Basel

Im Bahnhof St. Johann entsteht ein neuer Kulturbetrieb

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 29.05.2009 1 Kommentar

Der neu gegründete Verein Stellwerk, die Jacqueline Spengler Stiftung und die SBB Immobilien wollen dem St. Johann zu einem neuen Treffpunkt verhelfen. Im Mai 2010 soll das Stellwerk seine Tore öffnen.

Wollen Weichen stellen: Stellwerk-Geschäftsführer Olivier Wyss, Felix Moppert, Präsident der Jacqueline Spengler Stiftung,
Remo Zberg, Leiter Bewirtschaftung der SBB Immobilien, und Stellwerk-Präsidentin Barbara Buser (von links).

Christoph Stulz

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Bahnhöfe sind Orte des Aufbruchs. Zumindest, wenn sie in Betrieb sind. Von den 800 Bahnhofgebäuden in der Schweiz werden jedoch nur noch rund 300 im Zusammenhang mit dem Schienenverkehr genutzt, der Rest fristet ein eher tristes Dasein. Das galt bisher auch für das alte Bahnhofgebäude im St. Johann. Nun wird der Bahnhof St. Johann jedoch zum zweiten Mal seit seinem Bau im Jahr 1901 zum Ort des Aufbruchs. Er soll zum Sprungbrett für Jungunternehmer werden und zum kulturellen Treffpunkt für das St.-Johanns-Quartier, das im Zuge des Projekts Pro Volta derzeit ohnehin ein völlig neues Gesicht erhält.

Zwanzig Jahre Miete

Hinter dem Projekt Stellwerk Basel stehen der neu gegründete Verein Stellwerk, die Jacqueline Spengler Stiftung und die SBB Immobilien. Die SBB vermieten dem Verein das Gebäude für die nächsten 20 Jahre und finanzieren einen Teil des Umbaus. Sie betreiben ausserdem weiterhin das Stellwerk, das sich im Gebäude befindet. Die Jacqueline Spengler Stiftung, die soziale und kulturelle Projekte in Basel unterstützt, steuert 250'000 Franken zur umfassenden Renovation des Bahnhofs bei.

850'000 Franken kostet der Umbau des Bahnhofs, weitere 250'000 Franken benötigt der Verein, um das Projekt zu starten. Das Geld ist noch nicht ganz beisammen, aber die Initianten sind zuversichtlich, dass das Stellwerk im Mai 2010 wie geplant seine Tore öffnet. In der Zwischenzeit sind kulturelle Zwischennutzungen vorgesehen. So möchte man etwa den Studenten der Fachhochschule die Möglichkeit geben, Ausstellungen zu veranstalten.

«Der Betrieb des Stellwerks soll von Beginn an selbsttragend sein», sagt Olivier Wyss, Geschäftsführer des Vereins Stellwerk. Er selber ist in der Kulturszene kein Unbekannter, arbeitete unter anderem fünf Jahre als Veranstaltungsleiter beim Kulturfloss. Präsidentin des Vereins Stellwerk ist die Architektin Barbara Buser, die mit dem Gundeldingerfeld bereits bei einem ähnlich gelagerten Projekt federführend mitwirkte.

Junge Kreative

Herzstück des Stellwerks ist das Gründerzentrum. Es will Ausgebildete aus dem kreativen Bereich anlocken und ihnen mit einem Brückenangebot den Weg in die berufliche Selbstständigkeit erleichtern: mit günstigen Mietkonditionen und mit fachlicher Begleitung. Ab sofort werden diese jungen Kreativen gesucht. Buser erklärt: «Modedesigner oder Möbelgestalter, aber sogar Bierbrauer könnten bei uns zum Zug kommen – wichtig ist einfach, dass sich ihr Produkt im hauseigenen Laden verkaufen lässt.» Insgesamt 40 bis 60 Personen sollen im Stellwerk ihre berufliche Karriere lancieren. Zum Quartiertreffpunkt schliesslich soll der Bahnhof dank eines Bistros inklusive Kulturbühne werden. Geplant ist zudem ein Hamam: ein türkisches Bad. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.05.2009, 16:37 Uhr

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1 Kommentar

Armin Grieder

29.05.2009, 13:23 Uhr
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Nachdem sich Basel laufend als Kulturstadt betitelt bleibt zu hoffen, dass nicht 40 Kommissionen jahrelang darüber disskutieren, was wohl diese Kreativen im Sinne haben. Hier könnte sich die Stadt mal profilieren, indem sie sich für die eigenen Leute einsetzt. Antworten



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