Sex lädt.

Barbara Devil, an deinem Wohnort Los Angeles wurde vergangene Woche ein Kondom-Obligatorium für Pornodarsteller beschlossen. Was hältst du davon?
Das ist ein grosses Thema. Ich weiss nicht, was ich darüber denken soll. Es gibt immer zwei Seiten. Als professioneller Darsteller achtet man auf seine Gesundheit, da hatten wir nie Probleme. Aber wie man hört, gibt es halt auch Situationen, in denen normale Leute dumme Sachen machen. Wenn wir also immer sicher sein wollen und es unser Leben rettet, dann machen es wir halt mit Kondom. Das ist ein Detail, kein grosses Problem für uns. Die Frage ist, ob das die Konsumenten auch sehen wollen. Wir werden sehen.

Warum bietest du ungeschützten Sex an?
Ich mag Sex ohne Kondom. Aber ich würde nie meine Gesundheit und die anderer riskieren. Ich biete den Kunden Sex ohne Kondom an, weil ich für diese Leute eine Fantasie bin. Die wollen mich als Pornostar kennen lernen und haben ungeschützten Sex vor Augen mit allem, was sie von den Filmen her kennen. Ich will auch nicht, dass junge Typen auf der Strasse dumme Sachen machen und ungeschützten Sex mit Mädchen haben, ohne sich nach deren Gesundheit zu erkundigen. Deshalb können diese Männer ihre Porno-Fantasien an mir ausleben. Der Schnelltest gibt vielleicht keine hundertprozentige Sicherheit, aber für mich ist das immer noch besser, als einfach so mit den Männern zu vögeln.

Aber es gibt Zweifel, dass diese 30-minütigen Schnelltests aussagekräftig sind.
Ich habe mich auch über diese Tests erkundigt. Es ist ja nicht so, dass mir das egal ist. Aber selbst wenn du Sex mit Kondom hast, kann es passieren, dass dieses reisst – da gibt es auch Risiken. Aber mit diesem Test wird mit 99-prozentiger Sicherheit gesagt, ob jemand eine Krankheit hat, oder nicht.

Hast du manchmal Angst davor, krank zu werden – oder schwanger?
Natürlich will ich nicht mein Leben riskieren und unternehme alles, um sicher zu sein. Und natürlich habe ich manchmal Angst, Krankheiten einzufangen. Aber so etwas kann überall passieren. Schwanger kann ich nicht werden, weil ich halt anders verhüte, als mit Kondom. Aber wenn ein netter Kerl kommt mit einem grossen… (überlegt) …Background im Rücken, kann das durchaus passieren (lacht).

Gibt es in Sachen Sex Dinge, die du nicht machen würdest?
Lass mich überlegen… (lacht) …ich bin ein verrücktes Mädchen, das verrückte Dinge mag. Ich bin nicht so romantisch. Ich glaube nicht, dass ich langsamen, romantischen Sex haben kann.

Hast du nach einem Tag harter Arbeit noch Lust auf Sex?
Das fragen mich alle. Was ich mache, betreibe ich mit Freude. Ich habe also immer ein Faible für Sex – schliesslich ist es ja mit jeder Person anders. Ich mag es also auch nach der Arbeit, bin 24 Stunden am Tag ready.

Du bist jetzt 29 Jahre alt. Was machst du in zehn Jahren?
Ich weiss nicht, was ich dann tun werde, aber mein Plan ist es, ein reiches Mädchen zu sein, meine Film-Produktionen zu haben, vielleicht sogar meine eigenen Clubs. Ich hoffe also, wir treffen uns dann noch einmal zum Interview.

Nach dem Gespräch zückt Barbara Devil fünf Visitenkarten, mit denen sie sich wahlweise als XXX Extreme Star, Glamour-Model oder General Director/Producer der «Barbara Devil Productions» ausweist. Nach einem kurzen Tanz an der Stange – Devil hat dafür den Beyoncé-Song «Naughty Girl» ausgewählt – verabschiedet sich die 29-Jährige, welche sich nicht über mangelnde Auslastung beklagen kann. Gewisse Fans reisen eigens wegen ihr nach Basel. Einer ihrer Kunden wartet im Nebenraum. Ob er sie mit oder ohne Kondom kennen lernen will? (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2012, 14:07 Uhr

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19 Kommentare

Pauli Winzenrieder

31.01.2012, 08:30 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Was soll denn dieses "Geplärr?"...auch ich bevorzuge Sex ohne Gummi, das ist doch das Natürlichste der Welt ! ...Fremdgehen lohnt sich so oder so nicht...also ! Antworten


Dave Beck

30.01.2012, 09:25 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Jeder, wirklich jeder, egal ob Mann oder Frau der in der heutigen Zeit eine "schnelle" Nummer schieben will ohne Gummi ist Lebensmüde! Ich möchte ja nicht wissen wie viele Familienväter ins Puff gehen oder solche "Porno-Sternchen" ohne Gummi besteigen wollen und dann nach Hause zu ihren Frauen gehen! Eine Schande so was. Es spricht viel für den IQ dieser Barbara Devil und die, die so was wollen. Antworten


Ivana Poncioni

29.01.2012, 14:07 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Toll ohne Kondome und noch töller für unsere Krankenkassen. Antworten


Rudi Buchmann

28.01.2012, 01:35 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Und legt diese Frau auch einen Test vor? Antworten


Fabrice Faes

27.01.2012, 23:49 Uhr
Melden 4 Empfehlung

sie sieht noch nicht mal gut aus! und ja herr stolz' kommentar ist eigentlich alles was man dazu sagen muss. Antworten


Felix Meyer

27.01.2012, 20:23 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Ich befürworte, dass die HIV und AIDS aus den Leistungen der obligatorischen Krankenkassen gestrichen werden. Sollen wir denn all diesen Unsinn noch finanzieren? Die Behandlungskosten für einen HIV-Infizierten sind rund Fr. 30'000 pro Jahr. Antworten


Peter Walther

30.01.2012, 11:46 Uhr
Melden

Und wie würden Sie die Beweisführung in Ihrem Beispiel angehen, Herr Reichmuth, wenn nach Jahren festgestellt wird, dass Mann/Frau erkrankt ist? Wem lassen Sie Behandlung zukommen? Wem nicht? Und sind Sie dann wirklich sicher, die oder den richtige(n) bestraft zu haben? Aber das war ja auch nicht das Statement von F. Meyer - der will die Leistungen ja generell streichen.


Hugo Reichmuth

30.01.2012, 08:28 Uhr
Melden

Herr Walther, nicht-sexuelle Ansteckung erfolgt immer unter "spekaktulären" Umständen. Entweder man steckt sich bei sehr unglücklicher Hilfe im Notfall an oder im Spital bei klar dokumentierbaren Missgeschicken. In diesen Fällen gibt's die PEP.
Wer "Bareback"-Reiten gut findet, es verheimlicht und in einer Beziehung lebt, sollte zur Kasse gebeten werden. Er/Sie ist ein potenzieller Totschläger.


Tanja Meier

28.01.2012, 18:08 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Und wenn diese Leute ihre Behandlung nicht bezahlen können, dann lassen wir sie vor den Krankenhäuser sterben oder was? Vielleicht mal bisschen mehr in die Realität zurück kommen bevor man sowas rauslässt.


Peter Walther

28.01.2012, 01:07 Uhr
Melden 24 Empfehlung

Ihnen ist aber klar, dass Sie diese Krankheit auch ohne das oben geschilderte Verhalten bekommen können? Z.B. durch Ansteckung weil Sie bei einem Unfall geholfen haben. Von daher empfinde ich Ihr Votum als relativ heikel. Sie müssten beweisen können, dass sich derjenige HIV durch verantwortungsloses Verhalten erworben hat. Das wird schwierig.


Peter Vogel

27.01.2012, 23:32 Uhr
Melden 39 Empfehlung

Herr Meyer, es ist skandalös was sie da schreiben! Es gibt eine Menge HIV Infizierte, bzw AIDS kranke Leute, die nichts dafür können, dass sie das Virus haben! Ich finde es eine Schande, dass es Leute gibt, die so hirnloses Zeugs schreiben!!!


Sibylle Weiss

27.01.2012, 16:57 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Nachdem Aids wieder "dank" Verantwortungslosigkeit der Menschheit wieder im Vormarsch.So kann sich die Menscheit langsam aber sicher selbst zur Strecke bringen und führt die Apokalypse selbst herbei. Antworten


Daniel Stolz

27.01.2012, 16:56 Uhr
Melden 88 Empfehlung

Damit es klar ist: die Schnelltests geben den Zustand vor 3 Monaten an. Es kann also sein, dass jemand HIVpositiv ist und der Test (noch) nicht reagiert. Frühestens ab 14 Tagen wird die Wahrscheinlichkeit, dass eine Infektion vom Test erkannt wird, langsam grösser. Menschen mit einer frischen HIV-Infektion sind hoch ansteckend (Primoinfektion). Daniel Stolz, Aids-Hilfe beider Basel Antworten


Abdul R. Furrer

29.01.2012, 09:01 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Und wieso, Herr Stolz, ist die Aids-Hilfe nach wie vor dagegen, dass Asylbewerber aus Gegenden mit hoher HIV-Rate - namentlich aus Afrika, Asien, dem Balkan und dem ehemaligen Ostblock - bei Ankunft unter Quarantäne gestellt und getestet werden ?


Fred Baumann

27.01.2012, 18:15 Uhr
Melden 37 Empfehlung

Danke, Herr Stolz, eigentlich ist dies die einzige Info, die in diesem Zusammenhang breit gestreut werden sollte.


Tim Weser

27.01.2012, 15:49 Uhr
Melden 55 Empfehlung

Mhh...ungeschützter Sex mit dieser Frau ist wie im Tram an einer Festhaltestange zu lecken an welcher schon 1000 Leute angefasst haben. Aber diese Vorstellung scheinen ja genug Männer anregend zu finden. Antworten


atti kis

27.01.2012, 17:29 Uhr
Melden 22 Empfehlung

hmm...slowenisches roulette...oder wie nennt man das? ;-)


max meier

27.01.2012, 14:20 Uhr
Melden 37 Empfehlung

Jede und Jeder sollen so wie sie wollen - dies ist komplette Liberalität! Die Gesellschaft ist ja langsam so beknackt! Nur sollte vorab geklärt und juristisch festgehalten werden, dass die Gesellschaft für die eventuell auftretenden Krankheiten und den Kosten nichts bezahlen muss! Wer ohne Schutz in solch einem Milieu verkehrt, spielt russisch Roulette. Antworten


Heiner Müller

28.01.2012, 18:51 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Man kann es auch als natürliche Selektion betrachten...



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